• Aktuelle Krebs-Studie aus den USA
  • Innovativer Therapieansatz zeigt Erfolg: Patienten zehn Jahre krebsfrei
  • CAR-T-Zellen als "lebendiges" Medikament
  • Breitflächiger Einsatz in der Zukunft möglich?

Krebs zählt nach wie vor zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland und fordert jährlich unzählige Todesopfer. Daher arbeiten Forschende weltweit an neuen Wirkstoffen und innovativen Therapiemethoden gegen die Krankheit. Eine neue Studie aus den USA wird nun als Durchbruch gefeiert.

Innovative Behandlungsmethode: So funktioniert die CAR-T-Zell-Therapie

Bei der Studie von der "University of Pennsylvania" stand die Behandlung von Krebs mithilfe einer Immuntherapie mit CAR-T-Zellen im Visier. "Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine moderne und innovative Krebsbehandlung, die aktuell bei bestimmten Blut- bzw. Lymphdrüsenkrebserkrankungen [...] eingesetzt werden kann", erklärt die Deutsche Krebsgesellschaft. Der Ansatz einer Immuntherapie ist, mit den körpereigenen Abwehrzellen die Tumorzellen zu bekämpfen. 

Im Fall einer CAR-T-Zell-Therapie werden Patient*innen zunächst T-Zellen - also Abwehrkräfte des eigenen Körpers - entnommen. Diese werden anschließend in einem Labor mit einem Eiweiß modifiziert, welches an der Oberfläche der Zellen haftet. Dieses Protein dient der Erkennung und Bekämpfung der Krebszellen. Danach werden die manipulierten CAR-T-Zellen wieder gespritzt und können sich im Laufe einiger Wochen bis um das 10.000-Fache vermehren, erklärt Steven Rosenberg, Experte vom Nationalen Krebsinstitut in den USA. Das Besondere daran ist, dass die Zellen mehrere Jahre im Körper überleben können. Rosenberg spricht deshalb auch von einem "lebenden Medikament".

Die US-Studie, die im wissenschaftlichen Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht wurde, hat genau diesen Ansatz auf langfristigen Erfolg untersucht. Konkret geht es darin um drei Krebs-Patienten, die im Jahr 2010 mit CAR-T-Zell-Therapie behandelt wurden. Bei zwei von ihnen war die Behandlung erfolgreich: Sie blieben über zehn Jahre krebsfrei, wobei einer von beiden im vergangenen Jahr an einer Corona-Infektion verstarb. Interessant war jedoch auch, dass bei beiden Patienten noch CAR-T-Zellen nachgewiesen werden konnten, als sie schon keine Krebszellen mehr in sich trugen.

Studie ein Erfolg: Zwei der Patienten auch nach zehn Jahren krebsfrei

Studienleiter Carl June wertet die Ergebnisse als vollen Erfolg: "Jetzt können wir endlich das Wort ‚Heilung‘ mit CAR-T-Zellen aussprechen", so der Immunologe gegenüber der New York TimesOb die Methode in Zukunft breitflächig zur Behandlung gegen Krebs verwendet werden kann, ist derzeit jedoch fraglich. Zwar erweist sich die CAR-T-Zell-Therapie bei Personen mit verschiedenen Blutkrebsarten als effektiv, gegen andere weitverbreitete Krebsarten erzielt sie jedoch nicht den gewünschten Effekt. Eine Kategorisierung als Standardtherapieform ist daher aktuell noch nicht in Sichtweite.

Dennoch ist der Ansatz der Methode vielversprechend: Mit der Therapie können die Patienten in ein relativ normales Leben zurückkehren. Die Behandlung ist zwar noch nicht massentauglich, "aber wir haben gezeigt, dass sie wirksam sein kann", so Rosenberg.