• Was passiert bei einer Nussallergie?
  • Wie sollen Erdnüsse vor einer Nussallergie schützen?
  • Wie kann eine Therapie aussehen?

Für viele sind Nüsse ein guter Snack und ein wertvolles Lebensmittel mit gesunden Fetten. Für Allergiker wiederum sind sie ein erhebliches Risiko. Inzwischen leiden immer mehr Kinder unter einer Nussallergie und das nicht nur in Deutschland. In den west­lichen Ländern steigt die Zahl der Betroffenen immer weiter an. Mittlerweile sind etwa 1,4 bis 3 Prozent der Kinder betroffen.

Je nach Grad und Schwere der Allergie kann es durch den Verzehr von Nüssen zu Juckreiz, Erbrechen, Kreislaufzusammenbruch bis hin zu Atemnot und Erstickung kommen. Bei einigen Allergikern reicht bereits eine winzige Menge an Nüssen aus, um die Symptome hervorzurufen.

Daher entwickeln viele Kinder bereits in jungen Jahren erhebliche Ängste beim Essen von diversen Lebensmitteln. Denn oftmals ist es gar nicht so leicht zu erkennen, wo überall Nüsse verarbeitet wurden. Manchmal kommen Nüsse bereits in winzigen Mengen als "Verunreinigung" vor, wenn die Hersteller unterschiedliche Produkte verarbeiten. Durch diesen sogenannten "cross contact" können Lebensmittel mit kleinen Nusspartikeln und Resten verunreinigt sein. Das macht vielen Eltern zu schaffen.

Wie sollen Erdnüsse vor einer Nussallergie schützen?

Häufig haben Kinder, deren Eltern Allergiker sind, ebenfalls Allergien. Oftmals wird daher von Allergologen geraten, Babys und Kleinkinder von allergieauslösenden Lebensmitteln wie Nüssen fernzuhalten. Inzwischen haben allerdings mehrere Studien gezeigt, dass gerade bei Kindern der Konsum von Nüssen die Allergie abschwächen kann.

Beispielsweise verdeutlich die britische Studie LEAP (Learning Early about Peanut Allergy), dass das Vorenthalten von allergieauslösenden Produkten sogar das Entstehen einer Allergie fördern kann. Eine weitere Studie, die sowohl in Europa, als auch in Nordamerika mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt wurde, zielt auf die Entwicklung einer möglichen Immuntherapie ab.

In den USA gibt es ebenfalls enorm viele Kinder, die unter einer Nussallergie leiden. Insbesondere Erdnüsse fallen unter die "schlimmsten" Allergieauslöser. Eine Langzeitstudie mit 146 Kindern zeigte jedoch, dass bei einer täglichen Verabreichung von Erdnussprotein die Kinder nach sechs Monaten keine Symptome mehr zeigten.

Wie kann eine Therapie aussehen?

Mithilfe spezieller Medikamente in Pulverform und Erdnusprotein kann eine Therapie vermutlich helfen, die Reaktionsschwelle für Erdnüsse angehoben werden. So zeigen sich erst nach höheren Mengen an Nüssen Symptome oder sogar gar keine. Bis jetzt handelt es sich jedoch nur um streng überwachte Klinikstudien, die allerdings gute Erfolge mit den Therapien erzielten. Die Studie in Europa und Nordamerika belegte, dass 67 Prozent der teilnehmenden Kinder, die täglich das Medikament erhalten hatten, Erdnussprotein im Gegenwert von zwei Erdnüssen verzehren konnten, ohne Schaden zu nehmen.

Natürlich hören sich für Nichtallergiker zwei Nüsse nicht wirklich viel an, aber für Allergiker ist dies bereits ein voller Erfolg. So können leicht verunreinigte Lebensmittel kaum noch eine Gefahr darstellen und die Angst vor einer starken allergischen Reaktion sinkt.

Definitiv ist dies noch nicht das Ende der Forschung und vielleicht wird sich die Behandlung von Lebensmittelalergien im Allgemeinen noch weiterentwickeln. So müssen Kinder mit Nussallergie vielleicht bald keinen Bogen mehr um Erdnussbutter machen.

Zum Weiterlesen: Wie reagierst du bei einem anaphlaktischen Schock richtig?