"Barfen" ist zum Trend unter Hundebesitzern geworden und bedeutet "Biologisch Argerechtes Rohes Futter". Es geht darum, dass Hundebesitzer ihrem Vierbeiner ausschließlich rohes Futter geben, um den Tieren eine möglichst natürliche Ernährung zu gewährleisten. Dass das nicht nur den Fellnasen, sondern auch ihren Haltern schaden kann, haben jetzt mehrere Studien herausgefunden. 

In einer Studie untersuchten Juliana Menezes und Constanca Pomba von der Universität Lissabon beispielsweise 70 Haushalte, in denen Hunde und Besitzer gemeinsam lebten, auf Bakterien. Dabei hat sich herausgestellt, dass drei Menschen und zwei Hunde gegen das Antibiotikum Colistin resistent sind. 

Antibiotikaresistent: Welche Rolle Rohfutter dabei spielt

In einer weiteren Studie wurde untersucht, woher die resistenten Bakterien kommen. Dazu wurde Hundefutter untersucht: Trockenfutter, Nassfutter und Rohfutter. Das Ergebnis: In 100 Prozent des Rohfutters wurden multiresistente Bakterien nachgewiesen. Im Futter waren demnach sogenannte Enterokokken. Diese sind antibiotikaresistent. 

Professorin Petra Wolf leitet an der Universität Rostock die Abteilung Ernährungsphysiologie und Tierernährung. Sie sagt, dass "Barfen" richtig gemacht für die Ernährung unserer Hunde - oder auch Katzen - keine Nachteile hat. Viele Halter kennen sich aber zu wenig aus, um ihrem Tier tatsächlich etwas Gutes damit zu tun. Der mit dem rohen Fleisch einhergehende Bakterienbefall kann dann unter Umständen auch für den Menschen gefährlich werden. 

Wolf erklärt: "Viele verschiedene Krankheitserreger können mit dem rohen Fleisch auf den Hund übertragen werden. Dazu gehören beispielsweise Viren, Bakterien und vor allem Parasiten. Oft sind es Sallmonellen, Bandwürmer und Toxmoplasmen.“ Vor allem Toxmoplasmen sind für Schwangere sehr gefährlich, wenn die Hunde sie übertragen - sie können Fehlgeburten oder Missbildungen begünstigen. 

Bakterienübertragung durch "Barfen": Schwangere können Fehlgeburt riskieren

Wolf rät, die richtige Hundeernährung am besten mit dem Tierarzt abzusprechen. "Barfen" sei zu vermeiden, vor allem, wenn Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Kranke zusammen mit dem Hund leben. 

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