2009 sorgte die sogenannte Schweingrippe laut "Robert-Koch-Institut" für über 20.000 Fälle in Deutschland - weltweit wurden bis zum Oktober 2009 mehr als 440.000 Fälle gemeldet. Rund 18.500 Menschen starben. Jetzt, fast elf Jahre später, könnte die Grippe zurückkehren. Und das um einiges stärker als damals. Laut Forschern könnte der Welt eine neue Pandemie drohen.

In einem Bericht, den zahlreiche chinesischer Forscher in der US-Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht haben, ist von einem Virus mit dem Namen G4 die Rede. Er stamme vom H1N1-Virus ab, heißt es. Dieser war 2009 für die Schweingrippe verantwortlich. In chinesischen Provinzen haben die Forscher im Zeitraum von 2011 bis 2018 etwa 30.000 Nasenabstriche von Schweinen in Schlachthöfen gemacht. Auch in einer Tierklinik nahmen die Forscher Proben.

Mutierte Schweinegrippe: Potenzial für neue Pandemie?

Laut dem Artikel der Forscher haben sie bei ihrer Testreihe 179 verschiedene Schweinegrippeviren gefunden. Ein Großteil davon waren von einer neuen Art, anders als die Viren von 2009. Da Frettchen ähnliche Symptome wie Menschen zeigen, führten die Forscher Experimente an diesen Tieren durch. Das sei so üblich bei Grippestudien, berichtet die Zeit. Die Ergebnisse beunruhigen: Das Virus sei hochinfektiös und hätte bei den Frettchen schwerwiegende Symptome verursacht, so die Forscher.

Weiter heißt es, dass die Immunität, die sich Menschen durch die saisonale Grippe aneignen, bei dem G4-Virus nicht wirken. Das Virus könnte sich von Mensch zu Mensch übertragen. Mitarbeiter der Schlachtbetriebe in China sollen bereits mit der Schweinegrippe infiziert gewesen sein. Das hätten Antikörpertests gezeigt. Dass sie sich gegenseitig angesteckt haben, ist allerdings nicht bewiesen.

Diese Eigenschaft des Virus ist die Hauptsorge der Forscher. Der Erreger passe sich den Menschen an, schrieben die Forscher in ihrem Artikel. Und das ist die perfekte Voraussetzung für eine Pandemie, heißt es weiter.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood. Er ist Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der "Universität Cambridge" in Großbritannien. Eine solche Infektion wird durch einen Erreger hervorgerufen, der von einem Tier auf einen Menschen überspringen konnte.