Es war daher gar nicht so einfach für die freiwilligen Helfer der Pfarrei St. Erhard die knapp 1000 Wachslichter an den Straßenrändern entlang des Prozessionswegs und auf dem Wahrzeichen des Gößweinsteiner Ortsteils, dem Wichsenstein, rechtzeitig vor Prozessionsbeginn alle anzuzünden.

Die seit 2003 wieder etablierte Wichsensteiner Lichterprozession am Abend des 7. Dezember zieht noch nicht viele Schaulustige an und so bleiben die Gläubigen der Pfarrei dabei meist unter sich. Vorbeter der letzten Betstunde in der Pfarrkirche St. Erhard war diesmal Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG). Joachim Roppelt fungierte während der Prozession durch das Jurahochdorf wieder als Vorbeter.

Aufruf zu Stille und Besinnung

Bevor sich der Prozessionszug in Bewegung setzte rief er die Gläubigen zur Stille und Besinnung auf. Nicht nur die Straßen und den Wichsenstein hatten die fleißigen Helfer der Pfarrei St. Erhard in ein herrlich romantisches Licht getaucht, sondern auch die berühmte Wichsensteiner Tanzlinde in der Ortsmitte die unter Denkmalschutz steht.


Foto: Thomas Weichert - Bild 1

Foto: Thomas Weichert - Bild 2

Foto: Thomas Weichert - Bild 3

Foto: Thomas Weichert - Bild 4

Foto: Thomas Weichert - Bild 5

Foto: Thomas Weichert - Bild 6

Foto: Thomas Weichert - Bild 7

Foto: Thomas Weichert - Bild 8

Foto: Thomas Weichert - Bild 9

Foto: Thomas Weichert - Bild 10

Foto: Thomas Weichert - Bild 11

Foto: Thomas Weichert - Bild 12

Foto: Thomas Weichert - Bild 13

Foto: Thomas Weichert - Bild 14

An der Prozessionsspitze marschierten die Fahnenabordnungen der Soldatenkameradschaft und der Feuerwehr Wichsenstein, dahinter die Mitglieder des Gemeinde- und Pfarrgemeinderats und die Musiker der Wannbacher Dorfmusikanten die wieder für die musikalische Umrahmung sorgten. Pfarrer Pater Flavian Michali, der bei den Vorbereitungen schon mitwirkte, trug wieder das Allerheiligste unter dem Baldachin durch den Ort. Kinder hatten auch ihre Laternen vom Martinsumzug mitgebracht.

Als die Wichsensteiner Lichterprozession vor 15 Jahren wieder zum Leben erweckt wurde, waren es nur 400 Wachslichter. Im Laufe der Jahre sind es jedes Jahr mehr geworden.

980 Lichter

So heuer laut Organisator Joachim Roppelt ganz genau 980 an der Zahl. "Wir wollten eigentlich dieses Jahr 1000 Lichter gießen, doch dann gingen uns die Büchsen aus. Wachs hätten wir noch gehabt", sagt Roppelt. Der größte Teil des Kerzenwachses, das dazu eingeschmolzen wird, stammt wie in Nankendorf an Silvester auch von Kerzenresten aus der Basilika und der Klosterkirche Gößweinstein. Das ganze Jahr über werden von den Wichsensteinern auch Wurstdosen gesammelt in die das mit Sägespänen gemischte Wachs dann gegossen wird. Der Docht in der Mitte besteht aus einem zusammengerollten Papierküchentuch. So brennen diese Wachkerzen dann länger als eine Stunde. Vor etwa 30 Jahren war der Tag der ewigen Anbetung in der Pfarrgemeinde St. Erhard in Wichsenstein noch an Neujahr. Vom Erzbistum Bamberg wurde das dann auf den 7. Dezember vorverlegt. Für einige Wichsensteiner ein großer Nachteil, da dies nun auch auf einen Wochentag fallen kann. Da müssen dann viele arbeiten. Diesmal war es jedoch an einem Freitagabend.