Ein Testament beim Notar sorgt für rechtliche Klarheit und verhindert spätere Streitigkeiten unter Erben. Doch viele fragen sich, mit welchen Testamentskosten sie beim Notar rechnen müssen und welche Schritte notwendig sind, um ein solches Testament zu errichten und sicher zu hinterlegen. Ein Testament beim Notar kostet zwar eine Gebühr, besonders bei größerem Vermögen oder komplizierten Familienverhältnissen ist die fachkundige Unterstützung durch den Notar aber die sinnvollste Lösung.
Wie läuft die Erstellung eines Testaments beim Notar ab?
Ein Testament beim Notar zu erstellen, ist in der Regel unkompliziert, erfordert aber einige Vorüberlegungen. Du solltest dir zunächst überlegen, wer erben soll, ob bestimmte Vermögenswerte (Immobilien, Ersparnisse, Wertgegenstände) bestimmten Personen oder Organisationen zugewiesen werden sollen und wer gegebenenfalls als Testamentsvollstrecker eingesetzt wird. Tipp: Eine Liste deines Vermögens hilft dem Notar, die Situation schnell zu erfassen und die Gebühren korrekt zu berechnen.
Bei der notariellen Testamentsberatung geht der Notar deine persönlichen Wünsche Schritt für Schritt mit dir durch. Er prüft rechtliche Fragen, zum Beispiel zur gesetzlichen Erbfolge, zu Pflichtteilsansprüchen oder zu gemeinsamen Testamenten von Ehe- oder Lebenspartnern. Auf dieser Grundlage entwirft er den Text des Testaments so, dass er rechtlich eindeutig, vollständig und formulierungssicher ist. Du erhältst den Entwurf zur Durchsicht und kannst Änderungen oder Ergänzungen vornehmen, bevor das Dokument verbindlich erworben wird.
Nach der inhaltlichen Abstimmung liest der Notar den vollständigen Text laut vor, damit du alle Passagen noch einmal überprüfen kannst. Danach unterzeichnest du das Testament persönlich und der Notar beurkundet es mit seiner Unterschrift und dem Amtssiegel. Erst durch diese öffentliche notarielle Beurkundung wird das Testament rechtsgültig und erhält volle Beweiskraft.
Wie teuer ist ein Testament beim Notar?
Die Kosten richten sich nach dem Vermögenswert, den du im Testament regelst, und sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgelegt. Als grobe Orientierung gilt:
- Bei einem Vermögen von 50.000 Euro liegen die Notarkosten bei etwa 165 Euro.
- Bei 250.000 Euro Vermögenswert sind es rund 535 Euro.
- Bei höheren Werten steigt die Gebühr entsprechend an.
- Hinzu kommen kleinere Auslagen (z. B. Schreib- oder Portokosten) und, falls du das Testament beim Nachlass- bzw. Amtsgericht hinterlegen lässt, eine Hinterlegungsgebühr von derzeit 75 Euro.
Ein Kostenvoranschlag kann direkt beim Notar beantragt werden – so hat man vorab Transparenz über alle Gebühren.
Was bedeutet Hinterlegung und wie funktioniert sie?
Um sicherzugehen, dass dein Testament im Todesfall auch gefunden und geöffnet wird, empfehlen Notare die amtliche Testaments-Hinterlegung beim Nachlassgericht. Dabei wird das Original-Testament direkt vom Notar an das zuständige Amtsgericht weitergeleitet und dort sicher in einer gerichtlichen Verwahrstelle aufbewahrt. Das Dokument wird nicht ausgehändigt, sondern bleibt bis zum Erbfall versiegelt und geschützt.
Zusätzlich meldet der Notar den Vorgang an das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer. In diesem Register werden nur die Aufbewahrungsorte eingetragen – der Inhalt des Testaments bleibt vertraulich. Nach dem Tod des Erblassers erhält das Nachlassgericht automatisch eine Benachrichtigung über das Testament. So wird sichergestellt, dass dein letzter Wille, der vom Notar im Testament offiziell festgehalten wurde, im Erbfall rechtzeitig und ohne Verzögerung geöffnet werden kann, ohne dass Angehörige danach suchen müssen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich durch die amtliche Verwahrung Verluste, Manipulationen oder Unklarheiten vermeiden lassen – dein Testament bleibt in jedem Fall rechtsgültig und auffindbar. Erblasser können das Testament jederzeit wieder zurückfordern, ändern oder durch ein neues ersetzen, wobei der Notar die Aktualisierung übernimmt und erneut hinterlegt.
Welche Vorteile bietet die notarielle Beglaubigung eines Testaments?
Ein notarielles Testament hat mehrere entscheidende Vorteile gegenüber einem handschriftlichen Testament:
- Rechtssicherheit: Das Testament beim Notar zu erstellen, bedeutet Sicherheit. Der Notar sorgt dafür, dass Formfehler und widersprüchliche Formulierungen vermieden werden und du ein rechtssicheres Testament erhältst.
- Beweiskraft: Das Testament wird als öffentliche Urkunde anerkannt und genießt hohen Beweiswert.
- Kein Erbschein nötig: Bei einem notariellen Testament genügt es meist, dieses zusammen mit der Sterbeurkunde vorzulegen – ein teurer Erbschein entfällt häufig.
- Sichere Aufbewahrung: Durch die amtliche Hinterlegung kann das Testament weder verloren gehen noch unentdeckt bleiben.
Hinweis zum Thema Testament und Erben: Letztere sollten wissen, dass das notarielle Testament beim Amtsgericht aufbewahrt wird und sie nach dem Tod des Erblassers automatisch benachrichtigt werden.