Vor Corona sind uns Atemmasken im Alltag besonders aufgefallen – gerade Touristen aus dem asiatischen Raum hatten sie besonders oft auf. Doch nun gehören sie zu unserem Alltag: In Bayern gilt ab nächster Woche in manchen Situationen sogar die Maskenpflicht. Viele nähen sich die Masken derzeit selbst: Das schaut zwar gut aus, aber bringt das was?

Wie in vielen Fragen rund um das neuartige Virus, wandeln sich die Tatsachen und die Meinungen zu neuen Erkenntnissen um Bekämpfung, Schutz und Krankheitsverlauf sehr schnell. In Bayern werden auch deshalb seit 20. April die Ausgangsbeschränkungen gelockert und gleichzeitig ein Maskengebot ausgesprochen. Falls Sie einen Mundschutz online kaufen wollen - hier gibt es welche.

Was sollen die Masken bringen?

Das Gebot in der Öffentlichkeit, und die Pflicht im Nahverkehr oder beim Einkaufen eine Maske zu tragen, ist eine wichtige Maßnahme: Denn niemand kann genau sagen, ob er infiziert und damit ein möglicher Verbreiter des Coronavirus ist, da nicht unbedingt Symptome auftreten müssen. Ist das der Fall, kann diese Person eine andere bereits bei einer einfachen Unterhaltung anstecken.

Das Virus verbreitet sich nämlich über eine Tröpfcheninfektion – also über die Schleimhäute bei Mund, Augen und Nase. Es ist ganz natürlich, dass beim Reden, Husten oder Niesen Speichel austritt. Über diesen können sich andere infizieren. Mit einer Atemmaske vor Mund und Nase wird die Verbreitung des Speichels und damit der Viren stark eingeschränkt.

Eine Maske ist demnach nicht zum Selbstschutz da, sondern zum Schutz der Mitbürger – eine Vorsichtsmaßnahme also. Leider hat bei weiten nicht jeder Haushalt eine oder mehrere Masken, was die Diskussion nur noch anheizt.

Welche Masken helfen etwas?

Ein wichtiges Thema seit mehreren Wochen ist der Mangel an Masken. Das Maskengebot für Privatleute ist hierbei noch das kleinste Fragezeichen, denn gerade Ärzte, Pfleger und Infizierte sollten zunächst mit Masken versorgt werden. Doch die bisherige Verfügbarkeit kann die Nachfrage derzeit nicht befriedigen.

Während in Krankenhäusern und Praxen besondere Hygienemaßnahmen gelten und daher spezielle Masken benötigt werden, können wir im Alltag auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Viele Bekleidungs- oder auch Spielwarenhersteller haben ihre Produktion bereits auf Atemmasken umgestellt, und jeder selbst kann sich seine eigene Maske herstellen. Eine mögliche Art eine Maske zu basteln finden Sie hier.

Bereits einfache Baumwollmasken, Tücher oder Schals können ihren Beitrag im Kampf gegen das Coronavirus leisten. Diese können die Verbreitung der Viren einschränken – das hängt jedoch vom Stoff ab, weshalb die Effektivität hier sehr unterschiedlich ausfallen kann. Es gibt jedoch andere Gründe, weshalb die selbstgebastelten Masken etwas bringen.

Selbstgebastelte Masken und ihre Folgen

So hat eine Studie aus Hongkong herausgefunden, dass Personen die Masken tragen, mehr Abstand voneinander halten und alleine deswegen die Wahrscheinlichkeit einer Virenübertragung sinkt, fasst heise.de zusammen. Die Kombination von Speichelfang und Distanz gilt somit als Schutzmaßnahme im Kampf gegen Corona, die zwar bisher nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, aber logisch Sinn ergibt.

Ein weiterer Grund, weshalb Masken nicht nur andere, sondern auch den Träger schützen ist, dass man so daran erinnert wird, sich nicht ins Gesicht zu fassen. Denn Viren können sich auch an den Händen, beispielsweise durch den Einkaufswagen oder Türklinken, festsetzen und dann an die Schleimhäute übergeben werden.

Gibt es Argumente gegen das Maskentragen?

Viele Menschen äußern Bedenken beim Maskentragen oder stellen sich komplett quer: Ihre Argumente, wie „beim Anlegen und Ausziehen der Maske lange ich mir doch auch ins Gesicht“, oder „Die Masken führen zu Atemnot und die Feuchtigkeit ist schädlich für die Lunge“, sind derzeit häufig zu hören. Die Befürchtung vieler Kritiker: Wer eine Maske falsch nutzt, erhöht damit sogar noch das Infektionsrisiko.

Wie aktuell in jeder Situation gilt beim Maskentragen besonders die Achtung von Hygienemaßnahmen. Deshalb sollte man sich bevor eine Maske an-  oder abgelegt wird, unbedingt die Hände waschen. Dass die Masken die Atmung erschweren, ist möglich, allerdings wird auch nicht gefordert, den Schutz über mehrere Stunden zu tragen.

Während ab nächster Woche in Bayern die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr gilt, empfiehlt es sich zusätzlich, bei einer Unterhaltung, beim Spazierengehen und allen Aktivitäten bei denen Kontakt mit anderen Personen entstehen kann, eine Maske zu tragen.

Maskentragen: Woher kommt der Sinneswandel?

Das Virus kursiert nun seit ein paar Monaten und erst jetzt kommt das Tragen von Masken so richtig ins Gespräch – woran liegt das? Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass die Gesellschaft noch nicht dafür bereit war. Zu stark war die Angst vor Maskenträgern, zu ungewiss die Sinnhaftigkeit und zu niedrig die Akzeptanz.

Wie aktuell häufig, hat sich die Meinung dazu recht schnell gewandelt. So empfehlen beispielsweise das Robert-Koch-Institut und die US-Seuchenschutzbehörde CDC das Tragen von Masken. Wenn zwar nicht unbedingt zum Selbstschutz, sondern zumindest für das Wohl des Gegenübers.