Ist Aspirin wirklich förderlich oder wohl eher schädlich? Acetylsalicylsäure wird seit Jahren als Mittel zum Hemmung von Entzündungen, Stillung von Schmerzen und Senkung von Fieber empfohlen. Gemeint ist: Aspirin. Ob als Tablette (mit Wasser), als Brausetablette, als Kautablette, als Tablette mit magensaftresistentem Überzug, als Injektionslösung oder in Zäpfchenform - Aspirin wird als Schmerzmittel und Blutverdünner verwendet.

Trotz Bekanntheit und Verbreitung des Wirkstoffs, existieren Zweifel rund um Aspirin. Bereits im Herbst 2018 warnten Forscher vor regelmäßigem Aspirin-Konsum. Nun erneuern Wissenschaftler ihre Sorge und begründen dies in einer neuen Studie.

Aspirin: Vorsicht bei täglicher Einnahme

Wer täglich Aspirin konsumiert, erhöht das Risiko Herzinfarkte zu erleiden. Durch die Einnahme kann es zu gefährlichen innerlichen Blutungen kommen. Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler des "King's College" im britischen London. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachblatt "Journal of the American Medical Association (JAMA)".

Die Ergebnisse der Mediziner alarmieren. Denn: Aspirin wird insbesondere Menschen mit diagnostizierter Herzerkrankungen verabreicht, um Schlaganfälle und Herzinfarkte zu verhindern. Die Wissenschaftler vom "King's College" warnen nun davor, Aspirin als präventiven Medikament einzusetzen.

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Demnach steige das Risiko an inneren Blutungen um 42 Prozent. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt um elf Prozent. Grundlage der Untersuchungen waren die Daten von 160.000 Probanden aus insgesamt 13 klinischen Testreihen. "Diese Studie zeigt , dass es nur unzureichende Beweise gibt, um den routinemäßigen Gebrauch von Aspirin bei der Prävention von Herzinfarkten, Schlaganfällen und kardiovaskulären Todesfällen bei Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu empfehlen", so der an der Studie beteiligte Mediziner Sean Zheng.

Sollte überhaupt Aspirin genommen werden?

In Absprache mit einem Arzt kann Aspirin als Schmerzmittel sinnvoll eingesetzt werden. Falls Patienten erst kürzlich einen Herzinfarkt hatten, ist davon abzuraten, ASS regelmäßig zu konsumieren. Bei Personen, deren Zustand als gesund einzustufen ist, überwiegt die Blutungsgefahr gegenüber den Vorteilen an Schmerzlinderung.

Aspirin ist freiverkäuflich - eine umstrittene Tatsache: Im Interview mit Focus Online äußerte sich Schmerzmediziner Sven Gottschling zur Debatte: "Vorsichtig geschätzt sterben bei uns jedes Jahr rund 4000 Menschen durch innere Blutungen infolge von Schmerzmittelgebrauch. Das sind mehr Todesopfer als durch Verkehrsunfälle. " Der Mediziner plädiert dafür, dass das Standard-Schmerzmittel nicht frei verkäuflich sein dürfte.

Was ist ihre Meinung: Sollte Aspirin frei verkäuflich sein oder nicht?

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tu