• Nächtliches Schwitzen - mögliche Ursachen
  • Fakten rund um das Schwitzen
  • Schwitzen als Anzeichen für Erkrankungen
  • Tipps gegen nächtliches Schwitzen
  • Fazit

Dass wir schwitzen, ist grundsätzlich vollkommen normal: Es ist eine Reaktion unseres Körpers, um unsere Körpertemperatur permanent auf etwa 37 Grad zu halten. Beeinträchtigt nächtliches Schwitzen jedoch deinen Schlaf, können verschiedene Gründe dahinter stecken.

Normales bis übermäßiges Schwitzen

Schwitzen ist eine Funktion des Körpers, die für uns Menschen lebenswichtig ist. Die Oberärztin Dr. Parnian Firouzi-Memarpuri von der Uniklinik Düsseldorf fasst zusammen: "Schwitzen trägt zur Regulation des Wärmehaushalts im Körper bei. Unser Schweiß übernimmt somit die Aufgabe einer körpereigenen Klimaanlage, indem er uns bei zu hoher Temperatur auf die optimale herunterkühlt." Doch nicht nur zur Temperaturregulierung ist Schwitzen hilfreich: Der Körper sondert über den Schweiß Abbauprodukte von Medikamenten, Alkohol oder Giften ab. Besonders viele Schweißdrüsen befinden sich an den Ellenbeugen, der Stirn, den Handtellern und den Fußsohlen.

Im Normalfall schwitzen wir laut der AOK rund 0,5 Liter an einem Tag. Ausnahmen gelten natürlich dann, wenn wir anstrengenden Sport betreiben, körperlich aktiv sind oder die Außentemperaturen sehr hoch sind. In solchen Fällen kann die Schweißmenge pro Stunde sogar bis zu zwei Liter betragen. In Deutschland leiden nach dem Deutschen Hyperhidrosezentrum jedoch rund eine Million Menschen an einer sogenannten Hyperhidrose. Dies bedeutet, dass das Schwitzen auch unter normalen Umständen übermäßig stattfindet. Ebenso gibt es eine nächtliche Hyperhidrose, die übermäßiges Schwitzen in der Nacht verursacht.

Schwitzt du sehr stark, auf einer Seite mehr, besonders nachts oder ist das Schwitzen kombiniert mit einem Gewichtsverlust und Fieber, solltest du nicht zögern, ärztlichen Rat zu suchen. Ungewöhnliche starke Schweißabsonderung kann ein Zeichen für vielfältige Erkrankungen wie neurologische oder Stoffwechselprobleme, Infektionen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder einen Tumor darstellen. Was wirklich dahinter steckt, muss immer am individuellen Fall abgeklärt werden.

Schwitzen in der Nacht: Gründe und Vorbeugung

Raubt dir der Schweiß nachts den Schlaf, kann dies verschiedene Gründe haben. Wie bereits erwähnt kann es einerseits ein Hinweis auf eine nächtliche Hyperhidrose sein, andererseits ein Anzeichen auf eine Erkrankung. Zudem können verschiedene externe Ursachen den Nachtschweiß begünstigen. In diesem Fall kannst du die Auslöser für den Schweiß häufig schon durch einfache Verhaltensänderungen vermeiden.

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Einerseits solltest du über den Tag unbedingt darauf achten, genügend zu trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene rund 1,5 Liter pro Tag. Vor dem Zubettgehen solltest du es vermeiden, intensiven Sport zu betreiben, fettige oder scharfe Speisen sowie Kaffee zu dir zu nehmen. Auf Alkohol oder Nikotin solltest du am Abend verzichten oder diese Substanzen allgemein nur mäßig konsumieren. Alles Genannte regt deinen Stoffwechsel an und kann eine Schweißproduktion begünstigen. Ähnlich ist es beim Duschen: Duschst du kalt, heizt du deinen Stoffwechsel zusätzlich an. Ideal ist eine lauwarme Duscheinheit. Gründe für das Schwitzen könnten auch eine zu hohe Zimmertemperatur, eine zu dicke Bettwäsche oder eng anliegende Kleidung sein. Achte also darauf, dass die Zimmertemperatur um die 18 Grad beträgt, du im Sommer beispielsweise zu einer dünnen Sommerdecke wechselst und lockere Schlafkleidung aus natürlichem Material trägst. Aber auch deine Psyche kann der Auslöser für den nächtlichen Schweiß sein. Bist du sehr nervös, innerlich unruhig, gestresst, ängstlich oder seelisch erschöpft, kann auch hierdurch vermehrtes Schwitzen ausgelöst werden. Zur Vorbeugung solltest du versuchen, dir am Tag regelmäßig Pausen zu nehmen. Yoga- oder Meditationseinheiten am Abend können beim Abschalten helfen. Liegen die Stressproblematiken tiefer, solltest du nicht zögern, dir professionelle Hilfe zu suchen.

Die IKK gibt einige Ernährungs-Tipps, die gegen Nachtschweiß helfen können. So kann Salbei dir dabei helfen, die Schweißbildung zu hemmen. Die Wirkung kann vermutlich durch die enthaltenen Gerbstoffe begründet werden. Darüber hinaus kann Pfefferminze erfrischend und kühlend wirken. Entspannend wirken und für weniger Schweiß sorgen können auch Zimt und Ingwer sowie naturbelassene Milchprodukte wie Buttermilch, Joghurt oder Kefir. Um den Stoffwechsel abends nicht zu stark anzukurbeln, empfiehlt sich frisches und leichtes Gemüse wie Gurken, Tomaten oder Salat.

Fazit: Ursachen im Zweifelsfall abklären lassen

Schwitzen an sich ist erst einmal gesund und eine natürliche Reaktion unseres Körpers. Nimmt das Schwitzen jedoch ein ungewöhnliches Ausmaß an und plagt dich nachts, können verschiedene Gründe dahinter stecken. Helfen kleine Veränderungen der Lebensgewohnheiten dir nicht oder hält der Nachtschweiß bereits länger als drei bis vier Wochen an, solltest du nicht zögern, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und die individuelle Ursache abzuklären.

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