Sao Paulo
Medizin & Technik

Durch Krebs entstellt: Frau bekommt neues Gesicht aus dem 3D-Drucker

Die 53-jährige Denise Vicentin verlor aufgrund einer Krebserkrankung große Teile ihrer rechten Gesichtshälfte. Nun konnten Mediziner mithilfe eines 3D-Druckers und Aufnahmen von ihrem Smartphone eine Gesichtsprothese herstellen.

Für Denise Vicentin muss es sich anfühlen wie ein Wunder. Nachdem sie vor etwa 30 Jahren das erste mal die Diagnose Krebs erhielt, verlor die Brasilianerin über die Jahre immer mehr Bestandteile ihrer rechten Gesichtshälfte - darunter ihr Auge und Teile des Kiefers.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, konnten Mediziner der Paulista Universität in Sao Paulo, Brasilien, ihr nun ein neues Gesicht geben - mit der Hilfe eines 3D-Druckers.

Probleme beim Essen, Sprechen und soziale Verachtung durch Krebsleiden

Obwohl sie früher schon zwei mal operiert wurde, kam der bösartige Tumor nach einiger Zeit wieder zurück. Ihre rechte Gesichtshälfte war fortan entstellt. Das bereitete der Frau nicht nur Probleme beim Sprechen und Essen, sondern beeinflusste auch ihr Sozialleben. Nicht nur ihre Ehe ging in die Brüche - bei allem was Denise Vicentin tat, bemerkte sie stets abfällige Blicke von Personen in ihrer Umgebung. Ob beim Bowlen oder Bahnfahren, sie versuchte irgendwann das permanente Gaffen zu ignorieren.

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Mediziner aus Sao Paulo entwickeln Prothese mit 3D-Drucker

In einer Klinik in Sao Paulo bekam sie mittlerweile eine an ihre Gesichtsform angepasste Prothese. Mit Hilfe von Handyfotos und eines 3D-Druckers konnten ihre individuellen Gesichtszüge rekonstruiert werden. Die insgesamt 15 Smartphone-Bilder halfen dabei, die Kopfform der Frau aus verschiedenen Winkeln aufzunehmen und anschließend in einem dreidimensionalen Modell so zusammenzusetzen, dass dies als Vorlage für den 3D-Druck genügte. Wie AFP weiter berichtet, dauerte die korrekte Anpassung der Prothese zwölf Stunden - während die benötigte Ausstattung für diesen Prozess bis zu 500.000 Dollar kostet.

Ärzte wollen weiteren Patienten helfen

Der leitende Arzt Rodrigo Salazar möchte mit seinem Team auch in Zukunft weiteren Patienten mit dieser Methode helfen. Nach aktuellem Stand haben sie seit 2015 bereits mehr als 50 Menschen mit vergleichbaren Silikonprothesen ausgestattet. Dazu gehört auch Denise Vicentin, die dank diesem Eingriff wieder mit einem Lächeln in die Zukunft blickt.