Mit der Wiedereinführung der staatlichen Förderung können E-Auto-Käufer künftig mit einer ordentlichen Finanzspritze rechnen. Wie hoch der Zuschuss ausfällt, haben wir bereits in einem anderen Artikel für euch beleuchtet. Auch auf Gebrauchtwagen hat das Einfluss. Die Förderung gilt für diese bislang zwar nicht. Laut einem Sprecher des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) würde durch günstigere Neuwagen erfahrungsgemäß jedoch auch das Preisgefüge bei den gebrauchten Autos verschoben.
Denn wer gebraucht kauft, tut dies in der Regel, um Geld zu sparen. Werden Neuwagen günstiger, schrumpft der Preisunterschied und damit der Anreiz, zum Gebrauchten zu greifen. Das drückt wiederum auf die Gebrauchtpreise, bis der Preisunterschied wieder groß genug ist, dass sich genügend Käufer finden. Für künftige Käufer sind das günstige Aussichten - für Privatverkäufer, Händler und Leasinggesellschaften, deren Autos an Wert verlieren, eher ungünstige.
Staatliche E-Auto-Förderung drückt auch Preise für Gebrauchtwagen
Gebrauchte Elektroautos sind selten und erheblich günstiger als neue. 2025 machten sie nur 3,6 Prozent der Besitzumschreibungen in Deutschland aus, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Damit ist ihr Marktanteil im Vergleich zu 2024 zwar um etwa ein Drittel gestiegen, bleibt jedoch weiterhin niedrig.
Zum Vergleich: Unter Neuwagen machten reine Elektrofahrzeuge (BEVs) im letzten Jahr fast ein Fünftel aus. Dabei ist der entscheidende Vorteil von Gebrauchtwagen - dass sie deutlich preiswerter als Neuwagen sind - bei Elektrofahrzeugen besonders ausgeprägt und könnte bald noch weiter zunehmen.
Verglichen mit ihren Neupreisen sind gebrauchte Elektroautos schon jetzt deutlich günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Das zeigen Zahlen des Marktbeobachters DAT zum sogenannten Restwert. Er gibt - vereinfacht - den Wert eines typischen drei Jahre alten Gebrauchtwagens im Vergleich zum Listenpreis an.
Gebrauchte Elektroautos deutlich günstiger als andere Gebrauchtwagen
Für BEVs liegt der Restwert - Stand Dezember - bei 49 Prozent. Wer beim Händler einen drei Jahre alten Stromer kauft, zahlt im Durchschnitt also nicht einmal die Hälfte des Listenpreises. Das ist deutlich weniger als bei Dieselfahrzeugen oder Benzinern, die zuletzt Restwerte von 61,1 Prozent beziehungsweise 62,7 Prozent hatten.
Obwohl gebrauchte Stromer selten sind, reicht die Nachfrage offenbar nicht aus, um ein vergleichbares Restwertniveau wie bei Verbrennungsmotoren zu erreichen. Inzwischen gibt es rund zwei Millionen reine Elektroautos auf deutschen Straßen. Das sind grob vier Prozent des Pkw-Bestands.
Dennoch: Dass gebrauchte E-Autos von der staatlichen Förderung ausgeschlossen werden, stößt auf Kritik. Imelda Labbé, die Präsidentin des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), bemängelte laut Deutschlandfunk: Gerade Familien mit kleinen und mittleren Einkommen würden meist gebrauchte Autos kaufen und somit von der neuen Förderung nicht profitieren. Auch die IG Metall und die Grünen-Fraktion forderten, dies noch zu ändern.