Der Mensch tut sich schwer damit, etwas großartig zu verändern. Da kommt für einen, der etwas ändern will, ein neues Jahr und damit die Zeit der Vorsätze gerade recht.
Doch wie oft verpufft der Drang im Nirgendwo? Seien wir ehrlich: sehr oft. Die Erfahrung lehrt: Wer den Änderungswunsch nicht in einen Prozess kleidet, steht am Ende mit leeren Händen da. Im Folgenden eine Anleitung, wie"s geht.
Zielsetzung. Die Zielsetzung ist wie das Rezept eines guten Gerichts. Ist das Rezept nicht eindeutig niedergeschrieben, wird aus dem Gaumenschmaus nichts.
Die Ziele, die erreicht werden sollen, müssen klar und ehrlich formuliert sein. Sie müssen darüber hinaus immer positiv, prägnant und in der Gegenwartsform formuliert sein. Die Gegenwartsform hilft dem Gehirn, es als Gegebenheit abzuspeichern.
So ähnlich funktioniert das auch mit der positiven Prägung. Unser Gehirn übergeht Negativmarker, sprich nicht, kein, niemals und nein werden nicht wahrgenommen. Das Prägnante schließlich macht den Erfolg greifbar.
Sichtbarkeit. Nachdem die Ziele klar sind, hilft es, sie wortwörtlich sichtbar zu machen. Warum nicht die frisch formulierten Absichten so präsentieren, dass sie täglich ins Auge fallen? Sei es der Kühlschrank, der Spiegel oder die Haustüre - wichtig ist das wiederkehrende Sehen. So ist die Wahrscheinlichkeit, aus Vorsätzen Gewohnheiten zu machen, größer.
Hineinfühlen. Und hat man schon einmal ein Bild vor Augen, dann kann man sich gleich hineinfühlen in die angestrebte Situation. Wie sieht es aus, wenn ich das Ziel erreicht habe? Dieses Bild und diese Gefühle sollten verankert werden und so oft wie möglich, besonders in Momenten des Zweifelns, wieder hervorgerufen werden.
Umfeld. Erzählen Sie Ihrem Umkreis von Ihren Zielen. Ein Feedback oder der freundliche Anstupser, wenn die Motivation fehlt, kann neuen Schwung bringen. Außerdem tut ein stolzes "Gut gemacht!" von anderen immer gut.
Selbstwahrnehmung. Parallel dazu kann eine gesunde Selbstwahrnehmung und angebrachtes Eigenlob nicht schaden, um sich auf dem Weg zur Zielgerade immer wieder zu pushen.
Probier's aus, Irrtum nicht ausgeschlossen, aber das große Ziel bleibt vor Augen. Auch wenn man an dem einen oder anderen Detail scheitert, heißt es hier nicht zu streng mit sich zu sein. Ein lockerer und vergebender Umgang bei kleinen Rückschlagen ist dienlich, grundsätzlich geht es ja darum, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.
Dann wird es das nächste Mal eben ein bisschen anders probiert. Ohne zu viel Druck und mit viel Vertrauen in sich selbst wird der Weg geebnet und die Ziele werden erreicht.
Hannah Brodel/Coaching-Akademie-Bamberg, überarbeitet von Gerhard Beck