Mit 63 in die Frührente: Das können Sie auch! Immer mehr Menschen möchten eher aufhören zu arbeiten und informieren sich darüber, wie sie mit 63 ihre Rente bekommen können. Um genau zu sein: Rund eine Viertelmillion ältere Arbeitnehmer sind im Jahr 2019 abschlagsfrei im Alter von 63 Jahren in Rente gegangen: 253.492 Versicherte bezogen erstmals abschlagsfreie Altersrente nach mindestens 45 Versicherungsjahren. Das sind circa 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus Angaben der "Deutschen Rentenversicherung" hervor. 

Die Altersgrenzen für den Renteneinstieg sind jedoch je nach Jahrgang unterschiedlich. Für Arbeitende aus dem Jahrgang 1964 oder später liegt das Renteneintrittsalter regulär bei 67 Jahren. Es gibt allerdings auch Möglichkeiten früher in Rente zu gehen. Wie geht das? Hier bekommen Sie einen Überblick, was möglich ist, und was nicht.

Ihr Weg zur Frührente: Darauf müssen Sie achten

Das reguläre Renteneintrittsalter wird je nach Jahrgang festgelegt. Wer beispielsweise 1954 geboren wurde, der konnte 2019, nach 65 Jahren und acht Monaten Arbeitszeit, abschlagsfrei in Rente gehen. Wer jedoch vorzeitig Altersrente beziehen möchte, der kann in sogenannte Frührente gehen. Dies ist ab dem 63. Lebensjahr möglich. Der Weg in die Frührente mit 63 kann allerdings auf verschiedene Weisen angegangen werden.

Frührente mit 45 Versicherungsjahren: Wenn Sie auf 45 Versicherungsjahre in der Rentenversicherung kommen, steht es Ihnen frei schon verfrüht in Rente zu gehen.  Abhängig vom Geburtsjahr ist dies frühestens ab dem 63., bzw. 65. Lebensjahr möglich. Da man nach so langer Zeit als "besonders langjährig versichert" gilt, darf die Rente ohne Abschläge bezogen werden, erklärt das "Bundesministerium für Arbeit und Soziales"

Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld I) werden ebenfalls zur Wartezeit mit angerechnet, genauso wie Zeiten der Pflege (sofern Versicherungspflicht bestand), Erziehung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr, sowie Schlechtwetter-, Insolvenz- oder Kurzarbeitergeld. Nicht angerechnet werden Zeiten mit Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Auf der Seite der "Deutschen Rentenversicherung"  können Sie Ihr Renteneintrittsalter genau berechnen.

Abschläge: Frührente mit 35 Versicherungsjahren

Der Eintritt in den verfrühten Ruhestand ist auch mit 35 Versicherungsjahren möglich. Wer über diese Zeitspanne in die Rentenversicherung eingezahlt hat, der wird als "langjährig versichert" bezeichnet und darf, ganz unabhängig vom Jahrgang, mit 63 Jahren in Rente gehen - allerdings mit Abschlägen. Die ausgezahlte Altersvorsorge wird dauerhaft um 0,3 Prozent pro Monat vor Ihrem regulären Rentenalter gekürzt.

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer wurde am 1.1.1960 geboren und hat eine zu erwartende Bruttorente von 1500 Euro. Statt wie üblich für diesen Jahrgang regulär am 1.5.2026 in Rente zu gehen entschließt er sich seine Frührente in Anspruch zu nehmen und geht am 1.1.2023 in Pension. Die Kürzung beträgt 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbeginns. Dadurch sinkt die Rente in unserem Beispiel um 12 Prozent und der Bruttobetrag würde dauerhaft um 180 Euro von 1500 auf 1320 Euro fallen.

Schwerbehinderte dürfen ohne Abschläge früher in Rente gehen. Genauere Informationen erhalten Sie auf der Seite der "Deutschen Rentenversicherung".

Frührente: Ausgleichszahlung statt Abschlägen

Versicherte können durch Beitragszahlungen ab dem 50. Lebensjahr die Rentenminderung ganz bzw. teilweise ausgleichen. Der zusätzliche Beitrag wird individuell berechnet und setzt sich laut der "Deutschen Rentenversicherung" aus folgenden Faktoren zusammen: 

  • voraussichtlicher Höhe der Altersrente zum beabsichtigten vorzeitigen Rentenbeginn
  • Höhe der Rentenminderung
  • Höhe des Beitrags, der zum Ausgleich der Rentenminderung gezahlt werden könnt

Die sich ergebenden Zahlungen sind allerdings nicht billig. In einem Beispiel der "Deutschen Rentenversicherung" wird vorgerechnet: "Wer bei einer Rente von 1.200 Euro monatlich drei Jahre früher in Rente gehen möchte, kann 130 Euro Rentenminderung (10,8 Prozent) durch rund 33.157 Euro ausgleichen."