Die Betroffenen merken in der Regel selbst nichts oder zu spät davon: Der Kiefer spannt sich plötzlich an, die Zähne pressen auf- und reiben gegeneinander. Viele Menschen knirschen nachts oder zum Teil auch tagsüber mit den Zähnen. In der Zahnmedizin wird vom Bruxismus gesprochen, der häufig mit nervösen Gewohnheiten und Ticks verbunden ist. Unterschieden wird dabei zwischen Schlaf- und Wachbruxismus, wie Netdoktor berichtet.

Die betroffenen Menschen knirschen überwiegend nachts mit den Zähnen. Im Unterbewusstsein sind die natürlichen Schutzreflexe gegen zu starkes Kauen währenddessen deaktiviert. Doch das Knirschen hat Folgen: Das krampfhafte Kauen schleift die Zahnsubstanz ab und sorgt für rissigen und abgeplatzten Zahnschmelz. Im schlimmsten Fall können die Zähne sogar komplett durchbrechen und es führt zu Zahnverlust. Zudem sind Füllungen, Inlays und Zahnersatz durch das Knirschen gefährdet. Durch das starke Anspannen des Kiefers leiden die Betroffenen häufig unter muskulären Verspannungen, Migräne und Kopf- oder Gesichtsschmerzen.

Ursachen für das Zähneknirschen

Bruxismus kann verschiedene Ursachen haben. Ein Auslöser dafür kann Stress sein. Berufliche oder private Überforderung verursacht bei jedem zweiten temporäres Zähneknirschen. Bei etwa einem Fünftel entwickelt es sich zu einem chronischen Problem. Auch Alkohol, Koffein und Medikamente können zum Zähneknirschen führen. Besonders der übermäßige Konsum löst die Erscheinungen aus.

Oft liegt es auch an einem gestörten Zusammenbiss. Zahnfehlstellungen, nicht passende Kronen oder Füllungen können derartige Kieferprobleme ebenfalls auslösen. Manchmal stecken auch unerkannte andere Erkrankungen dahinter. Beispielsweise bei dem Restless-Legs-Syndrom (Syndrom unruhiger Beine), der obstruktiven Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer), den Minderdurchblutungen (Ischämien) und Hirnblutungen, der nächtlichen Epilepsie, Chorea Huntington oder dem Parkinson-Syndrom kann Zähneknirschen eine Begleiterscheinung sein.

Liegt keine medizinische Ursache vor und der Mediziner kann nichts anderes feststellen, liegt ein primärer Bruxismus vor. Dann spielt meist Stress die Hauptrolle. Liegt es an Medikamenten, Schlafstörungen, neurologischen oder psychiatrischen Störungen sprechen Experten von einem sekundären Bruxismus.

Symptome mit belastenden Folgen für Zahnschmelz und Kiefer

Mit dem Zusammenbeißen des Kiefers wird in diesem Fall kein funktioneller Zweck erfüllt. Die Betroffenen pressen die Zähne unwillkürlich aufeinander. In einigen Fällen können auch kauähnliche, mahlende oder rhythmische Bewegungen auftreten. Der starke Druck auf die Zähne ist dabei ein fatales Problem. Es ist möglich, dass Betroffene das Zehnfache an Druck aufbauen, wie dem, der beim Kauen entsteht. Diese enormen Kräfte von bis zu 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter belasten den Kiefer und die Zähne sehr. 

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Der Großteil der Menschen, die mit den Zähnen knirschen schlafen währenddessen. Mediziner sprechen dann von Schlaf- oder nächtlichem Bruxismus. Seltener tritt hingegen der sogenannte Wachbruxismus auf. So wird das Zähneknirschen tagsüber bezeichnet. Dabei wird seltener mit den Zähnen gemahlen, sondern der Kiefer wird nur stark zusammengepresst.

Mit einigen Methoden lässt sich das Zähneknirschen gut behandeln. In vielen Fällen reicht bereits gezielte Entspannung. Sollten aber regelmäßige Spaziergänge, Pausen bei der Arbeit oder ein Entspannungsbad nicht helfen, sollten Betroffene mit dem Arzt oder Zahnarzt eine geeignete Therapie finden. 

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Im Falle einer Gebissstörung kann der Arzt Kronen oder Füllungen beispielsweise abschleifen und den Bruxismus einfach beseitigen. Haupterkrankungen, wie das Restless-Leg-Syndrom, sollten separat behandelt werden, wodurch das Zähneknirschen als Begleiterscheinung ebenfalls wegfallen sollte. Bei keiner derartigen Ursache ist es möglich eine Beißschiene zu erhalten, um die Zähne vor weiteren Schädigungen zu schützen.

Weitere Methoden zur Therapie

Physiotherapie: Krankengymnastische Übungen lockern und entspannen Muskeln, die durch den Bruxismus in Anspruch genommen werden. Sie können so die Durchblutung des Gewebes fördern und koordinierte Kieferbewegungen trainieren. 

Medikamente: Schmerzlindernde Medikamente oder Mittel zur Muskelentspannung können kurzfristig zur Behandlung eingesetzt werden. Für eine langfristige Lösung sollte aber eine nachhaltigere Alternative gefunden werden.

Psychotherapie: Da Stress ein häufiger Auslöser für das Zähneknirschen ist, kann neben Entspannungsübungen wie autogenem Training und progressiver Muskelentspannung zu einer Psychotherapie gegriffen werden. 

Biofeedback-Verfahren: Ein weiteres wirksames Mittel ist das Bewusst machen körperlicher Prozesse durch das Biofeedback-Verfahren. Nach der Behandlung mit elektronischen Geräten sind die Betroffenen in der Lage, die Kiefermuskulatur bewusst zu entspannen.

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In der deutschen Unterhaltungsshow rund um das Thema Geschäftsideen wurde die Zahnschiene "bruXane" vorgestellt. Diese soll jedem Nutzer das nächtliche Zähneknirschen abgewöhnen. 


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Ein leiser Summton und ein leichtes Vibrieren soll den Körper des Betroffenen auf gleich zwei Weisen ansprechen und dazu bringen, das Zähneknirschen zu unterlassen. Die beiden Signale sollen dem Körper signalisieren, dass er den Kaudruck senken soll. Sobald kein Druck mehr auf die Schiene ausgeübt werden, stoppen das Vibrieren und der Summton. 

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Laut Hersteller soll es rund acht Wochen dauern, bis das Zähneknirschen vergeht. Aktuell kostet die Zahnschiene rund 50 Euro.

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