• Eiweiß lebenswichtig für den Körper 
  • täglicher Bedarf sollte gedeckt werden
  • zu wenig Eiweiß wirkt sich auf den Körper und die Psyche aus
  • Bei Verdacht auf Eiweiß-Mangel unbedingt Arzt aufsuchen

Die Zufuhr von Proteinen wird heutzutage gerne mit gezieltem Muskelaufbau in Verbindung gebracht. Doch der menschliche Körper braucht Eiweiß noch aus ganz anderen Gründen. Wer also zu wenig Proteine zu sich nimmt, kann seiner Gesundheit schaden. Doch woran wird ein Eiweiß-Mangel ersichtlich?

Eiweiß-Mangel gefährlich: Dafür braucht der Körper Proteine

Genau wie Kohlenhydrate und Fette gehören auch Eiweiße zu den sogenannten Makronährstoffen. Dem Menschen dienen Proteine vor allem als Energielieferant. Zudem sind Proteine ein wichtiger Baustoff, mithilfe dessen unter anderem Zellen und Gewebe, Enzyme und Hormone gebildet werden können. Der Körper muss daher täglich genug Eiweiß geliefert bekommen, um bestmöglich zu funktionieren. Über die Nahrung ist die Aufnahme von tierischem und pflanzlichen Proteinen möglich. Zu den tierischen Proteinquellen zählen Fisch, Fleisch, Milch, Milchprodukte und Eier. Pflanzliches Eiweiß hingegen findet sich etwa in Getreideprodukten, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Nüssen. 

Doch wie viel Eiweiß sollte man täglich zu sich nehmen? Dafür gibt es einen groben Referenzwert: "Für Erwachsene wird der Referenzwert mittels Daten aus Stickstoffbilanzstudien abgeleitet. Demnach beträgt die empfohlene Zufuhr für 19- bis 65-Jährige 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag. Das entspricht täglich 57 bis 67 g Protein. Diese Menge kann über den Verzehr proteinreicher Lebensmittel erreicht werden", heißt es vonseiten des Bundeszentrums für Ernährung. Bei Kindern und Jugendlichen wird von einem Referenzwert von 0,9 Gramm Protein pro kg Körpergewicht pro Tag ausgegangen, bei Personen über 65 Jahren etwa 1 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Da der menschliche Körper Proteine an vielen verschiedenen Stellen benötigt, macht sich ein Mangel auch unterschiedlich bemerkbar. So kann eine unzureichende Eiweißzufuhr nicht nur Auswirkungen auf den Körper, sondern auch auf die Psyche haben. 

So wirkt sich ein Proteinmangel auf den Körper aus 

Optisches Erscheinungsbild: Proteine spielen in vielen Regionen des Körpers eine unersetzliche Rolle. Ein Mangel kann sich daher auch an verschiedenen Stellen ersichtlich machen: So kann ein Eiweiß-Mangel "Augenränder begünstigen und für mehr Falten sorgen", schreibt utopia.de. Auch brüchige Nägel und ein fahler Teint sind mögliche Anzeichen. 

Haarausfall: Für die Haare ist genügend Eiweiß essenziell wichtig, da unsere Haare auch aus speziellen Eiweißen - sogenannte Keratine - bestehen. "Ist der Körper nicht genügend mit Eiweiß versorgt, leidet die für den Haarwuchs notwendige Keratinbildung. Trockene, brüchige Haare und Haarausfall können die Folge sein", erklärt das Onlineportal "Zentrum der Gesundheit". 

Rückgang der Muskeln: Ein Mangel an Proteinen macht sich leicht an den Muskeln bemerkbar - sie werden langsam abgebaut. Wenn dem Körper nicht genug Eiweiß zugeführt wird, bedient er sich an den eigenen Vorräten - die im Falle von Proteinen vor allem im Muskelgewebe zu finden sind. Mit dem Abbau von Muskelmasse geht gleichermaßen ein Verlust an Körpergewicht einher.

Heißhungerattacken als typisches Anzeichen

Schwaches Immunsystem: Das Immunsystem leidet ebenfalls unter einem Eiweiß-Mangel. Hier wird der Nährstoff dringend für die Bildung von Antikörpern gebildet, mit denen Krankheitserreger bekämpft werden. Kann der Körper nur noch unzureichend Abwehrkräfte produzieren, wird das Immunsystem geschwächt - was zu einer leichteren Anfälligkeit von Infektionen führt. 

Gestörte Wundheilung: Auch anhand gestörter Wundheilung kann sich ein Mangel an Eiweiß zeigen. Befinden sich zu wenig Proteine im Körper, verheilen Wunden oft langsamer, weil die kaputten Zellen nicht schnellstmöglich repariert oder erneuert werden können. 

Heißhungerattacken: Da Proteine für den Körper schwerer verdaulich sind, dauert es länger, bis der Körper sie verwerten kann. Damit sind Eiweiße für einen stabilen Blutzuckerspiegel verantwortlich. "Ohne genügend Eiweiß schwankt der Blutzuckerspiegel stark, was Heißhungerattacken und dadurch häufig einen Kalorienüberschuss und eine Gewichtszunahme mit sich bringt", wie das Onlinemagazin vital.de erläutert. 

Diese Auswirkungen hat ein Proteinmangel auf die Psyche

Stimmungsschwankungen: Neben körperlichen Anzeichen können auch psychische Beschwerden auf einen Proteinmangel hindeuten.

Besonders typisch sind dabei Stimmungsschwankungen. Doch auch Unkonzentriertheit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Unzufriedenheit sind bei Betroffenen üblich.

Depression: Im Extremfall kann ein starker Mangel an Eiweiß auch schwere psychische Erkrankungen, wie etwa Depressionen hervorrufen. 

Ärztliche Beratung wichtig 

Wer den Verdacht hat, unter einem Eiweiß-Mangel zu leiden, sollte sich dahingehend ärztlich untersuchen und beraten lassen. Zu den Risiken eines unbehandelten Mangels zählen Verdauungsprobleme oder eine Schwächung von Atem- und Herzmuskulatur. In Deutschland tritt der Mangel vergleichsweise selten auf, der tägliche Bedarf an Proteinen wird meist eher überschritten. Daher ist Vorsicht geboten, denn auch ein permanenter Proteinüberschuss ist nicht gesund

Oft sind es Krankheiten wie Essstörungen, Glutenunverträglichkeit, eine Funktionsstörung der Schilddrüse oder auch Tuberkulose, die einen Mangel an Proteinen begünstigen. Auch exzessiver Alkoholkonsum und Drogenmissbrauch können dazu führen.

Wie sich ein Proteinmangel beheben lässt, hängt ganz von der Ursache ab. "Sollten Krankheiten der Auslöser für den Mangel sein, musst du diese natürlich ganz anders behandeln als einen Mangel durch  unzureichende Ernährung. Wenn der Proteinmangel auf eine Essstörung zurückzuführen ist, solltest du sowohl mit deinem Hausarzt als auch mit einem Therapeuten sprechen", rät utopia.de.