Schwimmen gilt als besonders gesunde Sportart: Dadurch, dass das Wasser die Schwerkraft teilweise aufhebt, belastet es die Gelenke nicht so sehr wie etwa Joggen oder Tennisspielen. Viele Menschen machen aber den Fehler und wenden eine falsche Schwimmtechnik an und schaden ihrem Körper dadurch doch.
Beim Brustschwimmen sehe man die Leute häufig in einer sehr steilen Position schwimmen, sagt Andreas Bieder, Schwimmexperte der Deutschen Sporthochschule. Das heißt: Wie bei einer Ente bleibt der Kopf immer über Wasser und das Gesäß wird Richtung Wasseroberfläche gezogen.
Das habe aber zur Folge, dass der Nacken gebeugt ist und die Rückseite der Halswirbelsäule stark zusammengepresst wird, was wiederum die Halswirbelsäule belastet, erklärt Bieder. Das könne zu Verspannungen führen. Die Halswirbelsäule sei bei vielen Menschen durch die Arbeit im Büro und am Schreibtisch sowieso belastet. Da sei es nicht unbedingt gut, wenn sie auch noch beim Schwimmen überanstrengt wird.
Besser ist es daher, beim Brustschwimmen den Kopf immer wieder unter Wasser zu nehmen. "Man atmet über Wasser ein und atmet unter Wasser aus", erklärt Bieder. Der Vorteil ist, dass die Wirbelsäule beim Einatmen zwar gebeugt ist, beim Ausatmen aber gestreckt wird.
Das entlastet. Trotzdem scheuen sich viele, so zu schwimmen. Sie hätten Angst, ihren Kopf unter Wasser zu nehmen, sagt Beate Ludewig, Trainerin vom Deutschen Schwimmverband. Zum einen, weil sie seit Jahren mit dem Kopf über Wasser schwimmen. Zum anderen, weil es ein Instinkt des Menschen ist, nicht unter Wasser zu gehen. Doch daran könne man sich gewöhnen. Zum Beispiel in speziellen Kursen für Erwachsene, die mittlerweile in vielen Städten in Schwimmbädern angeboten werden. Die Nachfrage sei riesig.
Wer mag, kann es selber probieren. Man könne zum Beispiel zu Hause in der Badewanne üben und das Gesicht erst kurze Zeit, dann länger unter Wasser halten. Oder es gleich im Schwimmbad testen.
Man sollte am Beckenrand üben und sich an das Gefühl gewöhnen, dass der Kopf unter Wasser geht, rät Ludewig. Erst wenn man sich sicherer fühlt, unter Wasser auszuatmen, sollte man das Schwimmen mit dem Auf und Ab des Kopfes üben. "Man muss sich Zeit lassen und es schrittweise üben."
Erfahrungsgemäß dauere es etwa zehn Stunden, bis jemand so weit sei. Und wenn jemand 20 Stunden benötigt, sei das auch egal, findet die Expertin. Auf jeden Fall dürfe man sich nicht schämen, wenn man Angst hat. dpa-mag