Forscher haben Wirksamkeit und Verträglichkeit von häufig verschriebenen Antidepressiva getestet. Ihr Ergebnis: Die Mittel wirken besser als bisher manchmal angenommen und helfen tatsächlich nachweisbar mehr als Placebos.

Die Meta-Analyse hat 522 klinische Studien ausgewertet mit Ergebnissen aus 37 Jahren von insgesamt 116.477 Patienten. Dabei wurde die Wirksamkeit der 21 am häufigsten verschriebenen Antidepressiva weltweit verglichen. Publiziert wurde die Studie in der Fachzeitschrift "The Lancet".

Alle 21 Antidepressiva wirken besser als Placebo. Unterschiede gab es bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit. Einige Medikamente wirken besser und werden gleichzeitig seltener wegen unerwünschter Nebenwirkungen abgesetzt. Ziel der Studie war es, Ärzten die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Mittel zu erleichtern.


Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hinein getragen wird. Als "Erschöpfungsdepression" gilt das Leiden, wenn die Depression von anhaltender psychischer Überlastung herrührt. Bei der "endogenen Depression" vermuten die Mediziner eine erbliche Komponente. Auch organische Krankheiten können Depressionen auslösen. Insbesondere können Störungen des Botenstoffwechsels im Gehirn zu Depressionen führen.

Depressive haben anhaltende gedrückte und traurige Stimmungen, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit. Depressionen sind die Hauptursache für Selbstmorde in Deutschland.

Mit Psychopharmaka und Psychotherapie kann den Erkrankten oft geholfen werden. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Nach Abklingen der Symptome muss die Behandlung meist sechs bis zwölf Monate fortgesetzt werden, da ein hohes Rückfallrisiko besteht.