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Gesundheit

Salz im Essen ist schädlich: So kann Käse ihren Körper schützen

Käse kann gesund sein? Ja! In vielen Lebensmitteln ist übermäßig viel Salz enthalten, weshalb viele Menschen die täglich empfohlene Menge an Salz überschreiten. Das kann auf lange Sicht zu Nieren-Schäden führen und das Herz sowie die Blutgefäße schädigen. Laut einer neuen Studie soll Käse die Lösung dagegen sein.
Laut einer neuen Studie hilft Käsekonsum gegen Schäden der Blutgefäße durch zu viel Salz. Symbolfoto: Kai Remmers/dpa

Kochsalz, auch bekannt als Natriumchlorid, ist ein sehr wichtiger Mineralstoff für unseren Körper. Der menschliche Körper benötigt circa 1,4 Gramm Salz pro Tag, um einen natürlichen Salzverlust auszugleichen.

Doch zu viel Salz kann wiederum schädlich sein. Wissenschaftler empfehlen, nicht mehr als fünf bis sechs Gramm Salz pro Tag zu sich zu nehmen, da es sonst zu Schädigungen der Nieren und des Herzens kommen kann.

Zu viel Salz durch Nieren ausgeschieden - deutlicher Wasserverlust geht einher

Eine zu hohe Menge an Salz im Körper wird primär durch die Nieren ausgeschieden. Es folgt ein deutlicher Wasserverlust im Körper. Über längere Zeit führt dies zu einer Belastung der Nieren. Weiterhin kann der Wassermangel zu Gefäßverengung führen und sich somit auf den Blutdruck und das Herz auswirken. Genau auf dieses Phänomen schaut die PennState University aus Pennsylvania etwas genauer.

Käse soll Blutgefäße vor Schäden durch zu hohen Salzkonsum schützen

Demnach sei es schwierig, eine Balance zwischen leckerem Essen und der richtigen Menge an Salz zu finden, da viel Nahrung durch einen hohen Salzgehalt ausgezeichnet ist. In einer neuen Studie der PennState University wurden Antioxidantien in Käse gefunden, die dazu beitragen, die Blutgefäße vor Schäden durch hohe Salzgehalte im Körper zu schützen. Billie Alba, Leiterin der Studie, bestätigt, dass durch die neuen Funde eine Balance zwischen der Minimierung des Risikos durch zu viel Salz in Nahrung und dem Konsum von leckerem Essen gefunden werden könnte.

Elf Erwachsene folgen vier verschiedenen Diäten für acht Tage

Um die Theorie, dass eine käsehaltige Ernährung gut für den Blutdruck und die Gesundheit des Herzens ist, zu bestätigen, wurden elf Erwachsene in der Studie untersucht. Jede Testperson hielt sich für jeweils acht Tage an vier verschiedene Diäten: eine natriumarme Diät ohne Käseprodukte, eine natriumarme Diät mit hohem Käseanteil, eine Diät mit hohem Käse- und Natriumgehalt und eine natriumreiche Diät ohne Käseanteil.

Bei den natriumreichen Diäten nahmen die Teilnehmer 5,500 mg Salz pro Tag zu sich, während bei den natriumarmen Diäten nur 1,500 mg Salz verabreicht wurden. Der Käsegehalt in den Diäten mit hohem Käsegehalt betrug circa 170 Gramm, was sich auf ungefähr vier Portionen verschiedener Käsearten pro Tag umrechnen lässt. Nach jeder einwöchigen Diät kamen die Testpersonen für Untersuchungen zurück ins Labor.

Medikament Acetylcholin hilft bei Untersuchungen

Um aussagekräftige Ergebnisse zu erlangen, wurden bei allen Testpersonen winzige Fasern unter der Haut platziert und mit dem Medikament Acetylcholin getränkt. Dieses sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich entspannen. Die Blutgefäße eines jeden Probanden reagierten unterschiedlich auf das Medikament - so konnte die Funktion der Blutgefäße gemessen werden. Weiterhin wurde bei den Probanden der Blutdruck gemessen und Urin getestet, um sicher zu gehen, dass die richtige Menge an Salz konsumiert wurde.

Antioxidantien in Käse haben positiven Effekt auf Blutgefäße

Nach der einwöchigen Diät, in der viel Salz und wenig Käse verabreicht wurde, konnte beobachtet werden, dass die Blutgefäße der Teilnehmer nicht so gut auf das Acetylcholin reagierten und mehr Schwierigkeiten hatten, sich zu entspannen. Nach der Diät mit viel Salz und viel Käse konnte dies nicht beobachtet werden.

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"Während die Teilnehmer die Diät mit viel Natriumchlorid und keinem Käse zu sich nahmen, konnte man sehen, dass die Blutgefäßfunktion zu einem Level sanken, welches man bei Menschen mit weit fortgeschrittenen Herz-Kreislauf-Risiko beobachten kann", berichtet Lacy Alexander, Professorin der Bewegungswissenschaft an der PennState. "Aber wenn sie die gleiche Menge an Salz konsumierten und Käse eine dieser Salzquellen war, wurden diese Effekte komplett vermieden."

Die Testergebnisse können zwar nicht aussagen, dass spezifische Nährstoffe im Käse den Effekt hervorrufen, die Antioxidantien im Käse werden aber als beisteuernde Faktoren gewertet. Laut Billie Alba gibt es wissenschaftliche Beweise dafür, dass Nährstoffe auf Milchbasis insbesondere Peptide, die während der Verdauung von Milchproteinen gebildet werden, vorteilhafte antioxidative Eigenschaften haben. Das bedeutet, dass sie diese Oxidationsmittelmoleküle abfangen und so vor ihren schädlichen physiologischen Wirkungen schützen können.

In Zukunft ist es wichtig, diese Effekte in größeren Studien zu untersuchen, da durch mögliche neue Mechanismen Milchprodukte die Gefäßgesundheit erhalten könnten.