Er wächst langsam. Oft bleibt er über Jahre hinweg unbemerkt: Darmkrebs. In der Fachsprache wird der Tumor im Darm auch als „kolorektales Karzinom“ bezeichnet. Eine ernstzunehmende Diagnose, denn der Darm leistet täglich Erstaunliches: Er verdaut, schützt das Immunsystem und trägt wesentlich zum Wohlbefinden bei. Wird eine Erkrankung festgestellt, stehen heute zahlreiche moderne und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Darüber möchte das Klinikum Kulmbach alle Interessierten informieren.
Patiententag des Darmkrebszentrums im Klinikum Kulmbach informiert verständlich und praxisnah
Die Ärzte des Darmkrebszentrums am Klinikum Kulmbach laden am Samstag, 18. Juli, von 9 bis 14 Uhr zu einem Patiententag ein. Leitende Ärzte und Oberärzte der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Gastroenterologie und Palliativmedizin, Hämatologie und Onkologie, des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie sowie Spezialisten der Psychoonkologie und Physiotherapie erläutern in abwechslungsreichen Vorträgen die Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Darmkrebs.
Neben der Vorsorge, Früherkennung und Tipps für einen präventiven Lebensstil werden auch die Möglichkeiten der Immuntherapie, der körperlichen Prähabilitation vor einer Operation, der Stomatherapie sowie die Behandlung von Leber- und Bauchfellmetastasen vorgestellt. So wird der gesamte Behandlungsweg – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge – anschaulich dargestellt.
Mit dem Tag der Darmgesundheit am Klinikum Kulmbach möchten die Veranstalter die moderne Darmkrebsmedizin verständlich, offen und praxisnah vermitteln. Neben den Fachvorträgen können sich die Besucher auf persönliche Gespräche mit Fachpersonal aus Medizin, Pflege und Therapie sowie auf ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm freuen. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung Gelegenheit, Fragen zu stellen, Ängste abzubauen und moderne Medizin aus nächster Nähe kennenzulernen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Am Klinikum Kulmbach versuchen die Mediziner, möglichst minimalinvasiv in sogenannter Schlüssellochtechnik zu operieren. Dabei wird der Tumor über kleine Hautschnitte entfernt. Diese Operationsmethode ist auch mit dem DaVinci-OP-System möglich, das besonders präzises Operieren ermöglicht.
Trotz der modernen Technik am Klinikum Kulmbach hängt der langfristige Erfolg einer solchen Operation entscheidend vom Entwicklungsstadium des Tumors ab. Deshalb appellieren die Mediziner des Klinikum Kulmbach eindringlich, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Sie ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Darmkrebs häufig zu verhindern oder erfolgreich zu behandeln. Nicht zuletzt deshalb sind die Neuerkrankungsraten in den vergangenen Jahren erfreulicherweise rückläufig.
Hier klicken und alle Infos zu den Veranstaltungen einsehenDarmkrebs entsteht meist schleichend - was du über kolorektale Karzinome wissen solltest
Darmkrebs beginnt häufig mit zunächst harmlosen Polypen, also kleinen Wucherungen der Darmschleimhaut. In einigen Fällen kann die Darmschleimhaut auch bluten, sodass sich Blut mit dem Stuhl vermischt. Meist sind die Blutmengen jedoch so gering, dass sie nur im Labor nachgewiesen werden können. Die Tücke dieser Darmkrebsvorstufen: Polypen verursachen häufig keine Beschwerden. Während einige gutartig bleiben, entwickeln sich andere über einen Zeitraum von mehreren Jahren unbemerkt zu einem bösartigen Tumor.
Zunächst begrenzt sich das Tumorwachstum meist auf die Darmschleimhaut. Je länger der Tumor jedoch unbehandelt wächst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in tiefere Gewebeschichten des Darms eindringt und sich auf umliegende Organe und Gewebe ausbreitet. Von diesen Tumorablegern, den sogenannten Metastasen, sind besonders häufig Leber, Lunge und das Bauchfell betroffen.
Darmkrebs ist bei Frauen in Deutschland die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Am häufigsten tritt diese Krebsform im Dick- und Enddarm auf. Mediziner zählen diese Tumorarten zu den sogenannten soliden Tumoren, da sie in den Zellen eines einzelnen Organs entstehen und zunächst nur an einem Ort wachsen.
Das Gefährliche bei all diesen Tumorerkrankungen ist das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen. Im Darm kann dies sogar zu einem Darmverschluss führen, der sich unter anderem durch starke Verstopfung oder erhebliche Schmerzen bemerkbar macht. Schließlich kann es in einen vollständigen Darmverschluss münden – ein akutes, lebensbedrohliches Krankheitsbild.
Moderne Diagnostik schafft Klarheit
Machen sich Anzeichen von Darmkrebs bemerkbar, gilt es nicht zu zögern. Eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, sollte durchgeführt werden. Wird dabei verdächtiges Gewebe entdeckt, werden im Rahmen einer Biopsie Gewebeproben entnommen und anschließend in der Pathologie untersucht. Gleichzeitig können Polypen, also mögliche Krebsvorstufen, häufig sofort und vollständig entfernt werden.
Wird bösartiges Gewebe festgestellt, führen die Ärzte am Klinikum Kulmbach weitere Untersuchungen durch, um die Situation genau einschätzen zu können. Beim Ultraschall werden beispielsweise benachbarte Organe wie Leber, Nieren, Milz und Lymphknoten untersucht, um mögliche Tochtergeschwülste zu erkennen.
Mithilfe einer Röntgenuntersuchung lassen sich Metastasen in der Lunge nachweisen. Die Schnittbildgebung wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie geht noch einen Schritt weiter und stellt den Körper in Querschnittsbildern dar. So können Lage und Größe des Tumors exakt bestimmt werden. Das ist wichtig, um seine Nähe zu anderen Organen beurteilen zu können.
In ausgewählten Fällen – beispielsweise wenn die Befunde aus der Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) keine eindeutige Aussage zulassen – kann zusätzlich eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) eingesetzt werden. Mit diesem Verfahren lässt sich die Stoffwechselaktivität von Gewebe sichtbar machen. Da Krebszellen in der Regel einen deutlich erhöhten Energiebedarf haben, weisen sie häufig eine gesteigerte Stoffwechselaktivität auf und können so in der PET-Untersuchung erkannt werden. Ergänzend kann das Blut auf sogenannte Tumormarker untersucht werden, also auf Stoffe, die bestimmte Tumoren abgeben.
Sobald feststeht, wo sich der Tumor befindet, wie schnell er wächst, zu welchem Zelltyp er gehört und ob er bereits Organgrenzen überschritten hat, lässt sich der Darmkrebs anhand der international einheitlichen TNM-Klassifikation einem Krankheitsstadium zuordnen. Dadurch kann die Erkrankung weltweit einheitlich beurteilt werden. Anschließend versuchen die Ärzte, den Darmkrebs vollständig zu entfernen oder zu vernichten, um eine dauerhafte Heilung zu ermöglichen.
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