In Deutschland sagt man etwa, kalter Kaffee macht schön. Jedes Land hat solche Schönheitsrezepte. Hier ein kleiner Überblick:

Schweden und Norwegen: Dass es der Haut gut tut, wenn man viel Wasser trinkt, weiß man mittlerweile in der ganzen Welt. Aber in Schweden und Norwegen haben die Frauen noch eine andere Verwendung für das Nass - vor allem für Mineralwasser mit Kohlensäure. Es gilt dort als schneller Muntermacher bei müder Haut und geschwollenen Augen. "Feuchte Umschläge werden auch in der klassischen Dermatologie verwendet, um beispielsweise entzündliche Schwellungen zu mildern", erklärt die Düsseldorfer Dermatologin Anna Mokosch.

"Wasser verfügt über eine kühlende und abschwellende Wirkung."

Italien: Viele Frauen nutzen kaltgepresstes Olivenöl dort, wo eine Extraportion Pflege benötigt wird, etwa auf spröden Lippen. Besonders effektiv wird eine Kur mit Olivenöl, wenn man es über Nacht einwirken lässt. Dazu nach dem Einmassieren von angewärmtem Olivenöl dünne Baumwollhandschuhe anziehen. Auch auf den Haaren wirkt Öl: Trockene, strohige Spitzen werden damit eingerieben. Danach eine Viertelstunde ziehen lassen und Haare waschen. "Die Beauty-Wirkung von Olivenöl ist darin begründet, dass es besonders reich an Linolsäure ist. Diese Fettsäure, plus andere Fette des Öls, helfen trockener Haut und sprödem Haar, sich zu regenerieren", sagt der Münchner Dermatologe Stefan Duve.

Außerdem stellen sie die Barrierefunktion der Haut wieder her.

Japan: Während in Europa ein sinnlicher Mund oder ausdrucksstarke Augen als Schönheitsideal gelten, ist es in Asien der perfekte Teint. Und in diesem Zusammenhang spielt Grüner Tee eine Rolle: Er enthält zum einen viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. "Zum anderen aber ist Grüner Tee ein hocheffizienter Radikalfänger", erläutert Hautarzt Jörg Fränken aus Schwelm. "Darüber hinaus enthält Grüntee Mineralsalze, die Feuchtigkeit binden. Deshalb sind seine Extrakte auch in vielen Cremes enthalten, die Cellulite mindern sollen."

Marokko: Aus dem Atlasgebirge stammt die Tonerde Rhassoul. Ihre feinen Partikel ziehen Schmutz, Schuppen und überschüssiges Fett an. Das macht Rhassoul zu einer idealen Reinigungssubstanz für ölige Haut
und Mischhaut.

Daneben findet in Marokko auch Arganöl Verwendung. "Arganöl kann bei sehr trockener Haut angewendet werden", sagt Mokosch. "Allerdings wird die antioxidative und einzigartige Wirkung meiner Meinung nach überschätzt." So sei etwa der Vitamin-E-Gehalt und damit die antioxidative Wirkung bei Arganöl deutlich niedriger als bei Weizenkeimöl.

Von Senegal bis Äthiopien: Die Früchte des Karitébaums gelten als Pflege in den West-, Zentral- und Ostafrikanischen Staaten. Aus ihnen wird nämlich Shea-Butter gewonnen, auch als "Beurre de Karité" oder Karité-Butter bekannt. Sie enthält Vitamin E und Allantoin, das beruhigt und heilt. "Darüber hinaus hat sie auch antioxidative und anti-entzündliche Wirkung", erklärt Fränken.

"Es gibt allerdings eine interessante Einschränkung: Bisweilen findet man Verunreinigungen oder Rückstände von Latex in Shea-Butter." Das liege daran, dass in der Frucht Naturlatex vorkommt. "Dieser Umstand kann gegebenenfalls zu Problemen bei Menschen mit einer Latex-Allergie führen."
dpa-mag