Der West-Nil-Virus ist weiter auf dem Vormarsch: Die Zahl der Toten in Europa steigt immer weiter. Nachweislich sind bereits 115 Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Wir berichten über die neusten Entwicklungen der Krankheit.

Update, 21.09.2018: Zahl der Toten steigt dramatisch, mehr Fälle als in der Vorwoche

Nach Angaben des EU-Gesundheitszentrums ECDC vom Freitag sind in Europa inzwischen nachweislich 115 Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Das sind 25 registrierte Fälle mehr als in der Woche davor. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher sein, denn die meisten Erkrankten haben keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen.

Bis Donnerstag hatten die EU-Staaten dem Zentrum 1134 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet, noch einmal 186 mehr als in der Vorwoche. Besonders viele Todesfälle registrierte Italien (35), gefolgt von Serbien (29) und Rumänien (25). Für Griechenland wurden 24 Tote genannt, das griechische Gesundheitsministerium sprach dagegen am Donnerstag bereits von 28 Toten.

Der West-Nil-Virus ist eigentlich nur in seltenen Fällen tödlich. Nur etwa jeder 150. Infizierte erkrankt nach Auskunft des Robert Koch-Instituts schwer, etwa an einer Hirnhautentzündung. In der Regel seien das ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

Der Virus befällt vorwiegend Vögel, kann aber auch Pferde infizieren. Ende August war der Erreger erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Allerdings hatten sich alle Betroffenen im Ausland infiziert. Über eine Übertragung auf Menschen innerhalb Deutschlands ist noch nichts bekannt.

Update, 21.09.2018, 06.10 Uhr: Toter Habicht in Nordsachen infiziert

Bei einem Habicht in Sachsen wurde das West-Nil-Virus festgestellt. Das teilte das Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mit. Es ist mindestens das vierte nachgewiesene West-Nil-Virus bei einem Vogel in Deutschland. Nach Angaben des Ministeriums bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus am Mittwoch bei einem Tier in Bad Düben (Landkreis Nordsachsen).

Das West-Nil-Virus wird vor allem durch Mücken übertragen. Hauptsächlich tritt es bei Vögeln auf. Beim Menschen verläuft die Infektion oft ohne Beschwerden. Sie kann aber auch zu Kopf- und Gliederschmerzen und sogar zum Tod führen. Das Virus grassiert derzeit unter anderem in südeuropäischen Ländern, wo schon zahlreiche Menschen daran starben.

Vor wenigen Wochen wurde das Virus bei einem verendeten Bartkauz aus dem Zoo Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) nachgewiesen. Es war der erste bestätigte West-Nil-Fall bei einem Vogel in Deutschland überhaupt. Zudem wurden noch zwei West-Nil-Infektionen bei Vögeln bekannt - ein weiterer Fall in Sachsen-Anhalt und einer in Bayern.

Update, 20.09.2018, 20:28 Uhr: Zahl der Toten in Griechenland steigt

In Griechenland steigt die Zahl der am West-Nil-Fieber erkrankten und gestorbenen Menschen weiter. Nach neuen Angaben starben in diesem Jahr bereits 28 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Das sind innerhalb von sieben Tagen fünf Opfer mehr. Knapp 230 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki. Dies teilte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums (Keelpno) in Athen am Donnerstag mit. 26 Menschen werden demnach derzeit noch in Krankenhäusern behandelt, elf davon auf Intensivstationen.

Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Das Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Update, 20.09.2018, 11:30 Uhr: Mit West-Nil-Virus verwandtes Usutu-Virus ist auf dem Vormarsch

Das mit dem gefährlichen West-Nil-Virus eng verwandte Usutu-Virus tritt immer häufiger auf. Bei 25 toten Vögeln in Bayern ist bislang das Usutu-Virus nachgewiesen worden. Die meisten Fälle gibt es in Mittelfranken, nämlich der Stadt Nürnberg und dem Landkreis Roth. Das Ansteckungsrisiko im Falle des Usutu-Virus sei für Menschen sehr gering, hieß es vom Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen. Weltweit seien bisher nur sehr wenige Erkrankungsfälle bekannt. Allerdings kann es sein, dass die mit dem Usutu-Virus infizierten Vögel auch den West-Nil-Virus in sich tragen. Bei Vögeln bleibt eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos.

Update 15.9.2018: West-Nil-Virus in Bayern verbreitet? Toter Bartkauz gefunden

Nach einem Fall von West-Nil-Fieber bei einem Bartkauz in Bayern sollen gezielt Mücken in dem Tierpark untersucht werden. Zudem sollen Mückenlarven bekämpft werden, wie die Tierärztin des Wildparks Poing, Sandra Klimm, am Freitag mitteilte. Gefundene tote Wildvögel werden demnach künftig auf das Virus untersucht. Bundesweit gibt es inzwischen drei Nachweise von West-Nil-Fieber bei Vögeln, zwei davon in Sachsen-Anhalt. Experten sind beunruhigt, weil der von Stechmücken übertragene, auch auf Menschen übertragbare Erreger bisher nicht in Deutschland heimisch war.

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg hält es für sinnvoll, auch die Mitarbeiter des Tierparks zu untersuchen. Die Mehrzahl der Infektionen bei Menschen werde nicht entdeckt, weil die Betroffenen keine oder nur schwache Symptome zeigen. In den vergangenen Jahren habe es sechs oder sieben importierte West-Nil-Fälle in Deutschland gegeben. Die Meldepflicht bestehe erst seit 2015.

In Süd- und Südosteuropa gibt es in dieser Saison eine besonders heftige Infektionswelle mit bereits 90 erfassten Todesfällen vor allem bei älteren Menschen. Betroffenen sind vor allem Serbien (29 Todesfälle), Italien (21), Griechenland und Rumänien (beide 19), wie die europäische Gesundheitsbehörde ECDC am Freitagnachmittag mitteilte. Forscher gehen davon aus, dass auch die in Deutschland vorkommenden Stechmücken-Arten das Virus übertragen können.

Blutspenden auf Virus testen

Schmidt-Chanasit sprach sich auch dafür aus, dass Blutspendedienste auf das Virus testen - etwa in Bayern sei das bisher nicht der Fall. "Wenn man weiß, dass das Virus zirkuliert, muss das diskutiert werden", sagte er. Er gehe davon aus, dass infizierte Mücken aus Südeuropa die Infektionen in Deutschland verursacht haben. Die Insekten würden leicht per Lastwagen oder Güterzug eingeschleppt.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei unserem Bartkauz um einen Einzelfall mit Eintrag des Erregers aus der Wildvogelpopulation handelt", hieß es vom Wildpark im Landkreis Ebersberg. Eine Ansteckung sei nur über Mückenstiche möglich und nicht durch Kontakt mit Vögeln. Die Fundorte in Sachsen-Anhalt - betroffen waren ein Bartkauz im Zoo Halle und ein freilebender Habicht in Weißandt-Gölzau - liegen etwa 25 Kilometer voneinander entfernt.

Nachgewiesen wurde das Virus erstmals 1937 in der Region West Nil in Uganda. Inzwischen ist der Erreger in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Europas heimisch. In den 1990er-Jahren schaffte er den Sprung über den Atlantik und ist nun auch in den USA verbreitet.

Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Virus erstmals in Deutschland auftritt, hatte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts nach dem dritten Fund erklärt. Über den Winter werde sich das Virus wohl nicht halten.

Update vom 13. September 2018, 18:02 Uhr: West-Nil-Virus erstmals in Bayern nachgewiesen

Der West-Nil-Virus ist weiter auf dem Vormarsch: Jetzt wurde der Erreger erstmals in Bayern nachgewiesen. Wie die dpa unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Donnerstag mitteilt, wurde der gefährliche West-Nil-Virus bei einem toten Bartkauz aus einem Wildpark in Poing im oberbayerischen Landkreis Ebersberg nachgewiesen.

West-Nil-Virus: Bereits der zweite Fall in Deutschland

Wie die dpa meldet, wurde der West-Nil-Virus am heutigen Donnerstag (13. September 2018) zudem in einem Zoo in Sachsen-Anhalt bei einem Habicht nachgewiesen. Es handelt sich somit um den dritten Fall in Deutschland. Zum ersten Mal wurde der Virus Ende August ebenfalls bei einem Bartkauz aus einem Zoo in Halle/Saale entdeckt. Der West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Er infiziert meist Vögel, kann aber auch auf Pferde und den Menschen übertragen werden. In den meisten Fällen bleibt die Infektion ohne Symptome.

Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis das Virus erstmals in Deutschland auftritt, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI). Das Institut geht jedoch davon aus, dass es in Deutschland in diesem Jahr bei Einzelfällen von infizierten Vögeln bleibt. Denn die Mückensaison gehe langsam zu Ende und der Erreger überdauere in den Insekten nicht sehr lange, sagte die Sprecherin. Über den Winter werde sich das Virus daher wohl auch nicht halten.

Bereits 88 Todesfälle durch den West-Nil-Virus in Europa

In südeuropäischen Ländern waren in diesem Jahr auffällig viele Menschen am West-Nil-Fieber (WNF) erkrankt. Europaweit wurden bislang mindestens 88 Todesfälle gemeldet, mehr als 800 Menschen sind infiziert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich weitaus höher.

Bisher gab es auch noch keine Nachweise des Erregers bei Vögeln im Freien. Dies könne daran liegen, dass es bei Tieren in der Natur nicht so stark auffalle, sagte die FLI-Sprecherin. "Ein totes Zootier wird eher untersucht." Die Übertragung auf den Menschen sei zudem eher unwahrscheinlich: "Erstmal muss ein Tier infiziert sein. Dann muss die Mücke den Erreger aufnehmen und in sich vermehren und dann auf den Menschen übertragen. Das ist eine ziemlich lange Kette."

Auch beim Menschen verläuft die Infektion bei 80 Prozent der Betroffenen ohne Symptome. Der Rest kann grippeähnliche Erscheinungen bekommen wie etwa leichtes Fieber. In Einzelfällen - vor allem bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen - könne allerdings auch ein schwerer Krankheitsverlauf mit hohem Fieber und Gehirnhautentzündung auftreten, teilte das LGL mit. In seltenen Fällen könne die Erkrankung tödlich enden.

Update vom 12.09.2018, 10:30: Einheimische Mücken als mögliche Überträger

Da das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) davon ausgeht, dass auch in Deutschland heimische Mückenarten als Überträger für den gefährlichen West-Nil-Virus infrage kommen, laufen derzeit Untersuchungen mit gefangenen Mücken. Laborexperimente hätten gezeigt, dass etwa die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) den Virus nicht nur in sich tragen könne, sondern auch in der Lage sei, den Erreger zu übertragen, sagte die Leiterin des Referenzlabors für West-Nil-Virus am FLI, Ute Ziegler.

Update vom 11. September 2018, 16:05 Uhr: Zahl der Toten in Europa steigt auf 74

Der West-Nil-Virus ist weiter auf dem Vormarsch: Die Zahl der Toten in Europa ist auf mindestens 74 gestiegen. In der europäischen Union haben sich mindestens 800 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

Woran erkennt man das Virus, welche Symptome treten auf?

Tückisch an dem West-Nil-Virus ist: Die meisten Erkrankten weisen keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Weitere typische Symptome sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Auch Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen sind möglich und treten bei etwa einem Drittel der Betroffenen auf. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC)teilte am Freitag die aktuelle Zahl der am West-Nil-Virus Erkrankten auf seiner Website mit. Demnach starben in Serbien bereits 26 Menschen, 13 in Italien, 12 in Rumänien, einer in Ungarn und einer im Kosovo. In Griechenland sind laut ECDC 18 Menschen gestorben, dies widerspricht jedoch den Angaben des griechischen Gesundheitsministerium, das am Freitag von 21 Toten sprach (siehe unten).

Update vom 10. September 2018, 15 Uhr: Zahl der Toten und Infizierten in Griechenland steigt weiter

Die Zahl der in diesem Jahr am West-Nil-Fieber erkrankten und gestorbenen Menschen steigt weiter. In Griechenland starben nach neuen Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 21 Menschen an den Folgen der Virus-Erkrankung. Knapp 180 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki. Dies teilte ein Sprecher der zuständigen Behörde des Gesundheitsministeriums (Keelpno) im griechischen Rundfunk (ERT) am Freitag mit.

23 Menschen werden demnach derzeit noch in Krankenhäusern behandelt. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Das Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Update vom 30.08.18 (17.30 Uhr): Mit West-Nil-Virus infizierter Vogel in Zoo entdeckt: Stechmücken-Untersuchung in Sachsen-Anhalt

Nach dem Nachweis des gefährlichen West-Nil-Virus bei einem Bartkauz im Zoo von Halle/Saale beginnen Experten dort mit dem Einsammeln von Mücken. Dazu würden Mückenfallen mit Lockstoffen aufgestellt, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems am Donnerstag mit. Zudem würden Wasserflächen nach Eiern und Larven abgesucht, sagte eine Sprecherin des Instituts. Stechmücken gelten als Überträger des Erregers, der erstmals bei einem Vogel in Deutschland nachgewiesen wurde.

Die Mückenfunde aus dem Zoo würden später gekühlt ins Labor transportiert, wo das Erbmaterial der Insekten auf den Erreger untersucht werde. "Untersuchungen von Zoo-Angestellten sind nach unserer Kenntnis aktuell nicht geplant", sagte Klaus Stark vom Robert-Koch-Institut. "Wenn aber klinische Verdachtsfälle auftreten, müssen sie schnell abgeklärt werden."

Update vom 29.08.18 (16.30 Uhr): Erstes Tier in Deutschland mit West-Nil-Virus infiziert

Bisher ist Deutschland vom West-Nil-Virus verschont geblieben. Doch nun wurde erstmals hierzulande ein infizierter Vogel gefunden. Der Erreger des West-Nil-Fiebers wurde bei einem Bartkauz in Halle (Saale) nachgewiesen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems am Mittwoch mitteilte. Südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber vor allem bei älteren Menschen. In Deutschland tritt die Erkrankung nur sehr selten auf, bisher hatten sich alle Betroffenen im Ausland infiziert.

Toter Bartkauz mit Erreger infiziert

Der Bartkauz sei Mitte August tot in seiner Voliere gefunden worden, hieß es vom FLI. Der West-Nil-Virus infiziert hauptsächlich Vögel, von Stechmücken kann es aber auch auf andere Wirte wie Pferde und den Menschen übertragen werden. Wie der Erreger nach Halle gelangte, sollen nun detaillierte Untersuchungen zeigen. Geprüft wird auch, ob Stechmücken in der Umgebung der Virus in sich tragen.

Seit vier Wochen mehr tote Wildvögel in Deutschland

Nach Angaben des Instituts werden seit vier Wochen deutschlandweit vermehrt tote Wildvögel gefunden - meist amUsutu-Virus verendete. Der West-Nil-Virus ist eng verwandt mit diesem Erreger. Wildvogel-Proben, die an das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen am FLI geschickt werden, werden stets auf beide Viren untersucht. Bei Vögeln bleibe eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos, erläuterte das Institut. Eine Reihe von Vogelarten sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne.

Update vom 29.08.18 (12.55 Uhr): Zahl der Toten in Griechenland gestiegen

Die Zahl der in diesem Jahr am West-Nil-Fieber gestorbenen Menschen ist in Griechenland innerhalb einer Woche von fünf auf nun 16 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde Keelpno am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur ANA-MPA mit. Mehr als 130 weitere Infektionen wurden demnach erfasst, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen rund um Athen sowie im Gebiet um die Hafenstadt Thessaloniki.

Die Zahl der Infizierten dürfte weitaus höher liegen: Die meisten Erkrankten weisen keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, wie Ärzte im Staatsrundfunk erklärten. Einwohnern wurde geraten, Verdampfer oder andere Mittel gegen Insekten zu nutzen - der Virus wird hauptsächlich von Mücken übertragen.

Typische Symptome sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Patienten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich. In Deutschland tritt das West-Nil-Fieber nur sehr selten auf, wobei es sich bisher immer um aus dem Ausland eingeschleppte Fälle handelte.

Weitere Länder melden Todesopfer

Viele südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber. In Serbien gebe es inzwischen 21 bestätigte Todesfälle seit Jahresbeginn, teilten die Behörden am Mittwoch mit.

Damit wurden in Griechenland, Italien und Serbien insgesamt rund 400 weitere Infektionen nachgewiesen.

In Italien breitet sich der Erreger bei mehr Patienten auf das Nervensystem aus, wie aus den wöchentlichen ISS-Berichten hervorgeht. Insgesamt verliefen demnach 103 der bisher 255 bestätigten Infektionen schwer. Im gesamten Vorjahr wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge insgesamt nur 55 Infektionen erfasst, 27 mit schwerem Verlauf. Nur ein Mensch starb.

Update vom 24.08.18: Zwei Tote und 68 Erkrankte in Israel

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Freitag meldete, sind nun auch in Israel zwei Menschen am von Mücken übertragenen West-Nil-Fieber gestorben. Die Betroffenen seien 85 und 75 Jahre alt gewesen und hätten beide eine medizinische Vorgeschichte gehabt, bestätigte das Gesundheitsministerium am Freitag. 68 Menschen seien zudem erkrankt, die meisten davon ältere Personen. Nach Medienberichten sind insgesamt 14 der Betroffenen in ernstem Zustand.

Wie die "Times of Israel" schrieb, liegt die Zahl der bisher gemeldeten Erkrankten damit doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Es wurden Mücken mit dem Virus in mehreren Küstengebieten gefunden. August bis Oktober sei die Spitzenzeit für West-Nil-Fieber in Israel.

Reise- und Sicherheitshinweise für betroffene Gebiete beachten

Das Centrum für Reisemedizin (CRM) sowie das Auswärtige Amt (AA) weisen jetzt auch in ihren Reise- und Sicherheitshinweisen auf die Gefahren hin. Betroffen sind zum Beispiel in Griechenland die Region Attika um die Hauptstadt Athen, in Norditalien die Regionen Emilia-Romagna, Venetien, Lombardei und Piemont, außerdem Teile Ungarns und Rumäniens.

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich eine Viruserkrankung, die von Zugvögeln verbreitet und von Mücken auf den Menschen übertragen wird, erklärt das AA. In Italien seien 2018 schon mehr als 120 Fälle mit mehreren Toten gemeldet worden. In Rumänien habe es mehr als 30 Fälle und einen Todesfall gegeben.

11 Tote durch West-Nil-Virus in Griechenland

In Griechenland sind in diesem Jahr bereits elf Menschen am West-Nil-Fieber gestorben. Mindestens 96 weitere Menschen erkrankten, die meisten auf der Halbinsel Peloponnes und in den ländlichen Regionen im Osten Athens. Das teilte die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums, Keelpno, am Donnerstag mit.

Die Zahl der Infizierten könnte noch höher liegen: Die meisten Erkrankten wiesen nämlich keine oder harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf, erklärten Ärzte im Staatsrundfunk. Einwohnern wurde geraten, Verdampfer oder Salben gegen Insekten zu benutzen. Typische Symptome der Viruserkrankung sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Etwa ein Drittel der Erkrankten bekommt einen Hautausschlag an Brust, Rücken und Armen. Seltener sind Hirnhautentzündungen. Im schlimmsten Fall verläuft die Krankheit tödlich. Eine Schutzimpfung gibt es nicht.

28 Todesfälle und mehr als 300 Erkrankte: Das West-Nil-Fieber ist auf dem Vormarsch in Südeuropa. Der Virus ruft schwerwiegende Symptome hervor. Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Gliederschmerzen oder Durchfall sind keine Seltenheit. Durch die Infektion kann es auch zu Hirn- und Hirnhautentzündungen sowie zu Lähmungserscheinungen kommen. Diese können im schlimmsten Fall zum Tod führen. Bei 80 Prozent der Betroffenen bleibt der Virus allerdings unbemerkt.

Reisende, die noch im Jahr 2018 in Regionen Südeuropas Urlaub machen wollen, sollten unbedingt auf guten Mückenschutz achten. Mehr Informationen erhalten Sie im Video (Stand 09.08.18).

Autan Protection Plus

Laut EU-Seuchenschutzbehörde ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) wurden zwischen dem 3. und 16. August 2018 273 Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet. 14 Menschen seien daran gestorben, informiert die Behörde.

Alleine zwischen dem 10. und 16. August 2018 meldeten EU-Mitgliedsstaaten erneut 41 Fälle des West-Nil-Fiebers.

Foto: Andreas Lander/dpa