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Schlafstörungen

Melatonin bei Schlafstörungen: Wann ist die Einnahme des Schlafhormons sinnvoll?

Das Schlafhormon Melatonin kann bei bestimmten Schlafstörungen Abhilfe schaffen. Als Nahrungsergänzungsmittel ist es frei verkäuflich und die Einnahme nahezu unbedenklich. Was das Schlafhormon kann und wem es helfen kann, erfahren Sie im Artikel.
Das Schlafhormon Melatonin kann für maximal drei Monate unbedenklich eingenommen werden. Symbolfoto: Kinga Cichewicz/unsplash.com
  • Viele Menschen sind von Schlafproblemen betroffen
  • Das Schlafhormon Melatonin kann diese Probleme beseitigen
  • Erfahren Sie, was Sie bei der Einnahme beachten sollten

Immer mehr Menschen leiden an Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten. Das kann viele Ursachen haben: Der Alltag ist stressig, vor dem Einschlafen wird noch am Handy gedaddelt oder man liegt im Bett und grübelt über Gott und die Welt nach - und das sind nur ein paar Beispiele. Probleme beim Schlafen können aber auch biologische Ursachen haben. In diesem Falle verspricht ein bestimmtes Hormon Abhilfe zu schaffen: Melatonin. Melatonin ist laut eines Artikels des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eines der Hormone, die den Tag-Nacht-Rhytmus steuern. Es wird aus dem Nervenbotenstoff Serotonin gebildet und vom Körper in der Zirbeldrüse gebildet.

Schlafhormon als Medikament nur für Menschen über 55 Jahren geeignet

Dem Portal gelbe Liste zufolge wird Melatonin als Medikament (Circardin) für eine kurzzeitige Behandlung von Schlafstörungen, wie Insomnie bei Patienten über 55 Jahren verschrieben. Im Alter nimmt nämlich die körpereigene Produktion des Zirbeldrüsen-Hormons ab. Die täglich empfohlene Melatonin-Dosis sollte zwei Milligramm nicht überschreiten.

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Die positive Wirkung des Hormons auf den menschlichen Schlaf löste einen Hype aus, sodass Melatonin als frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel immer beliebter wurde. Im Internet und in Drogerien kann man das Präparat in Form von Kapseln, Pillen, Sprays und Tees erhalten. Aufgenommen wird das Hormon je nach Einnahmeform über das Blut oder die Schleimhäute.

Jegliche Produkte, die Melatonin enthalten versprechen einen erholsameren Schlaf und ein schnelleres Einschlafen -  zumindest wenn die Ursache in einem Mangel des Hormons liegt, berichtet der ndr. Das ist die schlechte Nachricht für all diejenigen, die glauben ihre Schlafprobleme loszuwerden, die nicht mit einem körpereigenen Mangel zu begründen sind. Für alle, deren Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten auf verstärktes Grübeln im Bett, Bildschirmlicht vor dem zu Bett gehen oder Stress zurückzuführen sind, wird Melatonin keine Wirkung zeigen.

Melatonin-Spiegel-Messung: Möglich aber nicht nötig

Woher weiß ich denn eigentlich, woher die Ursache meiner Schlafstörung rührt? Der Melatonin-Spiegel im menschlichen Körper ist natürlich erfassbar, jedoch wäre das die umständlichere Lösung um herauszufinden, ob ein Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin Ihre Probleme beseitigen kann. Die Messung ist so aufwendig, dass keine Krankenkasse die Kosten decken würde.

"Probieren geht über Studieren" ist die Devise. Bevor Sie viel Geld für eine Melatonin-Spiegel-Messung ausgeben, ist es viel unkomplizierter, sich einfach mal ein Präparat zu kaufen und es auszuprobieren. Die Einnahme sollte optimalerweise zwei Stunden vor dem Zubettgehen erfolgen. Experten geben allerdings zu bedenken, dass Melatonin nie über einen längeren Zeitraum als drei Monate zugeführt werden sollte. 

Bei welchen Störungen hilft das Hormon denn nun eigentlich? Wer mit Problemen beim Einschlafen kämpft, dem kann Melatonin helfen. Aber was ist bei Durchschlafschwierigkeiten? Weil die Nahrungsergänzungsmittel als solche und nicht als Arzneimittel verkauft werden, sind keine medizinischen Studien zu deren Wirksamkeit erforderlich. Experten nehmen aber an, dass Melatonin-Präparate bei Durchschlafstörungen nicht helfen. Die frei verkäuflichen Produkte wirken nur über einen kurzen Zeitraum, etwa eine Stunde. Das ist eine zu kurze Zeitspanne, um den gesamten Nachtschlaf abzudecken.

Schlafhormon Melatonin: Diese Nebenwirkungen möglich

Wie bei den meisten Wirkstoffen können auch bei der Einnahme des Schlafhormons Nebenwirkungen auftreten. Zu den möglichen Nebenwirkungen von Melatonin zählen Kopfschmerzen, sowie leichtes Fieber, Unwohlsein und Übelkeit. Studien über Langzeitfolgen gibt es bisher keine. Nach Beobachtungen von Anwendern des Arzneimittels kann eine zu lange Einnahme aber zu Alpträumen, verstärkter Nervosität und Reizbarkeit führen. Auch Wechselwirkungen mit Anti-Rheuma-Mitteln und Blutdrucksenkern können auftreten. Bei einer langfristigen Einnahme befürchten Mediziner, dass Melatonin Leber und Nieren schädigen könnte.

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Dies gilt allerdings weniger für die frei verkäuflichen Präparate. Einerseits ist eine Überdosierung mit den Nahrungsergänzungsmitteln eher unwahrscheinlich, da der Körper das Hormon sehr schnell abbauen kann. Trotzdem ist eine Überdosierung möglich, die zu den oben genannten Nebenwirkungen führen kann. Beispielsweise, wenn über die Nacht verteilt mehrmals Melatonin eingenommen wird.

Fazit: Die Einnahme von Melatonin in Form eines Nahrungsergänzungsmittels kann sich positiv auf den Schlaf auswirken, sofern damit ein Mangel ausgeglichen wird. Auch dann, kann es eher beim Einschlafen helfen, als beim Durchschlafen, da der Körper den Wirkstoff zu schnell wieder abbauen kann. Meistens weiß man nicht, woher die eigenen Schlafprobleme rühren, daher ist es empfehlenswert einen Selbsttest zu starten und über maximal drei Monate Melatonin zu sich zu nehmen. Wenn es hilft - sehr gut und wenn nicht, dann hat man dem Körper auch nicht geschadet.

Selbstdiagnostik ist nicht empfehlenswert: Bei starken Beschwerden sollten Sie einen Arzt konsultieren

Bei schwerwiegenderen Schlafstörungen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und dem Problem auf den Grund gehen. Eine Eigenbehandlung mit Melatonin-Präparaten wäre in diesem Fall der falsche Weg.

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