Berlin
Norwegische Hundekrankheit

Tödliche Hundekrankheit aus Norwegen in Deutschland angekommen - was Hundehalter jetzt wissen sollten

Seit August treten in Norwegen immer mehr Fälle einer mysteriösen Hundekrankheit auf - viele enden tödlich. Nun sind auch erste Fälle in Deutschland bekannt.
Eine mysteriöse Krankheit tötete in Norwegen bereits mehr als ein Dutzend Hunde. Symbolfoto: Robert Günther/dpa

Natürlich wollen wir nichts mehr, als dass es unseren Haustieren gut geht. Die Gesundheit unserer Hunde könnte nun jedoch beeinträchtigt werden: Seit August befällt eine mysteriöse Krankheit immer mehr Hunde in Norwegen. Bislang konnte noch nicht exakt geklärt werden, um welche Krankheit es sich handelt, wie sich die Tiere angesteckt haben oder was sie auslöst.

Erste Fälle der Hundekrankheit in Deutschland: Wie kann man seinen Hund schützen?

Im September wurden nun auch erste Fälle der Erkrankung in Deutschland bekannt. Nach welchen Symptomen Sie die Augen aufhalten müssen und was Sie tun können, um Ihr Tier zu schützen, haben wir für Sie zusammen gefasst.

Tod innerhalb von 24 Stunden: Was sind die Symptome?

Im August wiesen in Norwegen über 100 betroffene Tiere dieselben Symptome auf. Innerhalb weniger Stunden wurden sonst aktive Hunde sehr schlapp und energielos. Das Ganze wurde begleitet von Erbrechen und blutigem Durchfall. Manche Tiere verendeten nicht einmal 24 Stunden nach Ausbruch an der Krankheit.

Es konnte noch nicht genau herausgefunden werden, um welche Krankheit es sich handelt. Eine Infektion mit Campylobacter oder Salmonellenkonnte ausgeschlossen werden und es steht weiterhin fest, dass die Tiere nicht böswillig vergiftet wurden.

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Hundehalter aufgepasst: Erste Fälle in Deutschland bekannt geworden

Im September, also einen Monat nach Ausbruch in Norwegen, wurden auch die ersten Fälle in Deutschland bekannt. Es wurde ein verstorbener Hund in Schleswig-Holstein gemeldet, bei dem einer der möglichen Erreger der Hundekrankheit nachgewiesen werden konnte.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden drei ähnliche Fälle verstorbener Hunde dokumentiert, wie FOCUS Online berichtet. Es wird jedoch davor gewarnt, in Panik zu geraten: Die entdeckten Erreger waren zwar identisch mit den gefundenen aus Norwegen, die Krankheit ist jedoch so unspezifisch, weswegen es keine konkreten Anhaltspunkte dafür gibt, dass die Hunde an der selben Krankheit wie die norwegischen Hunde verendet sind.

Herkunft der Hundekrankheit immer noch unbekannt

Nach mehrfachen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass alle betroffenen Tiere an einer stark blutenden Darmentzündung litten. Die Liste der möglichen Erreger ist lang: Viren, Pilze, Bakterien, Parasiten, Algen, schlechte Wasserqualität oder sogar die Temperaturen könnten Schuld sein.

Es konnte auch keine bestimmte Rasse der betroffenen Tiere herauskristallisiert werden. Hundehalter aller Rassen müssen daher vorsichtig sein. Die Untersuchungen konnten zwar kein konkretes Ergebnis liefern, es wurden jedoch trotzdem zwei Bakterienarten nachgewiesen, die bei den meisten betroffenen Tieren anzufinden war.

Es handelte sich hier um die Bakterienarten Providencia alcalifaciens und Clostridium perfringens. Letztere der beiden scheint im Zusammenhang mit Darmerkrankungen bekannt zu sein, während erstere eher unbekannt ist.

Vor allem bereits geschwächte Tiere in Gefahr

Es konnte festgestellt werden, dass primär bereits geschwächte Tiere die extremen Symptome aufwiesen. Scheinbar müssen mehrere Faktoren zusammen kommen, um die Krankheit ausbrechen zu lassen. Betroffenen Hunde litten in den meisten Fällen unter Stress, einer Schwäche des Immunsystems oder bereits existierenden Krankheiten.

Die Erreger konnten auch bei gesunden Tieren nachgewiesen werden, hier wurden jedoch keine Symptome der Krankheit gezeigt. Durch diese Beobachtungen vermuten die Norwegischen Behörden, dass die Krankheit für gesunde Tiere eher schlecht übertragbar ist.

Das können Sie tun, um Ihren Vierbeiner zu schützen:

Da die tatsächliche Ursache der Erkrankung noch nicht bekannt ist, gibt es für Hundehalter leider keine präzisen Anweisungen, um die Krankheit zu vermeiden. Sowohl deutsche als auch norwegische Veterinärämter empfehlen jedoch:

Vermeiden Sie so gut es geht, dass Ihr Hund Kontakt mit anderen Hunden hat, wenn das Tier allgemein schon geschwächt ist!

Denken Sie daran, Ihren Hund beim Auslauf möglichst angeleint zu lassen, um Rumstreunern und unerwünschten Kontakt mit anderen Hunden zu vermeiden!

Sollte Ihr Tier eines der genannten Symptome (plötzliche Schlappheit, Erbrechen, blutiger Durchfall) aufweisen, dann gehen Sie sofort zum Tierarzt. Ein schnelles Handeln kann hier über Leben und Tod entscheiden.