WhatsApp ist aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen kaum noch wegzudenken – und das bereitet vielen Eltern Sorgen. Nun hat der Meta-Konzern eine Lösung: spezielle Kinderkonten mit erweiterten Sicherheits- und Kontrollmechanismen. Eltern sollen dadurch stärker eingreifen können und beispielsweise Kontakte sowie Nutzungszeiten verwalten. Die Nachrichten der Kinder können aber nicht gelesen werden.

Ziel ist es, einen sichereren digitalen Raum für Minderjährige zu schaffen und gleichzeitig dem wachsenden regulatorischen Druck rund um den Jugendschutz zu begegnen. Meta hat ähnliche Funktionen bereits bei Instagram eingeführt und überträgt dieses Modell nun auf WhatsApp. Für Familien könnte das eine wichtige Unterstützung im Umgang mit sozialen Medien sein.

Kinderkonto bei WhatsApp: "Sekundäre" Accounts geplant

Die durch Eltern verwalteten WhatsApp-Konten sind erstmals in einer Beta-Version für Android aufgetaucht. Anfang März 2026 hat WhatsApp das Feature offiziell ausgerollt, wie das Unternehmen in einem Blog-Post mitteilt. Nach und nach sollte die Option für alle WhatsApp-Nutzer verfügbar werden. 

Die Kinderkonten sind an den Account eines Erziehungsberechtigten gekoppelt. Sie sind daher auch keine Vollversionen, sondern bieten nur ausgewählte Features an, die Kinder unter 18 Jahren bedenkenlos verwenden können sollen. 

Sinn der Kopplung der Accounts ist es, dass die Eltern einen Überblick darüber behalten, welche Funktionen den Kindern zur Verfügung stehen. Für die Erwachsenen intransparent bleiben aber die tatsächlichen Chatverläufe oder Gespräche, da die Privatsphäre der Kinder geschützt werden soll. Die Kinderaccounts sollen der Aufsichtspflicht der Erwachsenen gerecht werden, gleichzeitig aber dem Datenschutz Rechnung tragen.

Wie möchte WhatsApp für erhöhte Sicherheit sorgen?

Die Erziehungsberechtigten können schon bei der Einrichtung des Kinderkontos verschiedene Datenschutz-Einstellungen selbst vornehmen. Zudem müssen sie eine Eltern-PIN festlegen, damit wirklich nur sie den Account ihres Kinder verwalten können. Ansonsten soll die Einrichtung ganz einfach per QR-Code funktionieren.

Ein ganz wichtiges Feature der Kinderkonten ist, die Einstellung der Kontakte. Mit wem darf und soll das Kind in Kontakt treten dürfen? Wer darf das Kind anrufen? Beispielsweise kann man den Account so einschränken, dass nur mit Kontakten, die im Telefonbuch des Geräts eingetragen sind, telefoniert oder Nachrichten ausgetauscht werden können. 

Diese Beschränkungen kannst du bei einem gewöhnlichen Konto nicht einstellen. Doch bei Kindern ist es besonders wichtig, dass ihr digitaler Raum geschützt ist, denn Kontakte sind heutzutage online schnell geknüpft und können auch eine Gefahr darstellen, beispielsweise wenn persönliche Daten abgefragt werden.

Welche Kontoinformationen sollen Kinderaccounts nicht veröffentlichen?

Wenn der Account eines Elternteils mit einem Kinderaccount verknüpft ist, erhält der Erwachsene immer mal Benachrichtigungen darüber, welche Aktivitäten von dem Kinderaccount ausgehen. Welche das sind, kann der Elternteil vorher festlegen. Folgende Benachrichtigungsoptionen verrät WhatsApp in einem Blog-Post:

  • Warnhinweise: Du wirst benachrichtigt, wenn dein Kind einen Kontakt hinzufügt, blockiert oder meldet.
  • Chats und Kontakte: Du wirst benachrichtigt, wenn dein Kind eine Chat-Anfrage erhält, einen Chat oder Kontakt löscht.
  • Gruppen: Du wirst benachrichtigt, wenn dein Kind einen Gruppenchat erstellt, einer Gruppe beitritt oder eine Gruppe verlässt.
  • Selbstlöschende Nachrichten: Du wirst benachrichtigt, wenn in einer der Gruppen deines Kindes, selbstlöschende Nachrichten aktiviert werden.
  • Konto-Aktualisierung: Du wirst benachrichtigt, wenn dein Kind seinen Namen oder sein Bild bei WhatsApp ändert.

WhatsApp macht deutlich, dass Chatverläufe oder Gesprächsprotokolle vor den Blicken der Eltern geschützt sind. Denn auch bei der Kommunikation, die über die Kinderaccounts erfolgt, ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantiert. Nicht mal WhatsApp hat Einsicht in die Chats.