Weltweit erkranken Menschen an der neuen Lungenkrankheit COVID-19. Die meisten, die am Coronavirus erkranken, merken davon recht wenig. Bei 80 Prozent der Infizierten gibt es einen leichten Verlauf, begleitet von milden Erkältungssymptomen

In wenigen Fällen gibt es einen schweren Verlauf. Besonders Risikogruppen wie ältere Menschen ­­­– ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren steigt das Risiko ­– sind davon betroffen. Diese landen mit größerer Wahrscheinlichkeit mit einem schweren Verlauf in der Klinik. Sie leiden etwa an Atemnot, Lungenentzündungen oder sterben sogar daran.

Risikogruppen bei COVID-19

Sind auch Raucher vom Coronavirus gefährdet? Laut dem führenden Robert Koch-Institut (RKI) sind Menschen mit den folgenden Aspekten gefährdet. Die Wahrscheinlichkeit ist bei ihnen höher, schwer am Coronavirus zu erkranken:

  • Ältere Menschen: Bereits ab 50 Jahren. Je älter die betroffene Person ist, desto gefährlicher ist das Virus für das schwächelnde Immunsystem
  • Vorerkrankte Menschen: z.B. mit Diabetes, Asthma, Leber-, Nieren-, Herz- oder Krebserkrankungen. Diese führen vermehrt zu einem schweren Verlauf von COVID-19
  • Wenn mehr als eine Vorerkrankung vorliegt
  • Ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind noch gefährdeter als ältere Menschen ohne Vorerkrankung
  • Immunschwache Menschen, etwa aufgrund der Einnahme von Cortison oder anderen immun unterdrückenden Medikamenten

Durch das Rauchen des Tabaks ist die Lunge bereits stark angegriffen und dadurch anfälliger für Viren. Unabhängig vom Alter sind also auch Raucher gefährdet. Anders als bei Influenza (Grippevirus) sind Kinder und Schwangere, nach aktuellem Stand, nicht in der Risikogruppe beim Coronavirus. 

Wie alt sind die Patienten im weltweiten Vergleich?

Wie sieht es nun global aus und gibt es Gemeinsamkeiten bei den Infizierten? Festzuhalten ist, dass das Virus besonders dann gravierende Auswirkungen hat, wenn es viele Menschen mit den genannten Risikofaktoren befällt. So gibt es in Italien etwa viele ältere Menschen. Wichtig ist auch, ob die Gesundheitssysteme der Länder – z.B. die Kliniken – gut ausgestattet sind, etwa ob es viele Intensivbetten und Beatmungsgeräte gibt. Zudem sagt die reine Infiziertenzahl noch recht wenig aus: Bestens, wie viel getestet wird.

In den USA untersuchten Forscher unter anderen 508 Corona-Patienten (Stand: 16.03.2020) mit schweren Verläufen. Immerhin jeder Fünfte war im Alter 20 bis 44 Jahren. Von 121 Patienten auf Intensivstationen war jeder Zehnte in der Altersgruppe 20 bis 44. Fast die Hälfte (46 Prozent) gehörte der Altersgruppe 65-84 Jahren an. Aufgrund der limitierten Daten sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen.

In Deutschland (Stand: 18.03.2020) liegt der Altersmedian beim Coronavirus (d.h. die Hälfte aller an COVID-19-Erkrankten liegt über diesem Wert beziehungsweise darunter) bei 47 Jahren. Das wären bei 12.000 Infizierten am 18. März 2020 6000 Menschen über 47 Jahren und 6000 Menschen unter 47 Jahren. Nimmt man aktuellere Zahlen zur Hand (25.03.2020: 31.554 Fälle), erklärt das RKI, dass die meisten COVID-19-Fälle bei 35 bis 59-Jährigen auftreten.

In Italien (Stand: 25.03.2020) sind bei rund 68.000 Fällen jeder vierte Infizierte in der Altersklasse von 19 bis 50 Jahre. Mit knapp 38 Prozent die größte Gruppe stellen dort die 51- bis 70-Jährigen, dicht gefolgt von den über 70-Jährigen mit circa 36 Prozent.

In Spanien (Stand: 22.03.2020) wurden bei einer Stichprobe von 19.000 COVID-19-Infizierten rund 50,9 Prozent in der Altersklasse von 20 bis 59 Jahren festgestellt. 

In Südkorea (Stand: 22.03.2020) sind die 20- bis 29-Jährigen mit 27 Prozent die größte Gruppe. Andererseits sind dort keine Todesfälle in dieser Altersklasse bekannt. 

Fazit: Auch junge Menschen betroffen

Im weltweiten Vergleich zeigt sich also, dass junge Menschen genauso von dem Coronavirus betroffen sind. Je nach Vorerkrankung sind sie auch vor schwereren Verläufen nicht gefeit. Auch wenn deutlich weniger junge Menschen sterben und eher leichtere Krankheitsverläufe erfahren.

Es ist wichtig, die Vorkehrungen der Länderregierungen  wie Ausgangssperren und -beschränkungen ernst zu nehmen und den Empfehlungen der BZgA zu Hygienestandards zu folgen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.