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Coronavirus

Kann Corona vollständig verschwinden? Forscher aus den USA stellen mögliche Szenarien auf

Noch immer gibt es keinen Impfstoff gegen Covid-19. Doch momentan sinken vielerorts die Infektionszahlen. Ist es möglich, dass das Coronavirus einfach wieder verschwindet? Oder wird sich die Lage ganz anders entwickeln? Forscher einer amerikanischen Universität haben sich mit möglichen Zukunfts-Szenarien beschäftigt.
Das Sars-Virus von 2003 ist verschwunden. Wird es bei dem aktuellen Coronavirus auch so sein? Symbolfoto: Jean-Christophe Bott/dpa

In einigen fränkischen Städten und Landkreisen gibt es seit sieben Tagen keine Neufinfektionen mehr (Update vom 04.06.2020, 11.00 Uhr). Und das, obwohl schon viele Beschränkungen gelockert wurden. Einen Impfstoff gibt es zwar noch immer nicht, genauso wenig wie Medikamente im Kampf gegen Covid-19. Die beiden Virologen Hendrik Streeck und Christian Drosten gehen momentan beide davon aus, dass es eher nicht zu einer zweiten tödlichen Welle kommt beziehungsweise kommen muss.

Forscher der University of Minnesota in den USA befassten sich mit möglichen Zukunftsszenarien mit dem Coronavirus. Dabei stellten sie laut berliner-zeitung.de fest, dass die Ausbreitung des aktuellen Coronavirus mehr der Ausbreitung eines Grippevirus entspricht und weniger der Ausbreitung bisheriger Coronviren, wie Sars-1 und Mers. Die Forscher entwickelten drei mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung.

Forscher der University of Minnesota: Mögliche Zukunftsszenarien

Szenario Nummer eins: Auf die erste Welle von Anfang 2020 werden mehrere kleine Wellen folgen. Die Intensität wird sich geografisch unterscheiden und ist abhängig von Beschränkungen. In 2021 werden die neuen Infektionswellen langsam abklingen.

Szenario Nummer zwei: Hier orientiert man sich an dem Verlauf der Spanischen Grippe. Man geht von einer zweiten großen Infektionswelle im Herbst oder Winter 2020 aus. Auch der Virologe Drosten vermutete lange einen zweiten großen Anstieg der Infektionszahlen. Mittlerweile schaut er optimistischer in die Zukunft.

Szenario Nummer drei: Nach der ersten Infektionswelle im Frühjahr wird es keine zweite geben. Aber es wird weiterhin zu Infektionen und Todesfällen kommen. Jedoch ohne erkennbares Muster. Das Virus "brennt" langsam aus.

Verschwindet das Coronavirus im Sommer einfach wieder?

Die Hoffnung ist groß, dass das Virus im Sommer durch die erhöhten Temperaturen und die UV-Strahlung geschwächt oder sogar verschwinden könnte.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) könnte sich die Krankheit im Sommer zumindest langsamer verbreiten, da die Menschen mehr Zeit an der frischen Luft und weniger in kleinen Räumen mit trockener Heizungsluft verbringen. Wie groß dieser Effekt sein würde, ist jedoch unklar. Denn der Großteil der Menschheit ist wahrscheinlich noch nicht immun gegen das Virus.

Bodo Plachter sagte in einem Interview mit dem SWR, dass er nicht glaube, das Virus würde im Sommer verschwinden. Er ist stellvertretender Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Mainz. Ob das Sars-CoV-2 auch von der Jahreszeit abhängig ist, wie andere Coronaviren, ist nicht sicher.

Mutationen können Viren abschwächen oder aggressiver machen

Der Deutschlandfunk (Dlf) berichtet, dass es unwahrscheinlich sei, dass das Coronavirus jemals ausgerottet werden würde. Genau wie es bei den Grippeviren der Fall ist, kann es auch bei Sars-CoV-2 zu Mutationen kommen.

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Doch laut Dlf mutieren Coronaviren erfahrungsgemäß nicht so schnell wie die Viren der Influenza. Bisherige Coronaviren verschwanden oder entwickelten sich zu weniger gefährlichen Erkältungsviren.

Laut arte.tv ist das Virus wahrscheinlich bereits jetzt nicht mehr dasselbe ist, wie zur Zeit des Ausbruchs. Weltweit seien derzeit um die hundert Mutationen von dem Virus bekannt. Diese Mutationen führen dazu, dass das ursprüngliche Virus abgeschwächt oder aggressiver wird.

Neue Erkenntnisse zur Ansteckungsgefahr

Aktuell weisen Studien darauf hin, dass sich das Virus vor allem durch Aerosol ausbreitet. Das wird auch schon bei normalem Sprechen an die Luft abgegeben. Schmierinfektionen sind dabei eher selten.

Außerdem sind wohl nicht alle Infizierten gleich ansteckend. Mittlerweile geht man davon aus, dass die meisten infizierten Menschen nur wenige andere anstecken.

Dafür infizieren sogenannte Superspreader sehr viele, weil sie viel Kontakt zu anderen Menschen haben, während sie besonders infektiös sind. Das sind sie vermutlich einen Tag bevor Symptome auftreten. Genauso sind auch Menschen ansteckend, die zwar infiziert sind, aber gar keine Symptome zeigen.

 

Fazit: Momentan kann auch die Wissenschaft keine gesicherte Aussage zu der Zukunft des Coronavirus geben. Deshalb ist es weiterhin sinnvoll, sich an die Beschränkungen zu halten, damit die Kurve der Infektionen auch in der Zukunft flach bleibt. Wegen der Gefahr von Superspreadern sollte man vor allem Massenveranstaltungen weiterhin vermeiden.