• Sex im Alter: Früher ein Tabuthema?
  • Was ist Silver Sex?
  • Wie verändert sich der Sex mit zunehmendem Alter?
  • Wie wichtig ist er für die Gesundheit?
  • Gibt es ab einem bestimmten Alter noch Sex?

Jeder wird einmal alt. Und mit dem Alter ändern sich viele Dinge, auch die Sexualität. Doch wie verändert sie sich? Findet sie überhaupt noch statt? Und was kann man tun, um die Leidenschaft nicht zu verlieren?

Älter werden – was verändert sich?

Es ist unabwendbar: das Altern. Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper, manches ist deutlich sichtbar, anderes hingegen nicht. Die Haare werden grau, auf der Haut sieht man mehr Falten oder die sogenannten Altersflecken. Da der Körper mit zunehmendem Alter weniger Wasser speichern kann, schrumpfen die Bandscheiben, man wird kleiner. Das Gedächtnis kann nachlassen, die Augen werden schlechter, das Hörvermögen nimmt ab. Warum ist das so? Im Körper sind unterschiedliche Gewebearten vorhanden, manche davon bestehen aus Zellen, die ständig erneuert werden müssen, wie beispielsweise die Haut. Im Alter können sich die Zellen nicht mehr so häufig teilen, die Haut erneuert sich langsamer. Auch die inneren Organe sind betroffen, sie schrumpfen mit der Zeit. Mit gesunder Ernährung und Bewegung lässt sich dieser Prozess in gewissen Grenzen verlangsamen, aber nie stoppen. 

All diese Prozesse bewirken, dass man nicht mehr so leistungsfähig ist. Man läuft langsamer, die Motorik lässt nach. Doch was bedeutet all das für das Liebesleben? Gibt es da eine unsichtbare Grenze, ab der es nicht mehr stattfindet? Oder wie verändert es sich? Die gute Nachricht: Beim Sex gibt es kein Verfallsdatum. Und er ist auch nicht schädlich, im Gegenteil. Studien belegen, dass Sex im Alter vor kardiovaskulären Krankheiten schützen kann. Zwar lässt die Häufigkeit im Alter nach, doch auch jenseits der 60 wird die Sexualität immer noch gelebt. Laut einer Studie mehrere Berliner Forschungseinrichtungen sind 60 bis 80-Jährige im Durchschnitt weniger sexuell aktiv als der Durchschnitt der 20 bis 30-Jährigen. Dr. Ruth K. Westheimer, die wohl bekannteste Sexualtherapeutin der Welt, prägte dazu den Begriff "Silver Sex". 

Doch wie verändert sich das Sexualleben? Laut der erwähnten Studie gibt es keinen Beweis, dass die Lust ab einem bestimmten Alter rapide nachlässt. Ein Drittel der befragten Studienteilnehmer zwischen 60 und 80 gab sogar an, sexuell aktiver zu sein als die Kontrollgruppe der jungen Vergleichsgruppe. Wobei jüngere Menschen oft davon ausgehen, dass Sex im Alter schlicht und ergreifend nicht mehr stattfindet. Doch die Zahlen sagen etwas anderes: Jeder dritte Mann zwischen 70 und 79 gibt an, sexuell noch aktiv zu sein. Erst ab 80 sind es nur noch etwa 10 Prozent, bei den Frauen ist es noch fast jede Fünfte. Doch sagen diese Zahlen nichts über ein möglicherweise fehlendes Verlangen aus. Oft ist es so, dass eben ab einem gewissen Alter ein gesunder Sexualpartner fehlt. Eigene Erkrankungen oder der Tod des Partners sind oft die Gründe für das Fehlen von Sex, auch wenn der Wunsch nach sexueller Befriedigung noch besteht. 

Sex im Alter: Was ändert sich?

Lange Zeit war Sex im Alter ein Tabuthema, und das aus mancherlei Gründen. Viele aus der Generation der heutigen Senioren haben noch Hemmungen, die aus ihrer Jugendzeit stammen. Mangelhafte Aufklärung, aber auch Klischees durch moralische oder religiöse Erziehung spielen hier eine Rolle. Doch auch überholte traditionelle Geschlechterrollen machen es vor allem Frauen schwer, ihre eigenen Bedürfnisse und Erwartungen zu kommunizieren oder auszuleben. 

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Aber wie ändert sich die Sexualität? Da ist als Erstes die körperliche Komponente zu betrachten. Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel, damit auch die Libido, sprich das körperliche Verlangen. Dazu kommen Schlafstörungen oder auch Stimmungsschwankungen. Bei Frauen sinkt in den Wechseljahren der Östrogenspiegel, die Vaginalschleimhaut wird weniger durchblutet und dadurch trockener. Auch Erkrankungen oder Operationen beeinflussen das Verlangen, ebenso wie psychische Veränderungen. Durch die Eigenwahrnehmung des Körpers kann es vorkommen, dass man sich selber nicht mehr attraktiv findet und dadurch Hemmschwellen entstehen. Hier ist es wichtig, offen damit umzugehen und den Partner, die Partnerin einzubeziehen. 

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Wenn man die Veränderungen, die zwangsläufig geschehen, akzeptiert, kann man auch im Alter noch Lust und Befriedigung erleben. Hier steht nicht so sehr die Aktivität, sprich ausgefallene Stellungen, im Vordergrund. Vielmehr ist es häufig so, dass die körperliche Nähe und damit verbundene Streicheleinheiten wichtiger sind. Psychologen raten, sich von dem Leistungsdenken, welches oft in jungen Jahren mit dem Sex gekoppelt ist, zu verabschieden. Kuscheln, streicheln, erotische Berührungen sollten im Vordergrund stehen. Und auch entsprechende Hilfsmittel können dabei durchaus mit einbezogen werden. Vor allem sollte man das Thema Sexualität im Alter enttabuisieren, auch und vor allem im Gespräch mit Ärzten oder in Pflegeeinrichtungen. Gerade bei Letzterem sollte Raum für Intimität geschaffen und akzeptiert werden, dass Sex mit dem Alter nicht endet. 

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