Fronleichnam ist ein katholischer Feiertag, der an das letzte Abendmal Jesu erinnert. Das Fest wird öffentlich gefeiert, indem die Gläubigen einer prunkvollen Prozession durch die Städte und Dörfer folgen können. Dieses Jahr wird Fronleichnam am Donnerstag, den 31. Mai gefeiert.


Wann wird das Fronleichnamsfest gefeiert?

Das Datum des Fronleichnamsfestes ist abhängig von dem beweglichen Osterfestkreis und wird jedes Jahr am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. Dieser Feiertag ist wiederum abhängig vom Osterdatum. Pfingsten ist der 50. Tag im Osterfestkreis und findet damit 49 Tage nach dem Ostersonntag statt. Der Ostersonntag richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling und wird - wie der Name schon sagt - am ersten Sonntag danach gefeiert. Fast alle beweglichen Feiertage im Kirchenjahr richten sich nach diesem Datum. Anstatt die Daten für die diese Feiertage jedes Jahr aufs Neue auszurechnen, ist es natürlich einfacher in einen Kalender zu schauen.


In welchen Bundesländern gibt es den Feiertag?

Fronleichnam gilt nicht in allen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag. Da es ein katholisches Fest ist, sind nur die Menschen, die in einem Bundesland mit überwiegend katholischer Bevölkerung leben, von Arbeit und Schule befreit. Dazu gehören Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.
In Thüringen und Sachsen gilt Fronleichnam nur für einige Gemeinden als Feiertag. In den übrigen Bundesländern gelten Sonderregelungen für Katholiken. So haben katholische Schulkinder zum Beispiel ein Recht auf Unterrichtsbefreiung an diesem Tag.


Was wird an Fronleichnam gefeiert?

Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Es ist angelehnt an das Letzte Abendmahl, bei dem nach der katholischen Glaubenslehre Jesus Christus seinen Jüngern den lebendigen Leib des Herrn in Form von Brot und Wein übergeben hat. Damals symbolisierte das Brot den Leib und der Wein das Blut. Heute werden Oblaten als Hostie verwendet, durch die die Gläubigen den Leib Christi in sich aufnehmen und sich an die Anwesenheit Jesu erinnern. An das Abendmahl selbst gedenkt die katholische Kirche bereits am Gründonnerstag. Die Feierlichkeiten wurden mit dem Fronleichnamsfest auf die Zeit nach Ostern verschoben, da die Tage vor Ostern als Tage der Trauer gelten, an denen nicht gefeiert werden darf.



Wie ist der Feiertag entstanden?

Zurückzuführen ist das Fronleichnamsfest auf eine Vision, die die heilige Juliana von Lüttich im Jahre 1209, im Alter von 14 Jahren gehabt haben soll. In ihrem Traum sah sie die Scheibe des Vollmondes, allerdings mit einem schwarzen Fleck. Der Vollmond ist ein Symbol für die Kirche. Den schwarzen Fleck auf dem Mond interpretierte das Mädchen als ein Fehlendes Fest im Kirchenjahr zu Ehren des Abendmahls. Erst im Erwachsenenalter berichtete sie anderen Nonnen von ihrer Version. Das erste Mal gefeiert wurde Fronleichnam 1246 im Bistum Lüttich in Belgien. Der Brauch verbreitete sich schnell und 1264 rief der Papst Urban Fronleichnam als Fest für die Gesamtkirche aus.

Der Name Fronleichnam ist von dem Mittelhochdeutschen "Vronlichnam" abgeleitet und bedeutet so viel wie "des Herren Leib" und wird in der Liturgie auch als das Hochfest des Leibes und Blutes Christi bezeichnet.


Blumenteppiche und Heiligenfiguren

Ob in großen Städten oder in kleinen Dörfern - wenn die katholische Kirche das Fest Fronleichnam feiert, zeigt sie ihre ganze barocke Pracht. Die Gläubigen ziehen an diesem Donnerstag (31. Mai) durch die Straßen, die Wegstrecke ist geschmückt mit Birkenästen und Blumen. Auch die meisten Häuser entlang des Prozessionswegs sind mit Fahnen eigens herausgeputzt. Mancherorts werden sogar Blumenteppiche über die Straßen gebreitet.

Die erste Prozession im heutigen Bayern dürfte es 1286 in Benediktbeuern gegeben haben.
Eine der bekanntesten Prozessionen in Bayern führt durch die Münchner Innenstadt - das Erzbischöfliche Ordinariat rechnet mit etwa 10.000 Gläubigen. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, wird zunächst einen Gottesdienst auf dem Marienplatz feiern, dann führt der Prozessionsweg in die Brienner Straße.

Vielerorts werden auch Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und durch die Straßen getragen. In Bamberg wird alljährlich für Fronleichnam ein ganz besonderer Schatz aus dem Diözesanmuseum hervorgeholt: Das Domkreuz stammt aus dem 11. Jahrhundert, es ist mit Gold beschlagen und mit Edelsteinen besetzt. 18 Männer tragen das 600 Kilogramm schwere Kreuz durch die Stadt.
Im Zentrum der Prozessionen steht die Monstranz, die der Priester trägt. In dem kostbaren Gefäß befindet sich eine geweihte Hostie. red/dpa