Alles begann mit einem in der Frankenzeit gegründeten Dorf am Main, zu dem sich im 14. Jahrhundert eine Burg gesellte. Heute ist aus der früheren Bauernsiedlung der Wirtschaftsstandort Rüsselsheim geworden - die ehemalige Landesfestung blieb erhalten. Ein Spaziergang rund um die Burganlage durch Gräben und über Wälle ist an sich schon einen Ausflug wert. Zusätzlich lockt aber auch das Stadt- und Industriemuseum, das auf anschauliche Weise zeigt, wie aus dem beschaulichen Flecken eine boomende Industriestadt wurde.


Rüsselsheim: Fortschritte in Industrie und Technik

Vor allem dem Wirken des aufstrebenden Schlossers Adam Opel ist es zu verdanken, dass in Rüsselsheim das Industriezeitalter einzog. Ob Nähmaschine, Fahrrad oder Automobil - aus handwerklicher Produktion wurde industrielle Massenfertigung.

Die Dauerausstellung im Südflügel des Museums vermittelt anhand der Lebenswege von Handwerkern, Arbeitern und Industriellen die rasanten Veränderungen des Alltags. Im Nordflügel geht es speziell um die Geschichte der Stadt und des Opelwerks nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Von Petticoat und Fließband bis hin zur heutigen globalisierten Welt gibt es viel zu entdecken.
An verschiedenen Stationen können Besucher mitmachen und ausprobieren und beispielsweise einen Oldtimer selbst starten. Einen ebenso detailgetreuen Blick in die Vergangenheit bietet die neue Dauerausstellung "Ortszeit. Rüsselsheim seit dem Mittelalter", die unter anderem zeigt, was die Fischer im Mittelalter aus dem Main auf den Tisch brachten und wie Bauern und Landsknechte wohnten. Informationen zu den Ausstellungen gibt es unter www.museum-ruesselsheim.de.


Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim

Vom 10.

September bis 11. Dezember 2016 präsentiert das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim die Mitmachausstellung aus dem Heilbronner Science Center "experimenta". Besucher können an rund 25 interaktiven Stationen erforschen, wo überall Energie versteckt ist - im Essen, im Auto, in der Blume oder im Smartphone. Manchmal ist Energie schwer zu entdecken: Unablässig wechselt sie ihre Gestalt. Doch mit Pioniergeist und wachem Blick kommen ihr die Ausstellungsbesucher auf die Spur, und so entdecken schon Kinder ab acht Jahren ihre vielen Gesichter.


Frauenmuseum in Wiesbaden

Das 20. Jahrhundert mit seinen Krisen und der Industrialisierung zog insbesondere auch einen dramatischen Kulturwandel nach sich.
Wie sich vor allem die Stellung der Frau in der Gesellschaft verändert hat, lässt sich im Frauenmuseum in Wiesbaden nachempfinden.

Als Symbol dafür kann das bestickte Spruchtuch dienen, um das sich die aktuelle Ausstellung "Zwischen Tradition und Moderne" dreht.
Noch bis 1930 war es Sitte, Überhandtücher, Decken oder gar Wandbehänge mit moralischen oder religiösen Sprüchen zu besticken und damit die "gute Stube" zu schmücken. Viele der Sprüche appellierten an Fleiß, Frömmigkeit, Sparsamkeit und Häuslichkeit der Frau.
Die Spruchtücher sind somit ein Spiegel damaliger Wertevorstellungen. Informationen zu dieser und weiteren Kunstausstellungen gibt es unter www.frauenmuseum-wiesbaden.de. djd