Weihnachtsmärkte sind eine tolle Sache während der Adventszeit. Man schlendert mit einer Tasse Glühwein oder Feuerzangenbowle zwischen den Marktständen entlang und bewundert die weihnachtliche Lichterpracht. Doch nicht nur in Deutschland sind Weihnachtsmärkte ein schönes Highlight in der Weihnachtszeit - auch an anderen Orten der Welt gibt es besondere Weihnachtsmärkte zu entdecken.

Die Reise beginnt in Franken: Ein international bekannter Weihnachtsmarkt befindet sich natürlich in unmittelbarer Nähe. Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist eine Weihnachtsmarkt-Institution und zieht Jahr für Jahr Besucher aus der ganzen Welt an. Er ist einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Seit circa Mitte des 17. Jahrhunderts spielt sich das bunte Treiben auf dem Hauptmarkt in Nürnberg ab.

Ein Highlight des Christkindlesmarkt ist der Prolog zum Auftakt, der seit dem Jahr 1948 vom Nürnberger Christkind gesprochen wird. Das Nürnberger Christkind ist im Übrigen eine Besonderheit! Seit dem Jahr 1933 wird der Markt von einem Christkind begleitet, wobei seit 1969 alle zwei Jahre eine Nürnbergerin zwischen 16 und 19 Jahren zum Christkind gewählt wird. Der Nürnberger Christkindlesmarkt erfreut jedes Jahr internationale Besucherscharen: Im Jahr 2016 besuchten circa 2,5 Millionen Menschen den Markt in der Lebkuchenstadt.

Wo der Striezel in der Mitte aufgeschnitten wird

Nicht allzu weit weg von Franken findet sich ebenfalls ein Weihnachtsmarkt, der sich einer internationalen Bekanntheit erfreut. Die Rede ist vom Dresdner Striezelmarkt. Der Striezelmarkt in Dresden ist der älteste urkundlich erwähnte Weihnachtsmarkt Deutschlands. Seinen Namen hat der Markt von der Dresdner Spezialität schlechthin: dem Stollen. Der Stollen ist im Mittelhochdeutschen nämlich auch unter dem Begriff Strutzel oder Striezel bekannt.

Der Dresdner Striezelmarkt blickt auf eine lange Tradition zurück. Auf dem Markt findet man mehr als 250 Händler, die besonders das traditionelle Kunsthandwerk der Region anbieten. Highlight sind vor allem die regionale Handwerkskunst der Glasbläserei sowie die berühmten Räuchermänner oder Schwibbögen aus dem Erzgebirge. Kulinarisch gesehen ist natürlich der Dresdner Christstollen ein Highlight für den Gaumen.

Auch aufgrund der Lage überzeugt der sächsische Weihnachtsmarkt. Er ist inmitten der imposanten historischen Dresdner Altstadt angesiedelt. So kann man mit einer Tasse Glühwein auch wunderbar durch die schönen Gassen und Gebäude flanieren. Nicht umsonst wird Dresden auch als Florenz an der Elbe bezeichnet.

Wie bestellt man auf Französisch Glühwein?

Die Vorweihnachtszeit in einer Stadt zu verbringen, die sich selbst als "capitale de Noël" (deutsch: Weihnachtshauptstadt) bezeichnet, ist im unmittelbaren europäischen Nachbarland möglich. Im Osten Frankreichs an der Grenze zu Deutschland liegt Straßburg - Europametropole und Tourismus-Magnet. Die elsässische Großstadt ist ein beliebtes Ziel für Touristen aufgrund ihres historischen Altstadtkerns sowie dem Straßburger Münster. Gerade in der Weihnachtszeit blüht die schmucke Innenstadt noch mehr auf als sonst. Geschmückt mit zahlreichen Lichtern und verspielter Weihnachtsdekoration sind die Fachwerkhäuser rund um das Münster besonders schön in Szene gesetzt. Auf dem Place Kléber findet sich in der Weihnachtszeit ein riesiger, prunkvoll geschmückter Weihnachtsbaum wieder. Die ganze Innenstadt leuchtet in bunten Weihnachtslichtern, wenn die Dunkelheit anbricht.

Der Weihnachtsmarkt in Straßburg wird als "Christkindlesmärik" bezeichnet und entstand im Zuge der Verbreitung des Protestantismus in Frankreich im Jahr 1570. Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es bis zu 300 Markstände. Der Markt ist nicht - wie man es aus Deutschland kennt - an einem Ort, sondern über mehrere Hotspots der "Grande île de Strasbourg" verteilt. Diese gehört übrigens zum Weltkulturerbe. Das bringt Bewegung ins weihnachtliche Treiben und man sieht dadurch auch die schönsten Ecken der Stadt.

Auf dem Weihnachtsmarkt finden sich sowohl moderne als auch typisch elsässische traditionelle Einflüsse - elsässische Köstlichkeiten und heißer Glühwein inklusive.

Eintauchen in eine Schweizer Lichterwelt

Wer es eher dekadent mag, kann einen Ausflug nach Zürich machen. Zur Vorweihnachtszeit funkelt und glitzert es an jeder Ecke in der noblen Schweizer Metropole. Ein besonderes Augenmerk gilt der städtischen weihnachtlichen Beleuchtung, die unter dem Begriff "Lucy" bekannt ist. Über 12.000 LED-Kristalle beleuchten die Haupteinkaufsstraße von Zürich.

Natürlich gibt es auch einen zentralen Weihnachtsmarkt - den "Christkindlimarkt" beim Hauptbahnhof. Der Markt in der Bahnhofshalle ist Europas größter überdachter Weihnachtsmarkt. Ein Highlight ist der mit Swarovski-Kristallen geschmückte Weihnachtsbaum. Eine weitere Attraktion ist "The Singing Christmas Tree". Dabei handelt es sich um eine Bühne in Form eines Weihnachtsbaumes, auf der jeden Abend ein Chor singt.

Oben im hohen Norden

Er ist nicht nur ein Traum für Kinder, sondern auch für Erwachsene: der Weihnachtsmarkt im Kopenhagener Freizeitpark Tivoli. Der Weihnachtsmarkt in der hippen Metropole ist einer der schönsten Weihnachtsmärkte Dänemarks und unter den Dänen ein Klassiker. Wenn die Jule-Zeit (Weihnachtszeit) zum Leben erweckt wird, dann dort!

In dem Themenpark werden überall Buden aufgestellt, aus denen dänische Köstlichkeiten und eine bunte Geschenkvielfalt verkauft werden. Das absolute Highlight ist in der Parkmitte: Dort befindet sich das Weihnachtsdorf Nissekøbing. Das Dorf gleicht einer kleinen Handelsstadt, in der der ein oder andere Weihnachtswichtel umherschwirrt. Melissa Hiller