Aufgrund des Iran-Kriegs steigen in Deutschland zusehends die Spritpreise. Viele sprechen hier allerdings von einer "Abzocke" der Tankstellenbetreiber, denn zwischen Rohölmarkt und Zapfsäule lägen normalerweise mehrere Wochen Verzögerung – und nicht nur Tage. "Es ist inakzeptabel, wenn geopolitische Unsicherheiten als Vorwand für überzogene Margen genutzt werden", kritisiert unter anderem der Sprecher der realpolitisch orientierten SPD-Seeheimer, Esra Limbacher.

Um beim Tanken mit dennoch möglichst kleinem Geld davonzukommen, empfiehlt der ADAC bestimmte Tageszeiten. Günstiger als alle gängigen Spritsorten soll der neue Treibstoff E20 sein.

E20: Warum die neue Spritsorte günstiger sein soll

Durch den 20-prozentigen Anteil an Bioethanol soll der CO₂-Ausstoß im Vergleich zu anderen rein fossilen Kraftstoffen sinken, womit sich CO₂-Steuern sparen lassen und somit ein Preisvorteil entstünde.

Allerdings dürfte der Verbrauch von E20 etwas höher sein. Ethanol weist eine geringere Energiedichte auf und verbrennt im Motor schneller. Pro Liter E20 scheinen Preise von weniger als zwei Euro machbar zu sein, prognostiziert der ADAC. E20 soll als Zwischenschritt zu synthetischen Kraftstoffen – auch E-Fuels genannt – dienen. 

Zahlreiche Verbrennerautos sollen gut mit dem Anteil an Bioethanol zurechtkommen können. So erteilte etwa der VW-Konzern eine pauschale Freigabe für fast alle Autos der Marken VW, Skoda, Audi, Seat und Cupra ab dem Modelljahr 2016, wie aus einem Bericht des BR hervorgeht.

Höherer Anteil an Bioethanol: Was bedeutet das konkret? 

Die Bezeichnung "Bio" findet sich hier, da das Ethanol zu einem großen Teil aus pflanzlichen, nachwachsenden Stoffen gewonnen wird. Zuckerrohr, Mais oder andere Biomasse gelten als überwiegend klimaneutral im Vergleich zu Öl oder Gas. Das CO₂, das freigesetzt wird, wurde vorher aus der Atmosphäre beim Wachsen der Pflanze gebunden, weshalb ein neutralisierender Kreislauf entsteht. 

Derzeit wird an einer ersten Tankstelle in Mannheim E20 angeboten – rein im Rahmen eines Flottentests. Frühestens ab 2027 soll die neue Spritsorte deutschlandweit an Tankstellen erhältlich sein. Nach Angaben des ADAC folgen darauf künftig Autos, die ausschließlich E-Fuels tanken. E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die auf Wasserstoff basieren. Doch auch Biomasse kann als Grundstoff genutzt werden – daher E20-Benzin als Zwischenschritt.