Washington
Früherkennung

Alzheimer erkennen: Lässt sich die Krankheit an den Augen ablesen?

Durch Früherkennung lassen sich viele Krankheiten bekämpfen oder verlangsamen - auch Alzheimer. Laut einer Studie können dabei besonders die Augen viel über die Krankheit und das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verraten.
  • Alzheimer ist mit 1,2 Millionen Betroffenen in Deutschland die häufigste Form von Demenz
  • Früherkennung: Unsere Augen bringen Aufschluss 
  • Studie zeigt, was dahinter steckt

Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser. Eine solche Früherkennung soll nun über eine neue Methode machbar sein. Unsere Augen beziehungsweise Pupillenbeweglichkeit spielt dabei eine große Rolle. 

Das Gehirn wird dabei schon lange vor Auftreten der ersten Symptome verändert und geschädigt. Eine Früherkennung des Risikos, an Alzheimer zu erkranken ist also äußerst wichtig, um erste Behandlungsschritte einleiten zu können.

Früherkennung bei Alzheimer: Ein Blick in Ihre Augen kann viel verraten

Laut einer neuen Studie der "University of San Diego" in Kalifornien, soll durch die eigene Pupillenbewegungen ein erhöhtes genetisches Risiko für Alzheimer lange vor Eintritt der Symptome erkannt werden können.

Bei der Forschung nach Ursachen von Alzheimer wurde sich bisher auf zwei beitragende Faktoren beschränkt: Die Verklumpung eines Proteins - Tau - und die Ansammlung von Proteinplaques - Amyloid-Beta - im Gehirn. Forscher berichten, dass beide Faktoren mit der Abtötung von Neuronen im Hirn in Verbindung gebracht werden und somit zu einer fortschreitenden kognitiven Dysfunktion führen.

In einer neuen Studie, welche in der Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, wurde die Aufmerksamkeit nun nicht nur auf die auslösenden Faktoren der Krankheit gelegt, sondern auf eine neue Methode, die bei der Früherkennung helfen soll: Die Bewegung der Pupillen in Verbindung mit kognitiven Tests.

Pupillenreaktion soll auf Alzheimer hinweisen

Die Pupillenreaktionen des Menschen werden vom Locus Coeruleus gesteuert. Hierbei handelt es sich um ein Neuronencluster im Hirnstamm. Dieser Teil des Gehirns ist für die Erregung und Regulierung der kognitiven Funktionen zuständig.

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Das Protein "Tau", welches bei einer Erkrankung an Alzheimer nachweislich verklumpt, erscheint zuerst im Neuronencluster und ist stark mit der Wahrnehmung verbunden. Während die Testpatienten nun also kognitive Aufgaben erfüllen, steuert der Locus Coeruleus den sich ändernden Durchmesser der Pupillen. Hierbei konnte festgestellt werden, dass Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, und somit auch dem verklumpten Protein "Tau", eine größere Pupillenerweiterung und mehr kognitive Anstrengung aufzeigten, obwohl beide Testgruppen die gleichen Ergebnisse erzielten.

Durch die größere Pupillenerweiterung und kognitive Anstrengung konnten also leichte kognitive Beeinträchtigungen frühzeitig erkannt werden, obwohl an den Testergebnissen eigentlich keine Defizite zum Ergebnis der unbeeinträchtigten Testgruppe gesehen werden konnte.

Wie zuverlässig ist die Messung der Pupillenreaktion?

Da die Verknüpfung zwischen der Pupillenreaktion, dem Protein "Tau" und der Arbeit des Locus Coeruleus nachgewiesen werden konnte, kann die Beobachtung der Pupille laut der Forscher als Screening-Methode zur Früherkennung des erhöhten Alzheimerrisikos genutzt werden. Die Methode hilft, das Risiko der Krankheit zu erkennen, bevor Symptome auftreten und erleichtert so eine Behandlung.

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Wissenschaftler arbeiten aber nicht nur an der verbesserten Früherkennung der Krankheit, sondern bemühen sich auch seit Jahren um ein Mittel zur Heilung. Nun scheint die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Alzheimer in greifbare Nähe gerückt zu sein.