- Warum geben Politiker so viel Geld für ihr Erscheinungsbild aus?
- Wer bezahlt die Kosten für Kosmetiker, Visagist und Friseur?
- Ist es gerechtfertigt, Steuergelder zu verwenden?
Tausende Euro für Friseure, Visagisten und Fotos: Die Politiker achten auf ihr Äußeres und sind bei öffentlichen Auftritten immer top gestylt. Doch zu welchem Preis? Diese immens hohen Kosten trägt der Steuerzahler. Im August 2025 wurde veröffentlicht, dass der aktuelle Bundeskanzler, Friedrich Merz, seit der Übernahme seines Amtes exakt 12.501,30 Euro für Kosmetiker, Visagisten und Friseure in Rechnung gestellt hat. Warum ein professionelles Erscheinungsbild wichtig ist und ob Steuergelder dafür verwendet werden sollten, darum geht es in diesem Artikel. Die Informationen zu diesem Artikel haben wir Spiegel, Focus und der Helmut Schmidt Stiftung entnommen.
Wie viel geben Politiker für Haare und Fotos aus?
Die Summen, die Politiker für Haare und Fotos ausgeben, sind gemessen an dem, was ein Durchschnittsbürger dafür ausgeben würde, sicher unverhältnismäßig hoch. Beispielsweise musste das Kanzleramt im August 2025 die Ausgaben für die Kosten von Friedrich Merz für Kosmetiker, Visagisten und Friseur öffentlich machen. Denn die AfD-Bundestagsfraktion hatte eine Kleine Anfrage zu "körpernahen Dienstleistungen" gestellt.
Angela Merkel, die das Amt der Bundeskanzlerin 2021 abgegeben hat, hat weiterhin Ausgaben für Make-up und Frisur abrechnen können. Den Bund haben diese Dienstleistungen von 2021 bis 2023 rund 53.000 Euro gekostet. Pro Monat sind das umgerechnet etwa 3000 Euro.
Der Ministerpräsident und CSU-Chef wird auch häufig als König der Selbstinszenierung bezeichnet. Fast täglich glänzt Markus Söder im Internet mit einem neuen Foto. Diese Fotos sind professionell aufgenommen und bearbeitet. Seit Söder im Amt ist, sind die Ausgaben der Staatskanzlei für freie Fotografen überproportional angestiegen. Außerdem wird auch ein Fotograf in Vollzeit beschäftigt.
Warum ist ein professionelles Erscheinungsbild so wichtig?
Ein altbekanntes Sprichwort besagt: "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Das Sprichwort hat nicht nur Gültigkeit für den Bereich Werbung, sondern bewahrheitet sich auch für die Kommunikation in der Politik. Um Botschaften überzeugend rüberzubringen, sind starke Bilder unerlässlich.
Heutzutage herrscht eine Flut an Medien, überall siehst du Werbung, Fotos, Videos. Um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen, muss ein Bild oder Video aus der Masse hervorstechen. Bilder lassen sich instrumentalisieren, können meinungsbildend wirken und politische Diskurse beeinflussen.
Fotos gelten als starke politische Währung. Ohne die passenden Bilder kann ein Politiker sich nicht vermarkten. Das ist relevant für Politiker, die die Demokratie bewahren möchten, wie auch für jene, die sie angreifen.
Sollten Steuergelder dafür verwendet werden?
Die Belastungen für die Bürger steigen in Deutschland: hohe Steuern, steigende Energie- und Lebensmittelpreise, hohe Mieten. Angesichts dieser Lasten scheint es unangebracht, dass für eine Kanzler-Frisur mal eben 12.000 Euro verausgabt werden.
Viele Menschen empfinden diese Friseur- und Stylingkosten als Verschwendung von Steuergeldern an. Für einen großen Teil der Bürger ist es ein falsches Signal, wenn sie gleichzeitig selbst zum Sparen aufgefordert werden oder gezwungen werden.
Allerdings dürfen Politiker nur solche Ausgaben in Rechnung stellen, die unmittelbar mit der Ausübung ihres Amtes in Verbindung stehen. Wenn es um private Anlässe geht, müssen auch Politiker Kosten für Haare, Make-up oder Kosmetik selbst bezahlen. Einblick in die Finanzen hat der Bundesrechnungshof. Seine Aufgabe ist die Prüfung der Finanzen der Regierung. Allerdings werden kleine Posten, wie ein Friseurbesuch, weniger auffallen als Posten für Großprojekte. Dennoch werden Auffälligkeiten abgemahnt.