Berlin
Schnupfen und Halsschmerzen

Stiftung Warentest urteilt: Diese bekannten Medikamente sind nutzlos gegen Erkältungen

WICK MediNait, Aspirin Complex, Dolo-Dobendan: Viele rezeptfreie Medikamente erfreuen sich großer Beliebtheit. Zu Unrecht, sagt Stiftung Warentest.

Erkältung, Halsweh, Verstopfung oder Sodbrennen - für alles gibt es rezeptfreie Alternativen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Kunden greifen gern zu bekannten Produkten. Aber viele Arzneien, so die Stiftung Warentest nach einer Auswertung von Studien, sind tatsächlich wenig geeignet - können im schlimmsten Fall sogar schädlich sein.

Verschiedene Arzneimittel wie Aspirin Complex, Grippostad C oder Wick MediNait beispielsweise versprechen einen Rundumschlag gegen Erkältungssymptome. "So ein Gießkannenprinzip ist aber nicht sinnvoll" sagt Dr. Bettina Sauer von der Stiftung Warentest. "Stattdessen sollte man gezielt die Symptome behandeln, die einem wirklich zu schaffen machen, zum Beispiel kurzfristig einen Hustenstiller oder ein Nasenspray nehmen."

Nicht alle Schmerzmittel sind tatsächlich wirksam

Der kratzende Hals braucht keine medizinischen Lutschtabletten, denn befeuchtende (zuckerfreie) Bonbons lindern die Symptome bestens. Und bei Kopfschmerzen muss es keine komplexe Wirkstoffkombi sein wie in Thomapyrin oder Neuralgin, die verschiedene Risiken birgt. Einzelne Schmerzmittel allein wie Ibuprofen oder Parazetamol würden auch hier schnell für Besserung sorgen.

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Laut Stiftung Warentest ist die Kombination aus dem Schmerzmittel Paracetamol und dem anregenden Mittel Phenylephrin, das über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und dabei auch die Nasenschleimhaut abschwellen soll, wenig sinnvoll. 

Gegen Schmerzen und Fieber reiche Parazetamol allein. Bei Schnupfen sei die kurzzeitige Anwendung von örtlich wirkenden abschwellenden Nasensprays oder -tropfen verträglicher.

Grippostad C Kapseln

Grippostad C Kapseln sind aus Paracetamol, Chlorphenamin, Coffein und Vitamin C zusammengesetzt. Die Kombination aus Schmerzmittel und einem müde machenden Antihistaminikum ist nicht sinnvoll. Auch hier seien ein einzelnes Schmerzmittel wie Parazetamol und ein Nasenspray sinnvoller.

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Statt Kombi-Mitteln, die mit einem Wirkstoff-Cocktail gegen alle Erkältungssymptome vorgehen, empfiehlt Stiftung Warentest, die einzelnen Erkältungssymptome wie Schmerzen, Husten, Schnupfen getrennt zu behandeln.

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Auch bei Aspirin Complex stört Stiftung Warentest die Kombination aus zwei Wirkstoffen: Die Zusammensetzung aus Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin ist nicht wirklich sinnvoll. Acetylsalicylsäure sei gegen Schmerzen und Fieber allein ausreichend. Bei Schnupfen ist die kurzzeitige Anwendung von abschwellenden Nasensprays verträglicher. 

Dolo-Dobendan Lutschtabletten

"Antiseptika wie Cetylpyridiniumchlorid sind gegen Viren nur lückenhaft oder gar nicht wirksam", urteilt Stiftung Warentest. Und weiter: "Bakterien in tieferen Schleimhautschichten werden nicht erreicht. Das örtlich betäubende und daher schmerzstillende Benzokain kann leicht Allergien hervorrufen." Grundsätzliche helfe es bei Halsschmerzen, viele zuckerfreie Bonbons zu lutschen.

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Laut Stiftung Warentest ist die Wirksamkeit des enthaltenen Schmerzmittels nicht ausreichend belegt. Außerdem könne das Mittel die Mundschleimhaut schädigen. Auch hier gilt: Einfache Lutschbonbons und ein Schmerzmittel sind die bessere Alternative.

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Dorithricin Lutschtabletten, Lemocin Lutschtabletten und neo-angin Halstabletten/Halsspray

Allen drei Produkten wirft Stiftung Warentest eine nicht sinnvolle Kombination von Wirkstoffen vor. Gegen Viren-Erkrankungen seien alle drei nicht oder nur eingeschränkt wirksam, Bakterien in tieferen Gewebeschichten würden nicht erreicht. Robert Wagner/Stiftung Warentest

 

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