• Intervallfasten lässt ohne Diät Pfunde purzeln
  • Neue Studie an Fruchtfliegen bestätigt den Erfolg beim Abnehmen
  • Auch auf die Lebenserwartung und auf die Gesundheit gibt es positive Effekte

Wer gesund und effektiv Gewicht verlieren möchte, stößt auf der Suche nach dem "richtigen" Weg zum Gewichtsverlust auf unzählige Diäten. Gerne wird dabei das sogenannte "Intervallfasten" beworben. Seit einiger Zeit liegt die "Diät-Form" im Trend. Eine Studie hat sich nun mit dem Intervallfasten beschäftigt und kommt zu eindrucksvollen Ergebnissen. 

Abnehmen mit Intervallfasten: Was genau ist das eigentlich?

Zwei Formen des intermittierenden Fastens sind besonders populär: Bei der 5:2-Methode wird an fünf Tagen der Woche "normal" gegessen, an den übrigen beiden Tagen wird gefastet. Bei der 16-8-Regel hingegen geht es darum, dass zwischen der ersten und letzten Mahlzeit nur 8 Stunden liegen dürfen und in den 16 weiteren Stunden des Tages nichts gegessen wird.

Laut der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.“ deuten die wenigen bisher an Menschen durchgeführten Studien, auf positive Ergebnisse dieser Methode hin. Das intermittierende Fasten wirke sich unter anderem "positiv auf die Gesundheit und die Gewichtsabnahme, insbesondere dem geringeren Abbau von fettfreier Masse" aus, heißt es. Mit der Frage "Wie effektiv ist Intervallfasten wirklich?", haben sich Forschende in der Vergangenheit befasst. In einer Studie kamen sie zu einem eher enttäuschenden Ergebnis. Denn obwohl die Methode recht simpel scheint, gibt es doch einiges zu beachten

Eine kürzlich im englischsprachigen Fachjournal "nature" veröffentlichte Studie zeigt jedoch positive Effekte dieser Methode auf. Anhand von Fruchtfliegen zeigte sich, dass damit die Lebenserwartung gesteigert werden kann. Dabei machten sich die Forschenden ein wichtiges Attribut des Intervallfastens zunutze: die eingeschränkte Zeitspanne der Nahrungsaufnahme beim Intervallfasten. 

Intervallfasten: Neue Studie an Fruchtfliegen

"Weil intermittierendes Fasten die Zeitspanne des Essens einschränkt, besteht die Annahme, dass die natürliche biologische Uhr ein wichtiger Faktor ist", erläutert die Leiterin der Studie Mimi Shirasu-Hiza von der "Columbia University Vagelos College of Physicians and Surgeons" in einer Pressemitteilung

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Aufgrund dieser Annahme wurden die Untersuchungen nicht an Menschen selbst, sondern an Fruchtfliegen durchgeführt. Schließlich verfügen die kleinen Insekten über eine ähnliche innere biologische Uhr wie Menschen: Bei Tageslicht bleiben sie wach und aktiv, während der Nacht schlafen sie. Hinzu kommt, dass Fruchtfliegen knapp 70 Prozent der Gene verfügen, die beim Menschen mit Krankheiten zusammenhängen. 

Einen großen Unterschied gibt es hingegen bei der Lebenserwartung: Da die Tiere normalerweise nur knapp zwei Monate leben, sind Studien leichter realisierbar. Zudem lassen sich wesentlich schneller mögliche Unterschiede bei der Lebenserwartung feststellen.

Überraschende Ergebnisse: Intervallfasten kann Lebensdauer verlängern

Für die Studie wurden die Fliegen vier verschiedenen Ernährungsplänen zugeteilt:

  1. 24 Stunden pro Tag uneingeschränkter Zugang zu Nahrung,
  2. 12 Stunden pro Tag uneingeschränkter Zugang zu Nahrung,
  3. 24 Stunden fasten, danach 24 Stunden uneingeschränkter Zugang zu Nahrung
  4. Intermittierendes Fasten: 20 Stunden fasten, danach 24 Stunden Erholung mit uneingeschränkter Fütterung (Intermittierendes Fasten)

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Die Ergebnisse waren eindeutig: Nur bei Fruchtfliegen der Gruppe 4 erhöhte sich die Lebenserwartung signifikant. Männliche Fliegen lebten 13 Prozent länger, weibliche Fliegen sogar 18 Prozent. Wichtig dabei zu erwähnen ist noch, dass sich dieser Effekt nur bei Fruchtfliegen einstellte, die während der Nacht nichts aßen und erst um die Mittagszeit wieder Nahrung zu sich nahmen. Bei Tieren, die tagsüber fasteten und nachts Nahrung bekamen, erhöhte sich die Lebensdauer nicht.

Geht es um Langlebigkeit, spielt es also eine wichtige Rolle, zu welcher Zeit gefastet und zu welcher Tageszeit Nahrung zu sich genommen wird. Das zeigen auch weitere Erkenntnisse des Forschungsteams: Sie stellten fest, dass nach dem Fasten ein Zellreinigungsprozess begann – allerdings nur dann, wenn über die Nacht hin nichts gegessen wurde.

In der Wissenschaft wird diese Reinigung der Zellen auch Autophagie genannt. Dabei werden beschädigte Zellen abgebaut und wiederverwertet. Schon länger ist bekannt, dass dieser Vorgang das Altern verlangsamt. 

Abnehmen mit Intervallfasten: Was die Studienergebnisse für Menschen bedeuten

Eine erhöhte Lebenserwartung dank intermittierendem Fasten gibt es also nur dank zweier Komponenten: zum einen mit einem funktionierenden zirkadianen Rhythmus (24-Stunden-Zyklen, die Teil der inneren Uhr des Körpers sind) und zum anderen durch Autophagie – also dem Zellreinigungsprozess. "War einer dieser Prozesse gestört, hatte die Ernährung keinen Einfluss auf die Langlebigkeit der Tiere", kommentiert die Studienautorin Shirasu-Hiza.

Übrigens profitierten die Fruchtfliegen in vielerlei Hinsicht von der Diät-Form. Die Tiere lebten länger und blieben auch ihr Leben über länger gesund. Zudem erhöhte sich die Funktionsfähigkeit von Muskeln und Nervenzellen, hingegen verzögerte sich das Auftreten von Alterungsmarkern in Muskeln und Darmgewebe.

Doch was bedeuten diese Ergebnisse für Menschen? Da menschliche Zellen über denselben Zellreinigungsprozess verfügen, könnten sich bei einer solchen Diät ähnlich positive Effekte wie bei den Fliegen einstellen. Dazu benötigt es jedoch eine angepasste Ernährung oder Medikamente, die den Zellreinigungsprozess stimulieren. 

Aber: Diät erfordert Disziplin 

Eine solche Diät ist jedoch nicht leicht durchzuhalten, wie auch Studienautor Matt Ulgherait  betont. "Jede Art von eingeschränkter Ernährung ist schwierig", meinte er, dazu benötigte es viel Disziplin. "Es wäre viel einfacher, die gleichen gesundheitlichen Vorteile zu erzielen, wenn wir die Autophagie pharmakologisch fördern könnten, insbesondere nachts." 

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