Die Jahresarbeitsentgeltgrenze legt fest, ob Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln können. Sie wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst und steigt zum 1. Januar 2026 auf 77.400 Euro jährlich. Die Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze reagiert auf steigende Einkommen und beeinflusst sowohl Beiträge zur Krankenversicherung als auch Wahlmöglichkeiten der Versicherten. Wir erläutern, wie die Jahresarbeitsentgeltgrenze berechnet wird, was sie für die Krankenversicherung bedeutet und welche Folgen die Anhebung 2026 für Arbeitnehmer hat.

Jahresarbeitsentgeltgrenze – so wird sie berechnet

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze markiert den Punkt, ab dem du als Arbeitnehmer nicht mehr automatisch gesetzlich krankenversichert bist. Verdienst du im Jahr mehr als diesen Betrag, kannst du dich freiwillig gesetzlich versichern oder in die private Krankenversicherung wechseln. Liegt das Einkommen darunter, bleibst du grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert

Die Berechnung der Jahresarbeitsentgeltgrenze orientiert sich an der Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland des letzten Jahres. Der Gesetzgeber legt die Rechengrößen jedes Jahr im Rahmen der Sozialversicherungsrechengrößenverordnung fest. Dabei wird das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt berücksichtigt und auf die Grenzen hoch- oder abgerundet.

Für das Jahr 2026 wurde die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze auf 77.400 Euro pro Jahr festgesetzt. Das entspricht einem monatlichen Bruttoverdienst von 6450 Euro. Dagegen gibt es noch die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze. Diese ist relevant für Personen, die bereits vor 2003 privat versichert waren. Sie liegt bei 69.750 Euro

Bedeutung für die Krankenversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wirkt sich auf die Krankenversicherungspflicht und -freiheit aus. Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Grenze überschreitet, sind nicht mehr automatisch gesetzlich versichert. Stattdessen haben sie die Wahlfreiheit zwischen freiwilliger gesetzlicher Versicherung und privater Krankenversicherung

Finanzielle Hilfe im Krankheitsfall: Krebsversicherung ansehen

Diese Wahlfreiheit betrifft alle versicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Für Selbstständige, Beamte oder andere nicht versicherungspflichtige Gruppen spielt die Jahresarbeitsentgeltgrenze keine Rolle, da sie nicht automatisch in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sind. 

Übersteigt dein Jahresarbeitsentgelt die Grenze, dann musst du aktiv werden, sonst kann es sein, dass du aus dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenkasse herausfällst, ohne es zu wissen. Dann wärst du ohne Versicherung, obwohl du sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist. In der Regel bekommst du von deinem Personalbüro eine Information. Es kann auch sein, dass sich deine Krankenkasse bei dir meldet. Solltest du dich entscheiden, einmal in die private Krankenversicherung zu wechseln, könnte dies unter bestimmten Bedingungen dauerhaft sein. Selbst, wenn das Einkommen später wieder unter die Grenze fällt. Dies hängt davon ab, ob eine Befreiung von der Versicherungspflicht vorliegt und wie sie gestaltet ist. 

Auswirkungen der Erhöhung

Mit der Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze auf 77.400 Euro im Jahr 2026 müssen Arbeitnehmer künftig mehr verdienen, um die Schwelle für eine private Krankenversicherung zu erreichen. Im Vergleich zum Vorjahr (73.800 Euro) bedeutet dies eine Anhebung, die vor allem Gutverdiener betrifft, die bisher knapp über der alten Grenze verdienten. 

Immer aktuell: Die Amazon-Bestseller bei den rezeptfreien Medikamenten

Wer 2026 unterhalb dieser Grenze bleibt, bleibt in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Alternativ kannst du freiwillig gesetzlich versichert bleiben, ohne in die Private wechseln zu können. Zusätzlich beeinflusst diese Erhöhung der Jahresarbeitsentgeltgrenze auch die Beitragsbemessung der gesetzlichen Pflichtversicherung

Wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze und andere Sozialversicherungswerte wie die Beitragsbemessungsgrenze steigen, wird ein größerer Teil des Einkommens für die Berechnung von Sozialabgaben genutzt. Das führt dazu, dass vor allem Arbeitnehmer mit einem höheren Einkommen mehr Beiträge zur Kranken- und Sozialversicherung zahlen müssen, auch wenn sich ihre Leistungen in der gesetzlichen Versicherung nicht erhöhen.

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst bzw. darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.