In Deutschland arbeiten laut Innenministerium etwa 4,74 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst. Gut die Hälfte davon ist bei den einzelnen Bundesländern als Angestellte oder Beamte im Dienst. Angestellte erhalten ein Gehalt, Beamte eine Besoldung.

Gehalt, Besoldung: Wer bekommt was im öffentlichen Dienst?

Die Bezahlung unterscheidet sich je nach Beruf und Aufgabe innerhalb der Berufsgruppe und ist in einzelnen Tarifverträgen geregelt, die regelmäßig in Tarifrunden neu verhandelt werden.   Auch Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs oder Verwaltungsbeamte werden in eigenen Entgeltgruppen nach Tarifverträgen bezahlt.

Es gibt also Verträge für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes im Bund, Verträge für die Mitarbeiter der Länder und spezielle Gruppen wie den Pflegedienst, den Sozial- und Erziehungsdienst oder den Nahverkehr. So ist etwa das Gehalt für Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst im TVöD SuE geregelt. Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden in Entgeltgruppen geordnet, Beamten in Besoldungsgruppen.

Gehalt wird schrittweise bis 2021 angehoben

Die Ergebnisse der letzten Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder gelten seit Mai 2019 und bis 30. September 2021. Darin geregelt ist, dass das Entgelt in drei Schritten angehoben wird.

Ab dem 1. Januar 2020 steigen die Gehälter um 3,12 Prozent, beziehungsweise um mindestens 90 Euro. Die Entgelttabellen zum Beispiel der Bereiche Pflege, Entsorgung oder Verwaltung werden sich ab dem 1. März auch ändern.

Aber was verdienen Mitarbeiter oder Beamte im öffentlichen Dienst in Bayern 2020 konkret? Im Sozial- und Erziehungsdienst beträgt das Einstiegsgehalt für einen Kinderpfleger ab dem 1.3.2020 in Entgeltklasse S3 und der niedrigsten Gehaltsstufe 1 brutto 2476,93 Euro. Allgemein gilt: Je höher die Erfahrung oder Qualifikation des Mitarbeiters, desto höher wird er auch in einer Gehaltsstufe zugeordnet. Die Leitung einer Kindertagesstätte mit über 180 Plätzen etwa wird in der Entgeltgruppe S18 eingeordnet und bekommt in der höchsten Stufe ein Gehalt von 5845,01 Euro.

Das heißt: Arbeitet man länger, wird man mit der Zeit auch höher gestuft. Im öffentlichen Dienst kommt man nach einem Jahr in der Einstiegsstufe 1 in Stufe 2. Nach zwei Jahren dort wird man erneut weitergestuft, nach drei Jahren in Stufe 3 erneut, und so weiter. Fünf bis sechs Gehaltsstufen gibt es, je nach Entgeltgruppe. Einfach gesagt wird ein langjähriger Erzieher anders eingeordnet als ein Berufseinsteiger. Das ist aber je nach Eingruppierung unterschiedlich.

Busfahrer verdienen jetzt mehr

Seit dem 1.7.2019 verdienen auch Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs mehr. Das Gehalt ist um 3,3 Prozent gestiegen. Diese Entgelttabelle, die das Gehalt der insgesamt 15 Entgeltgruppen und sechs Gehaltsstufen auflistet, gilt bis Ende August 2020. Wer von Gehaltsstufe 1 in Stufe 6 kommen will, braucht dafür dort in der Regel 17 Arbeitsjahre. Das Einstiegsgehalt als Linienbusfahrer in Bayern beträgt im Schnitt etwa 2500 Euro.

Ab März werden Pfleger mit einer dreijährigen Ausbildung und dementsprechender Tätigkeit der Entgeltgruppe P7 zugeordnet. In den einzelnen Gehaltsstufen können sie dort zwischen 2830,56 und 3539,56 Euro brutto verdienen. Zum Vergleich: Bis März lag das Gehalt von Pflegern entsprechend zwischen 2801,30 und 3502,98 Euro.