Dein Netflix-Stream ruckelt oder Facebook lädt nicht? Das muss nicht immer an deinem WLAN-Router oder dem Internetanbieter liegen. Ein weitere Grund können Funkstörungen durch andere Geräte in deinem Haushalt sein.
Solche Störung gibt es besonders im 2,4-GHz-Frequenzband, das neben dem 5-GHz-Band von den meisten Routern genutzt wird. Denn genau diese Frequenz wird auch von vielen anderen Funkgeräten genutzt, darunter Babyphones, Funkkameras, Mikrowellen und Bluetooth-Geräte. Das 2,4-GHz-Frequenzband ist bei Herstellern so beliebt, da es lizenzfrei und weltweit verfügbar ist.
WLAN-Probleme? An diesen Geräten kann es liegen
Das Problem: Befinden sich mehrere Funkgeräte im selben Raum, können sich die Signale überlagern und gegenseitig stören. Bei einer Mikrowelle fällt das weniger auf, bei Router, Babyphone oder Bluetooth-Lautsprecher machen sich Funkstörungen dagegen direkt bemerkbar. Mögliche Folgen sind:
- langsame Ladezeit und Downloadgeschwindigkeit
- verzögertes oder verzerrtes Video- und Audiosignal
- Bild- und Tonaussetzer
- Verbindungsabbruch
- besonders bei Babyphones: Störgeräusche oder Fremdsignale
Die meisten der genannten Funkgeräte sind stationär. So kannst du schon bei der Installation prüfen, ob es zu Störungen kommt und die Geräte entsprechend im Haushalt verteilen. Für eine stabile WLAN-Verbindung sollte dein Router zentral und frei von Hindernissen stehen. Standorte neben anderen Funkgeräten, Metallflächen oder dicken Wänden solltest du vermeiden.
Babyphone stört WLAN-Signal: Das kannst du tun
Das Babyphone ist dabei die Außnahme. Vor allem die Elterneinheit wird von Raum zu Raum mitgetragen und kann somit unerwartet Störungen verursachen. Wenn dein WLAN plötzlich instabil wird oder dein Babyphone nicht richtig sendet, solltest folgendermaßen vorgehen:
- Babyphone vom Router entfernen: Je größer der Abstand, desto geringer die Funkstörung. Im Idealfall sollten die Geräte nicht im selben Raum stehen.
- Frequenz beim Router anpassen: Neuere WLAN-Router können auch die 5-GHz- oder sogar 6-GHz-Frequenz nutzen. Standardmäßig wechselt das Gerät automatisch zwischen den Frequenzen, das nennt sich Frequency Hopping Spread Spectrum (FHSS). FHSS sorgt in der Regel für weniger Störungen. Sollte das Signal trotzdem stocken, kannst du manuell den Funkkanal auf eine der höheren, leistungsstärkeren Frequenzen wechseln.
- Frequenz beim Babyphone anpassen: Je nach Modell lässt sich auch beim Babyphone der Funkkanal wechseln. Alternativ gibt es Modelle mit FHSS-Technik , die weniger störanfällig sind, oder WLAN-Babyphones. Altbewährt sind Audio-Babyphones mit DECT-Technik. Diese laufen auf dem 1,8-GHz-Frequenzband und sollten ebenfalls weniger Störungen verursachen.
Grundsätzlich solltest du immer darauf achten, dass das Babyphone ein stabiles Signal hat. In Mehrfamilienhäusern und dicht bebauten Wohngebieten kann das schwierig sein. Notfalls solltest du auf ein Babyphone umsteigen, dass FHSS unterstützt, manuellen Kanalwechsel erlaubt oder DECT nutzt.
Übersicht: Diese Geräte können Funkstörungen verursachen
Hier ist eine kurze Übersicht von Geräten, die das 2,4-GHz-Frequenzband nutzen:
- WLAN-Router und Repeater
- Bluetooth-Zubehör
- Kopfhörer
- Lautsprecher
- schnurlose Tastaturen und Mäuse
- Fitness-Tracker
- Smartwatches
- Freisprecheinrichtung und Autoradio
- Funkmäuse und Funktastaturen (ebenfalls schnurlos, aber meist mit USB-Empfänger)
- Smarthome-Geräte
- Smarte Steckdosen
- Smarte Glühbirnen und Lampen
- Sensoren
- Babyphones
- Überwachungskameras
- Funksteckdosen
- Mikrowellen