• Mithilfe von Symptom-Checker-Apps sollen Krankheiten via App ermittelt werden
  • Stiftung Warentest hat einige dieser Apps getestet
  • Zwei Apps konnten dabei punkten

Die Nutzerzahl von sogenannten Symptom-Checker-Apps hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre in Deutschland verdoppelt. Welche Apps gemäß Stiftung Warentest überzeugen konnten, erfährst du in diesem Artikel. 

Was sind Symptom-Checker-Apps?

Symptom-Checker-Apps bilden laut Stiftung Warentest eine Alternative zur Internetrecherche von Krankheiten und sind somit Apps und Webseiten, in die Laien ihre Symptome eingeben können, um von einem Algorithmus feststellen zu lassen, welche Erkrankung vorliegen könnte

Die Apps funktionieren auf unterschiedliche Art und Weise. Grundsätzlich gleichen sie die eingegebenen Symptome mit einer medizinischen Datenbank ab und ermitteln die potenzielle Diagnose. KI-basierte Apps verwenden fortschrittliche Methoden wie neuronale Netzwerke oder maschinelles Lernen, um aus großen Mengen medizinischer Daten und Nutzerinformationen Muster zu erfassen. Symptom-Checker ohne KI beruhen meist auf Entscheidungsbäumen, welche von medizinischen Expertinnen und Experten erstellt wurden. Diese basieren auf vorprogrammierten Regeln sowie Korrelationen zwischen Symptomen und möglichen Diagnosen. 

Für die Diagnose werden verschiedene Daten abgefragt, so unter anderem Symptome mit Dauer und Schweregrad, demografische Daten, Medikamente, Vorerkrankungen und Allergien. Zudem können Angaben zu Erkrankungen in der Familie und zu Fitness und Ernährung relevant werden oder auch kürzlich getätigte Reisen. 

Die Testergebnisse von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat zehn kostenlose, deutschsprachige Symptom-Checker-Apps näher betrachtet. Getestet wurden die fünf häufigen Krankheitsbilder Bandscheibenvorfall, Blasenentzündung, Depression, Angina Pectoris als Folge einer Erkrankung der Herzkranzgefäße und das Restless-Legs-Syndrom. Weiterhin wurde auch der Datenschutz der Webseiten und Apps begutachtet, denn die Anwendungen erhalten äußerst private Informationen. 

Insgesamt lagen die Apps hinsichtlich der Leistung weit auseinander. Die Urteile fielen dabei von "gut" bis "mangelhaft" aus. Erfreulich sei, dass keine der Anwendungen in großem Umfang unnötig Nutzerdaten erhebe, heißt es. Mit der Note "sehr gut" wurde keine der zehn getesteten deutschsprachigen, kostenfreien Apps bewertet. Wenn du die Testergebnisse im Einzelnen sehen möchtest, findest du die PDF zum kostenpflichtigen Download bei Stiftung Warentest.

Vorliegende Studien belegen aber, dass Symptom-Checker-Apps mit der Ersteinschätzung meist nicht richtig liegen und deshalb keine Alternative zu einem persönlichen Arztbesuch darstellen. Tendenziell neigen die Anwendungen dazu, die Dringlichkeit zu überschätzen und zu einem rapiden Handeln zu raten, was zu Unruhe bei Nutzerinnen und Nutzern führen kann. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die Anwendungen schwerwiegende Krankheiten nicht erkennen könnten. Deshalb sollten jene Apps eher als erste Orientierung für gesundheitliche Fragen betrachtet werden, nicht aber als Ersatz.