Millionen Deutsche erledigen ihre Steuererklärung über das Elster-Portal bequem online. Betrüger versuchen das derzeit auszunutzen. Die Verbraucherzentrale warnt vor Phishing-Mails, die mit einer Steuererstattung locken, um Elster-Nutzer um ihre sensiblen Daten zu bringen.

Auf den ersten Blick sieht die E-Mail echt aus, da sie im Design den echten Elster-Benachrichtigungen nachempfunden ist. Die Nachrichten tragen den Betreff "Mahnung: Informationen für Ihre Steuererstattung erforderlich". Darin heißt es, eine Steuerrückzahlung sei vorläufig gestoppt worden wegen "unvollständiger Angaben" in der Steuererklärung. Die Auszahlung sei erst möglich, wenn der Nutzer ein Formular ausfüllt, das in der E-Mail verlinkt ist. 

Angebliche Mahnung vom Elster-Portal: Das steckt hinter der "Steuererstattung"

Laut den Experten der Verbraucherzentrale nutzen die Betrüger Formulierungen wie "Mahnung" und "zwingend erforderlich", um gezielt Druck aufzubauen. Empfänger sollen zu schnellem, unüberlegtem Handeln verleitet werden.

Weitere typische Anzeichen für Betrug sind:

  • unpersönliche Anrede ("Sehr geehrte Damen und Herren")
  • unseriöse Absenderadresse
  • Inhalt erzeugt Handlungsdruck
  • Link in der E-Mail

Phishing-Mails locken mit Steuerrückzahlung: So reagierst du richtig

Wer eine solche E-Mail erhält, sollte auf keinen Fall den Link klicken. In der Beispiel-Nachricht, die die Verbraucherzentrale veröffentlicht hat, wird zwar ein echter Link zum Elster-Portal angezeigt, dahinter verbirgt sich aber eine ganz andere Webadresse. Mit diesem Trick wollen dich die Kriminellen vermutlich auf eine gefälschte Webseite locken. Alle Daten, die du dort eingibst, gehen direkt an die Betrüger. 

Das Elster-Portal hat bereits eine allgemeine Warnung vor betrügerischen E-Mails im Namen der Steuerbehörde veröffentlicht. Nutzer sollen am besten gar nicht auf die Nachrichten reagieren und die enthaltenen Links nicht öffnen. "Die Steuerverwaltung fordert niemals per E-Mail Informationen, wie die Steuernummer, Kontoverbindungen, Kreditkartennummern, PIN oder die Antwort auf Ihre Sicherheitsabfrage an", so das Online-Finanzamt.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die E-Mail unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben, um persönliche und finanzielle Daten zu schützen. Steuerliche Angelegenheiten sollten Nutzer ausschließlich über das offizielle Elster-Portal oder direkt über das zuständige Finanzamt prüfen lassen. Ähnliche Betrugsversuche gibt es immer wieder. Erst kürzlich gingen E-Mails im Namen des Bundeszentralamts für Steuern um, die eine Rückzahlung versprachen.