Der Winter bringt üblicherweise stets eine steigende Anzahl an Erkältungsfällen mit sich. Auch wenn der "Horrorwinter" dieses Jahr wohl anders ist, als es manch einer erwartet hätte, sind dennoch vielerorts verschnupfte Nasen und Hustengeräusche zu hören. Die unangenehmen Erkältungssymptome können auf verschiedenen Wegen bekämpft werden. Wie aus einer Pressemitteilung der Firma Cramer-Gesundheits-Consulting hervorgeht, zeigt eine aktuelle Studie, dass die Anwendung von pflanzlichen Erkältungsmitteln einen geringeren Einsatz von Antibiotika zur Folge haben kann.

Antibiotika bei Virenerkrankungen oft falsches Mittel

Auslöser von Erkältungen sind in einem Großteil der Fälle Viren. Dennoch werden zur Behandlung häufig Antibiotika eingesetzt. Doch genau da liegt das Problem: Antibiotika wirken überhaupt nicht gegen Viren - sie bekämpfen stattdessen Bakterien. Eine neue Studie erläutert nun, dass der Einsatz von pflanzlichen Hilfsmitteln bereits viele Symptome lindern kann und deshalb weniger erkältete Menschen auf Antibiotika zurückgreifen müssen.

Pflanzliche Erkältungspräparate reduzieren Einsatz von Antibiotika

Wenn ein Arzt kurz nach der Diagnose die Einnahme von pflanzlichen Erkältungspräparaten verordnet oder empfiehlt, führt das der Studie zufolge bei Hausarzt-Praxen zu einem dreimal selteneren Einsatz von Antibiotika im weiteren Verlauf der Krankheit - bei Kinderarzt-Praxen immerhin noch zu einer halb so häufigen Antibiotika-Anwendung. Vereinfacht gesagt: Wer pflanzliche Erkältungsmittel verwendet, benötigt weniger Antibiotika.

Kapuzinerkresse und Meerrettich gegen Erkältungen

Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich haben eine besonders starke Wirkung: Sie bekämpfen effektiv sowohl Viren als auch Bakterien und bringen zudem eine entzündungshemmende Wirkung mit. Gerade letztere Eigenschaft ist besonders hervorzuheben, da Beschwerdegefühle bei Erkältungen erst durch den Entzündungsprozess ausgelöst werden. Auch bei akuten Atemwegsinfektionen sind diese Produkte sehr wirksam - denn neben der Besserung von Beschwerden greifen sie auch die Erreger selbst an und beugen im Optimalfall bakteriellen Superinfektionen vor.

Ebenso sollen Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich in Kombination das Influenzavirus gut bekämpfen können. Das Influenzavirus ist aktuell wohl der Auslöser für eine große Grippewelle in Deutschland - in Bayern mussten bereits zwei Grundschulen aus diesem Grund schließen.

Weitere pflanzliche Alternativen, die bei der Bekämpfung von Erkältungen hilfreich sein können, werden von einer Leipziger Apotheke vorgeschlagen:

  • Zwiebel
  • Ingwer
  • Propolis
  • Salbei
  • Kamille
  • Kapland-Pelargonie
  • Thymian

Pflanzlichen Wirkstoffe helfen bei Bronchitis, Sinusitis und Blasenentzündungen

Einige klinische Studien haben außerdem belegt, dass pflanzliche Erkältungsmittel bei akuter Bronchitis, Sinusitis und Blasenentzündungen wirksam sind. Im Vergleich mit Antibiotika entwickelt der Körper voraussichtlich auch keine Resistenz gegenüber den pflanzlichen Wirkstoffen, da die Pflanzenprodukte auf vielfältige Weise helfen können. So kann bei späteren und schwereren Erkrankungen der Antibiotika-Wert des Körpers beibehalten werden.

Gefahr durch unnötige Antibiotika-Einnahme

Die unnötige oder übermäßige Einnahme von Antibiotika ist ungesund für den Körper. Dadurch kann das Immunsystem beschädigt und die Zusammensetzung von Mikroorganismen in der Darmflora verändert werden. Das kann Krankheiten wie allergisches Asthma, atopische Dermatitis, oder Diabetes Typ 2 fördern. Grundsätzlich gilt: Je breiter die Wirkung eines Antibiotikums, desto stärker wird die Darmflora beeinflusst. Der Einsatz von pflanzlichen Wirkstoffen kann solche unnötigen Antibiotika-Folgen verhindern. Aber nur, wenn es auch wirklich hilft - wenn es der Gesundheitszustand nicht anders zulässt und es vom Arzt verschrieben wurde, ist natürlich auch die Einnahme von Antibiotika in Ordnung.