Wer kurz vor dem Schulabschluss steht, muss sich Gedanken über den ersten Schritt ins Arbeitsleben machen. Was will ich lernen? Was will ich später machen? Was kann ich gut? Fällt die Entscheidung auf eine Ausbildung, so gilt es, sich bei den Unternehmen zu bewerben.

Eine Bewerbung besteht aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und mindestens dem letzten Schulzeugnis. Sie kann allerdings auch noch um ein Deckblatt, weitere Schul- und Praktikumszeugnisse oder Zertifikate sowie ein Motivationsschreiben erweitert werden. Bei der Auswahl kommt es natürlich darauf an, ob die weiteren Anlagen dem Unternehmen etwas nützen. Sprich, wer sich als Krankenpfleger bewirbt, kann das Zeugnis vom Praktikum im Büro getrost weglassen.

Das perfekte Anschreiben

Das Anschreiben ist der wichtigste Teil einer Bewerbung, denn es ist der erste Schritt, einen Personaler von sich und seinen Qualifikationen für die Ausbildung zu überzeugen. Dabei gilt es, dem Personaler im Gedächtnis zu bleiben, um aus den ganzen Bewerbungen herauszustechen. Um sich bereits auf den ersten Blick von den anderen Bewerbungen abzuheben, spielt die Formatierung eine große Rolle: Calibri, Cambria und Helvetica machen sich als Schriftart besonders gut, da sie sich von den populären Schriftarten Times New Roman und Arial unterscheiden. Ein absolutes No-Go sind verspielte Schriftarten wie Comic Sans. Die ideale Schriftgröße ist 11 Punkt. Der Fließtext als Blocksatz ist zwar erlaubt, erschwert aber das Lesen. Einzig der Betreff sollte fettgedruckt sein.

Das Anschreiben sollte mit einer freundlichen Anrede wie "Sehr geehrte Damen und Herren" oder bei einem konkreten Ansprechpartner mit "Sehr geehrter Herr/Frau XY" beginnen. Letzteres wird bevorzugt, weshalb sich vor der Bewerbung nach einem Ansprechpartner erkundigt werden sollte. Weiter geht es mit dem wahrscheinlich wichtigsten Satz des Anschreibens, denn dieser entscheidet, ob der Personaler neugierig wird. So sollte das Anschreiben beispielsweise mit den Stärken des Bewerbers anfangen, um sich gleich mit dem ersten Satz gut zu präsentieren. Formulierungen wie "Hiermit bewerbe ich mich..." sollten unbedingt vermieden werden.

In den weiteren Absätzen sollten alle interessanten Fragen beantwortet werden: Wer bin ich und was mache ich derzeit? Warum möchte ich diesen Ausbildungsberuf lernen? Wieso bin ich dafür geeignet? Warum möchte ich die Ausbildung in diesem Unternehmen machen? Die eigenen Stärken kommen noch stärker und glaubwürdiger herüber, wenn sie mit einem Beispiel belegt werden: "In meinem Praktikum bei ... habe ich bereits bewiesen, dass ich sehr gut im Team arbeiten kann." Aneinandergereihte Eigenschaften ohne Beispiele sind eher langweilig und unglaubwürdig.

Das Anschreiben endet mit der Bitte um ein Vorstellungsgespräch sowie der Verabschiedung "Mit freundlichen Grüßen". Darunter wird die Unterschrift gesetzt und eine Leerzeile unter dieser kann man das Wort "Anlagen" setzen, um auf die nächsten Seiten hinzuweisen. Ein Anschreiben sollte im Übrigen niemals länger als eine Seite sein.

Das gehört in den Lebenslauf

Der Lebenslauf fasst die Laufbahn kurz und tabellarisch zusammen und gibt einen Überblick über die bisherigen Stationen im Leben. Dazu gehören die schulischen und praktischen Erfahrungen sowie besondere Qualifikationen, Fähigkeiten und Hobbys. So kann der Arbeitgeber auf einen Blick sehen, warum man der perfekte Kandidat für die freie Stelle ist.

Damit das Unternehmen einen über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch informieren kann, gehören die Kontaktdaten, sprich Adresse, Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse, unbedingt in den Lebenslauf. Bei Ausbildungsbewerbungen ist es üblich, die schulische Laufbahn ab der Grundschule aufzulisten. Wer noch zur Schule geht, gibt an, wann und mit welchem Abschluss die Schule voraussichtlich beendet wird.

Auch die Praxiserfahrung gehört in den Lebenslauf. Das heißt, dass Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliche Tätigkeiten und längere Auslandsaufenthalte, zum Beispiel als Austauschschüler, genannt werden sollten, da sie wichtige Erfahrungen darstellen. Zu den weiteren Qualifikationen gehören Sprachkenntnisse, IT-Kenntnisse und sonstige Kenntnisse. Abschließend können noch die eigenen Interessen genannt werden, sofern sie für den Arbeitgeber interessant sein könnten.

Online oder klassisch

Heutzutage ist es nicht mehr unbedingt notwendig, die Bewerbung auszudrucken, in eine Bewerbungsmappe zu heften und mit der Post loszuschicken. Viele Unternehmen nutzen Online-Portale, in welchen man Anschreiben, Lebenslauf und Co. einzeln hochladen kann. Hier spart man sich beispielsweise auch die Adresse des Unternehmens auf dem Anschreiben. Das gängigste Bewerbungsverfahren ist derzeit aber die Bewerbung per E-Mail. Wer nun unsicher ist, welches das richtige Verfahren ist: Bei Stellenangeboten steht häufig dabei, auf welchem Wege sich der Arbeitgeber die Bewerbung wünscht. AG