Cannes
Virusinfektion

Zika-Virus auch in Europa: Zweiter Fall in Frankreich bekannt

Die Gelbfiebermücke ist der Hauptüberträger von Viruserkrankungen wie Zika und Dengue-Fieber. Bisher galten die Stechmücken nur in tropischen Gebieten als heimisch. Nun sind jedoch auch erste Fälle in Europa bekannt.
Hauptüberträger des Zika-Virus und anderer Krankheiten: Die "Aedes aegypti", auch Gelbfiebermücke genannt, ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Nun gab es auch in Europa erste mit Zika-Virus Infizierte. Symbolbild: Gustavo Amador/epa efe/dpa

Er ging wegen Fieber, Ausschlag und Gelenkschmerzen zum Arzt und bekam eine überraschende Diagnose: Ein in der französischen Gemeinde Hyères wohnender Mann hat sich mit dem Zika-Virus infiziert. Damit ist er der zweite bekannte Fall in Europa. Der erste Erkrankte wurde laut der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC nur wenige Tage zuvor in unmittelbarer Nähe gemeldet.

Zika- Virus vor über 70 Jahren in Afrika entdeckt

Zum ersten Mal entdeckt wurde das Virus 1947 bei einem Affen im Zikawald im afrikanischen Uganda. Es ist eng verwandt mit dem Dengue-Fieber und weist ähnliche Symptome wie die meisten durch Stechmücke übertragenen Viren auf. Es gehört zur Familie der Flaviviren, die auch die Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), das Dengue-Fieber und das West-Nil-Fieber übertragen.

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Zwei Erkrankte in Frankreich: Wahrscheinlich Übertragung durch die Tiger-Mücke

Der Hauptüberträger des Virus ist die "Aedes aegypti" oder Gelbfiebermücke, die bisher nur in tropischen Gebieten heimisch ist. Das Virus kann aber auch über Sperma oder Transfusionen übertragen werden. Die Behörden gehen bei den beiden Erkrankten in Frankreich inzwischen allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Infektion durch die verwandte asiatische Tigermücke aus, die inzwischen in Europa heimisch ist und vor allem das West-Nil-Virus überträgt, das ebenfalls zur Familie der Flaviviren gehört.

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Symptome des Zika-Virus: Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlag

Symptome des Zika-Virus sind laut dem Robert-Koch-Institut Fieber, Schmerzen in den Gelenken sowie Kopf- und Muskelschmerzen, Hautausschlag und Bindehautentzündungen. Infektionen in der Schwangerschaft können zu Fehlbildungen beim Fötus führen. Zika-Viren fühlen sich in warmen Gebieten wie den Tropen am wohlsten. Reisenden wird daher empfohlen, sich tagsüber und besonders auch nachts mit geeigneten Sprays oder Kleidung vor einem Stich der Aedes-Mücken zu schützen. Eine Impfung als Schutz vor der Krankheit gibt es bisher nicht.

Ausbreitung des Zika-Virus: Vor allem in Mittel- und Südamerika

Laut dem Tropeninstitut Dr. Gontard haben sich die Zika-Viren vermehrt im Jahr 2007 in Mikronesien und ab 2014 auch in anderen Inselstaaten des pazifischen Raums ausgebreitet. Inzwischen herrscht das Virus insbesondere in Mittel- und Südamerika vor, andere Länder und Kontinente seien jedoch auch betroffen.

Ausbreitung in Europa: Risiko ist aktuell sehr gering

In einer schnellen Risikobewertung des ECDC, die unmittelbar auf die beiden in Frankreich bekannt gewordenen Fälle folgten, bewertet die Agentur der Europäischen Union weitere Infektionen mit dem Virus als sehr unwahrscheinlich. Die Umgebungsbedingungen seien für die Mücken, die eigentlich hohe Temperaturen gewohnt sind, derzeit nicht günstig für eine dauerhafte Übertragung.