Beschäftigte, die ihren Job als sinnstiftend erleben und sich wertgeschätzt fühlen, sind seltener krank. Zu diesem Ergebnis kommt der "Fehlzeiten-Report 2018" der AOK-Gesundheitskasse, der am Dienstag in Berlin präsentiert wurde. Eine zentrale Schlüsselrolle komme dabei den Vorgesetzen zu.

Der neue "Fehlzeiten-Report" basiert auf einer repräsentativen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, für die bundesweit 2030 Personen zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden.

2017: Durchschnittlich 12,1 Krankheitstage

Bei sinnstiftender Arbeit plus Wertschätzung durch die Chefs komme es bei den Beschäftigten zu durchschnittlich 9,4 krankheitsbedingten Fehltagen pro Jahr, heißt es in dem Bericht. Unterscheiden sich Wunsch und Wirklichkeit jedoch stark voneinander, fehlten die Mitarbeiter mit 19,6 krankheitsbedingten Fehltagen pro Jahr mehr als doppelt so häufig. Über alle Befragten verteilt lag der Fehlzeitenstand 2017 bei durchschnittlich 12,1 Krankheitstagen.

Wohlfühlen am Arbeitsplatz ist wichtig

Wie der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder, sagte, ist 98,4 Prozent der Befragten im Job am wichtigsten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9 Prozent), ein gutes Betriebsklima (96,8 Prozent), die Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern (96,8 Prozent) sowie ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten (92,4) empfänden Beschäftigte als bedeutsam.

"Leider stimmen Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein", sagte Schröder. So äußerten nur 69,3 Prozent der Befragten, dass sich ihr Arbeitgeber ihnen gegenüber loyal verhalte. Ein positives Betriebsklima erleben laut der Umfrage nur 78 Prozent der Beschäftigten.

Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, betonte, dass insbesondere den Führungskräften eine Schlüsselrolle bei einer wertschätzenden Unternehmenskultur zukomme. "Führungskräfte haben im Unternehmen einen wichtigen Einfluss auf das Betriebsklima, das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit auch auf die Fehlzeiten im Unternehmen", sagte Litsch.