Der Vortrag einer Professorin für Prävention und Tumorepidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg sorgt derzeit für kontroverse Diskussionen zum Thema gesunde Ernährung. Prof. Dr. Dr. Karin Michels hatte in einem Vortrag das vermeintliche Superfood Kokosöl als "reines Gift" bezeichnet.

Kokosöl schlimmer als Schweineschmalz

In einem YouTube-Video ihres Vortrags geht die Professorin sogar noch weiter und meint, Kokosöl sei sogar "noch schlimmer als Schweineschmalz". Der Grund dafür liege in der Tatsache, dass Kokosöl zu knapp 90 Prozent aus gesättigten Fettsäuren besteht. Dadurch erhöht sich der LDL-Cholesterin-Wert, was zu einem höheren Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkten führt.

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Widerspruch zu Lobpreisungen von Foodbloggern und Co

Diese Einschätzung entspricht dem Gegenteil dessen, was die vergangenen Jahre seit dem "Superfood-Boom" über Kokosöl verbreitet wurde. Auf dem Portal  kokosoel.info ist beispielsweise sogar die Rede davon, dass Kokosöl Krankheiten vorbeugen könne und sie nicht etwa begünstige.

Auch in Sachen Kosmetik wird das Produkt immer wieder angepriesen.

Kokosöl: Kein Nachweis für positive Wirkung

Nach Karin Michels existiert keine einzige verlässliche Studie am Menschen, die nachweist, dass Kokosöl eine positive Wirkung hat. Die Befürworter, die das Produkt in die Reihe der zahlreichen Superfoods einreihen, sind hingegen zahlreich. Auch die Amerikanische Herzgesellschaft rät aus gesundheitlichen Gründen davon ab, Kokosöl zu sich zu nehmen.

 

Mittlerweile hat sich Michels in einem Interview mit dem Standard für die Aussage entschuldigt. 

 

Kommentarfunktion zum Vortragsvideo abgeschaltet

Das Video zum Vortrag, das auf dem YouTube-kanal des Universitätsklinikum Freiburg veröffentlicht wurde, gibt allerdings keine Möglichkeit zum Kommentieren für Kritiker und Kokosölliebhaber: Denn die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Trotzdem erklärte die Uniklinik in einem Interview mit der  Badischen Zeitung, dass man "für konstruktive Kritik und sachliche Diskussion" offen sei.

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