Das 2G-Netz ist schon fast 40 Jahre alt. Moderne Smartphones nutzen jedoch längst die schnelleren 4G, 5G oder LTE-Verbindungen. Mobilfunkanbieter planen daher, 2G bald komplett abzuschalten. Die meisten Handy-Nutzer sind davon nicht betroffen - doch das veraltete Netz wird von vielen anderen Geräten benutzt, die wir im Alltag brauchen.

Allein Vodafone sprach 2025 noch von zwei Millionen Geräten, die das 2G-Netz nutzten, so die "Tagesschau". Darunter sind nicht nur veraltete Mobiltelefone, sondern auch lebensrettende Systeme.

2G-Abschaltung: Diese Geräte sind betroffen

  • Einfache Handys und alte Smartphones: Beherrschen die Mobiltelefone ausschließlich 2G, kannst du nach der Abschaltung weder telefonieren noch SMS oder Daten senden.
  • Alarmanlagen und Überwachungssysteme: Viele dieser Anlagen verschicken ihre Warnmeldungen über 2G und werden durch die Abschaltung unbrauchbar.
  • Auto-Notrufsysteme (eCall): Wer ein älteres Auto fährt, kann das Notrufsystem nach der 2G-Abschaltung nicht mehr nutzen. Manche Fahrzeuge verfügen bereits über die neue Generation des eCall-Systems, das den Notruf über 4G- oder 5G-Netz absetzen kann. Ab 2026 wird dies für neue Modelle Pflicht. 
  • Hausnotrufsysteme: Über diese Knöpfe können ältere und pflegebedürftige Menschen in Notlagen, zum Beispiel nach einem Sturz, die Notrufzentrale kontaktieren. Sie nutzen in der Regel das 2G-Netz. Diese Systeme müssen umgerüstet werden, damit die gesetzlich vorgeschriebenen Notrufe weiter gewährleistet werden können.
  • Aufzugnotrufsysteme: Diese Notfallsysteme müssen ebenfalls umgerüstet werden, damit man bei Störungen Hilfe holen kann.
  • Kartenterminals: Geschäfte und Dienstleister müssen möglicherweise auf neuere Systeme umsteigen.
  • Smarte Geräte: Sogenannte IoT-Geräte ("Internet of Things") nutzen teils noch 2G. Das können zum Beispiel vernetzte Stromzähler oder smarte Haushaltsgeräte sein. 

Verbraucher sollten zeitnah prüfen, ob sie von der Abschaltung betroffen sind. Bei IoT-Geräten kannst du in der Gebrauchsanweisung nachschauen, ob sie 4G, 5G oder andere moderne Technologien, zum Beispiel LTE-M oder NB-IoT, unterstützen. Beim Handy kannst du direkt in der Statusleiste auf dem Display sehen, in welches Netz du eingewählt bist.

Hier sollte 4G, 5G oder LTE angezeigt werden. Achte beim Telefonieren darauf, ob die Anzeige zu 2G, GSM, E oder Edge wechselt. Denn es kann sein, dass dein Handy für Anrufe noch 2G nutzt, obwohl es auch 4G-fähig wäre. Ist das der Fall, musst du die Einstellungen deines Handys anpassen. Gehe dafür in Einstellungen > Netzwerk & Internet und suche die Einstellungen für dein Mobilfunknetz. Dort solltest du unter "Bevorzugter Netzwerktyp" mindestens 4G auswählen, empfohlen wird in der Regel 5G.

Wann wird das 2G-Netz abgeschaltet?

Ab wann du das 2G-Netz nicht mehr nutzen kannst, hängt vom Netzbetreiber ab:

  • Telekom: 2G-Abschaltung für 30. Juni 2028 geplant.
  • Vodafone: 2G-Abschaltung für Privatnutzer und Industrie ab September 2028 geplant. Kritische Systeme wie Notruf- und Alarmanlagen können 2G noch bis 2030 nutzen.
  • Telefónica (O2): Kein Termin bekannt. 2G soll als Basisnetz vorerst bestehen bleiben.

Die Abschaltung soll letztlich für alle Nutzer Verbesserungen bringen. Laut Bundesnetzagentur sei das 2G-Netz mit einer Abdeckung von mehr als 99 Prozent fast flächendeckend in Deutschland verfügbar. 4G kommt bisher auf 98 Prozent und 5G auf etwa 95 Prozent. Durch die frei werdenden Frequenzen können das 4G- und das 5G-Netz ausgebaut werden. Besonders in ländlichen Gebieten wären dann stabilere Verbindungen und schnelleres mobiles Internet möglich.