Update vom 30.03.2020: Meldung im Faktencheck - Coronavirus auf Katzen übertragbar?

Die Meldung, dass sich eine Katze in Belgien mit dem aktuell kursierenden Coronavirus angesteckt habe, machte zuletzt die Runde. Die Nachricht sorgte für Verunsicherung unter Katzenhaltern. Deshalb hat mimikama.at die Meldung einem Faktencheck unterzogen und einige Aspekte gefunden, die bisher nicht bekannt waren:

Prinzipiell gilt, dass Halter von Haustieren nicht in Panik verfallen sollten. Bisher ist völlig unklar, wie es dazu kommen konnte, dass die betroffene Katze mit dem Erreger von "Covid-19" in Verbindung gebracht wurde. Hintergrund dessen ist, dass im Erbrochenen und im Kot der Katze das Coronavirus nachgewiesen wurde - sprich: Das Tier wurde "positiv getestet". Das bedeutet nicht, dass es "infiziert" oder "erkrankt" ist. Für eine Infektion müsste nachgewiesen werden, dass sich das Virus vermehrt. Für eine Erkrankung wären Symptome nötig.

Im Zusammenhang mit der Meldung der betroffenen Katze wurde eine Studie veröffentlicht, die bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren hat. Darin heißt es: "Der Nachweis von SAR-CoV2-Genmaterial im Mageninhalt und Kot der Katze sollte mit äußerster Vorsicht interpretiert werden. Katzen gehen oft nach draußen, werden ständig gestreichelt und lecken sich häufig ihre Pfoten und ihr Fell für die tägliche Pflege." Es ist also noch unklar, woher die Katze den Erreger hat.

Die Forschung hat das Phänomen nicht abschließend untersucht. Auch eine fränkische Wissenschaftlern hat sich dazu geäußert: "Wir erhalten derzeit immer wieder Nachfragen, ob sich auch das eigene Haustier anstecken kann. Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftlich belegbaren Hinweise, dass sich Tiere mit dem Coronavirus ansteckten können", sagt Franziska Lenz, Leiterin des Gesundheitsamtes im mittelfränkischen Ansbach. Tatsächlich würden sogenannte "Antikörper-Tests" neue Erkenntnisse bringen. Derartige Tests suchen nicht nach dem Coronavirus, sondern nach Antikörpern. Existieren diese, deutet dies darauf hin, dass der Körper sie in Folge einer Infektion gebildet hat. Massentaugliche "Antikörper-Tests" gibt es aktuell jedoch noch nicht.

In Bezug auf eine mögliche Coronavirus-Infektion der Katze in Belgien ist es unabhängig vom Stand der Forschung wichtig, die Ruhe zu bewahren. mimikama.at rät: "Wichtig! Bringt eure Katzen und Hunde nicht ins Tierheim oder gebt sie anders irgendwohin ab! Das ist vollkommen unnötig und schlimm für Tier und Halter."

Erstmeldung vom 29.03.2020: Katze steckt sich mit Coronavirus an

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt.

Haustiere und Coronavirus: Keine Hinweise auf Übertragung von Tier zu Mensch

Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: "Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen." Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen.

Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA.