Blut ist lebenswichtig. Aber mit Blut gibt es ein Problem: Wenn du oder ich es sehen, haben wir uns wahrscheinlich gerade wehgetan. Zum Glück gibt es Wolfgang Preis: Der Kinderarzt kann euch nicht nur helfen, wenn ihr euch verletzt habt, sondern er kennt sich auch mit Blut aus, ohne es sehen zu müssen. Und er sagt: Klar haben große Menschen mehr Blut als kleine.

Denn wie viel Blut ein Mensch hat, hängt vor allem davon ab, wie viel er wiegt. Ein Baby, das ganz wenig wiegt, hat zum Beispiel nur 400 Milliliter Blut - also etwa zwei Gläser voll. Für mehr Blut wäre in einem Baby ja auch kein Platz. Ein erwachsener Mann mit einem Haufen Muskeln hingegen kann bis zu sieben Liter Blut haben, also sieben Flaschen voll!

Frauen haben ein bisschen weniger Blut als Männer

Aber dazu muss er schon richtig viel Sport machen. Normalerweise haben Männer etwa 5,4 Liter Blut, Frauen rund 4,5 Liter. Das liegt nicht nur daran, dass Frauen oft weniger wiegen als Männer. Sondern auch daran, dass im weiblichen Körper mehr Fett ist: zum Beispiel in den Brüsten.

Diese Fettzellen brauchen weniger Blut als Muskelzellen, weil Blut nämlich dazu da ist, den Körper mit Energie zu versorgen. Und Fett braucht keine Energie - sondern gibt sie sogar ab: Wenn ihr zu viel Schokolade oder Pommes esst, wird die Energie, die der Körper gerade nicht braucht, im Bauchspeck gespeichert.

Macht ihr viel Sport, wird das Fett wieder in Energie umgewandelt und vom Blut weitertransportiert.

Wenn ein Löwe vor dir steht, fließt viel Blut in die Beine

Zu den Fettzellen muss das Blut die Energie also nicht transportieren. Aber wohin dann? Dahin, wo etwas geleistet wird: in die Muskeln. In welchen Muskeln besonders viel Energie gebraucht wird, hängt davon ab, was du gerade machst. Wenn im Zoo zum Beispiel plötzlich ein Löwe vor dir steht, werden deine Beine ziemlich stark durchblutet - damit du genug Energie hast, um wegzulaufen. Wenn du wütend bist, und am liebsten jemand verhauen willst, fließt besonders viel Blut in deine Arme - damit du stärker hauen kannst.

Denn wie stark du hauen kannst, hängt davon ab, wie viel Energie die Zellen in deinen Armmuskeln verbrennen können. Denn Zellen sind wie ein Feuer: Damit sie funktionieren, brauchen sie etwas, das sie verbrennen können. Und Sauerstoff, damit das Feuer nicht ausgeht.

Rote Blutkörperchen holen den Sauerstoff von der Lunge ab

Beides bringt ihnen das Blut. Der Sauerstoff hat es ziemlich gut - er wird von den roten Blutkörperchen im Blut umsorgt: Sie holen den Sauerstoff an der Lunge ab und bringen ihn zu den Zellen, die ihn gerade brauchen. Die Nährstoffe, die die Zellen verbrennen müssen, um Energie zu erzeugen, haben es nicht so leicht.

Sie entstehen, wenn der Darm verdaut, was wir essen - es entsteht zum Beispiel Zucker. Aber kein rotes Blutkörperchen kommt, um den Zucker abzuholen. Er muss sich einfach so in den Blutstrom stürzen und bei den Zellen wieder aussteigen.

Das Blut ist also vor allem dazu da, Sauerstoff und Nährstoffe zu den Muskeln zu transportieren. Deswegen braucht ein Sportler auch so viel mehr Blut als ein normaler Mann - und ein großer mehr als ein kleiner.