Trotz zahlreicher Gefahren und Eingriffe in ihren Lebensraum sind Igel noch nicht in ihrem Bestand gefährdet. Sie gehören nach dem Bundesnaturschutzgesetz aber zu den besonders geschützten Tieren und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Der bekannteste heimische Igel ist der Braunbrustigel. Hinsichtlich des Lebensraumes sind Igel recht anspruchslos, solange es gute Schlupfmöglichkeiten gibt. Sie leben oft an Laubwaldrändern mit dichtem Gebüsch, in Gehölzen, Hecken, Parks und Gärten, auch innerhalb menschlicher Siedlungen. Doch der Mensch macht den Tieren zu schaffen. Wie können Sie helfen? Wir klären Sie auf. 

Wissenswertes über den Igel

Sie sind standorttreue Lebewesen und suchen Nahrung rings um ihre Nester. Die Nahrung der Igel variiert mit den Jahreszeiten. Die Tiere fressen in der Regel gerne Raupen, Käfer, Käferlarven und Regenwürmer, aber auf dem Speiseplan stehen auch Früchte, Samen und Schnecken.

Mehr Informationen zum Igel: Igel im Garten: welchen Nutzen bringt ein Igel im Herbst?

Die natürlichen Feinde der Igel sind Marder, Luchse, Dachse, Füchse und Habichte. Gesunde und erwachsene Tiere können sich recht gut schützen. Droht Gefahr, rollt sich der Igel zur stacheligen Kugel zusammen. In dieser Position kann er mehrere Stunden ausharren. Opfer werden deshalb oftmals kranke und junge Tiere, so der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV).

Aber die süßen Tiere haben nicht nur natürliche Feinde, auch der Mensch stellt eine Bedrohung dar. Viele Igel verenden im Straßenverkehr, aber auch bei der Gartenarbeit sind die Tiere gefährdet. Igel werden gerade beim Mähen oftmals verletzt. Also passen Sie auf! Eine Neuerung in der Gartenpflege macht den Tieren inzwischen auch zu schaffen. Immer häufiger werden Mähroboter eingesetzt, die wie herkömmliche Rasenmäher die Lebewesen bedrohen. 

Igel im Garten - Das sollten Sie beachten

Sie entdecken einen Igel im Garten - Auch wenn Sie dem Igel helfen wollen, sollte Ihr erster Impuls nicht sein, ihn im Haus überwintern zu lassen oder ihn bei sich aufzunehmen. Gesunde Tiere finden sich in der Natur bestens zurecht, auch im Winter. Nur verletzte, hilflose oder kranke Tiere dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen werden, um sie gesundzupflegen. Holen Sie sich unbedingt Rat bei Experten, wenn Sie einen hilfsbedürftigen Igel finden! Falsche Hilfe kann mehr schaden als nutzen. 

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Hilfsbedürftige Igel sind:

  • Verwaiste Igelsäuglinge: Sie erkennt man neben der Größe auch an den geschlossenen Augen und Ohren und dass sie sich tagsüber außerhalb des Nests aufhalten
  • Verletzte Igel
  • Unterernährte Igel: Unterernährte Igel sind wurstförmig, haben eingefallene Flanken und eine deutliche Einbuchtung hinter dem Kopf. Gesunde und wohlgenährte Igel sind birnenförmig, das heißt sie sind vorne schmal und hinten dick
  • Kranke Igel: Diese laufen oder liegen meist tagsüber herum, sind apathisch, mager und haben eingefallene Augen
  • Jungigel, die Anfang November weniger als 500 Gramm wiegen
  • Igel, die nach Wintereinbruch noch aktiv sind

Wie kann man den Tieren helfen? 

Füttern: Eine Zufütterung im Frühjahr und Herbst hilft untergewichtigen Igeln schnell und wirksam, denn ab Oktober wird das Futter deutlich knapper. Aber auch im Frühling, nach einem harten Winter ist das Füttern sinnvoll. So können Sie helfen: Als Igelfutter eignet sich zum Beispiel eine Mischung aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. Laut dem Bund Naturschutz in Bayern e.V. ist Obst hingegen nicht geeignet! Zum Trinken sollten Sie nur Wasser bereitstellen, keinesfalls Milch, denn Igel können Laktose nicht verdauen. Igelbabys kann der daraus resultierende Durchfall so schwächen, dass die Tiere an Folgeerkrankungen sterben. 

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Lebensbedingungen verbessern: Sie können den Igeln helfen, indem Sie Ihren Garten naturnah gestalten, dadurch dass Sie einheimische Gewächse anpflanzen, giftfrei gärtnern und Unterschlupfmöglichkeiten schaffen. Im Sommer können Sie eine flache Schale mit Wasser befüllen und den durstigen Tieren damit helfen. Sie sollten für Schlupflöcher im Zaun sorgen, denn durch viele Zäune kommen sie nicht hindurch und können sogar in grobmaschigen Drahtzäunen hängen bleiben, so der WWF auf seinem Blog

Gefahren: Wenn Sie Auto fahren, sollten Sie gerade abends oder nachts in der Nähe von Hecken, Gebüschen und Gärten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren. Zudem sollten Sie Baugruben, Kellerschächte und Schwimmbecken wenn möglich abdecken oder ein Brett als Rettungsplanke anbringen, so der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Der Winterschlaf

Igel halten Winterschlaf - Im Herbst frisst sich der Igel eine Fettschicht an, die als Kälteschutz und Nahrungsvorrat dient. Den Winter verbringt er dann etwa ab Mitte November schlafend in einem frostsicheren Winternest. Wenn im Frühjahr, also März oder April, das Nest über 15 Grad warm wird, beendet er seinen Winterschlaf. Er hat dann etwa 15 bis 40 Prozent seines Körpergewichtes verloren. 

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Im Herbst benötigen Igel einen Unterschlupf, in dem sie ihren Winterschlaf halten können. Ein dichter Laubhaufen oder ein Holzstapel sind in der Regel völlig ausreichend. Doch Sie können den Tieren auch helfen, indem Sie eine zusätzliche Behausung aufstellen. Das können Sie entweder kaufen oder selber bauen. 

So bauen Sie ein Igelhaus: 

  1. Für das Igelhaus sollten Sie trockene und unbehandelte Holzbretter verwenden, die für vier Wände und ein Dach ausreichen müssen. Was auch geht: Eine alte Wein- oder Obstkiste.
  2. Schneiden Sie in ein Brett beziehungsweise auf einer Seite der Kiste ein etwa zehn Zentimeter großes Loch.  Achten Sie darauf, keine scharfen Kanten zu hinterlassen!
  3. Wenn Sie einzelne Bretter verwenden, schrauben oder nageln Sie die Bretter zu einem Haus zusammen.
  4. Das Häuschen sollte an einem ruhigen Ort aufgestellt werden. Zudem sollten Sie darauf achten, das die Igel einen freien Zugang zum Winterquartier haben.

 

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