Wer gesund leben und sich gesund ernähren will, muss viel Obst essen? Tatsächlich greift diese Faustregel nicht bei allen Obstsorten. Einige Obstsorten und -formen eignen sich eher weniger für den Verzehr in größeren Mengen.

An sich ist Obst generell natürlich nicht ungesund, allerdings können bestimmte Obstsorten und sogar manche Früchte negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Wir verraten Ihnen, welche das sind: Dieses Obst sollten Sie meiden.

Obst ist immer gesund? Jein

Der tägliche Verzehr von Obst gehört zu jeder ausgewogenen und gesunden Ernährung. Doch man kann beim Obstkonsum auch einiges falsch machen.

Ernährungsorganisationen empfehlen mindestens zwei Portionen Obst am Tag zu essen. Zur Veranschaulichung: Eine Portion Obst entspricht etwa einer Banane oder zwei Handvoll Beeren. Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert sogar, die Mehrwertsteuer für Obst zu streichen, damit sich die Deutschen gesünder ernähren. Doch nicht jedes Obst ist für eine gesunde Ernährung geeignet. Wir verraten Ihnen, welches Obst Sie besser vermeiden sollten und warum.

Weintrauben

Weintrauben, die Jahrtausende alten Kulturfrüchte - gar nicht so gesund? Laut der Ernährungswissenschaftlerin Jennifer Hyland von der Cleveland Clinic sind die leckeren Früchte nur in kleineren Mengen zu genießen, da sie sonst der Gesundheit schaden können. Der Grund hierfür ist simpel.

Laut Hyland sind Weintrauben gleichzeitig sehr reich an Zucker und dazu arm an Ballaststoffen. Dadurch, dass die Trauben auch noch eine so praktische Form besitzen, um sie zwischendurch zu snacken, vergrößert sich das Risiko für die Gesundheit sogar noch. Denn aufgrund ihrer mundgerechten Größe und des hohen Zuckergehalts besteht die Gefahr, sehr viele Trauben in kurzer Zeit zu essen, was den Blutzuckerspiegel stark in die Höhe treiben und somit Krankheiten begünstigen könne.

Doch Sie müssen nicht auf Weintrauben verzichten, denn es gibt Möglichkeiten, dieses Risiko zu verringern. Sie sollten beispielsweise keine ganzen Trauben auf Ihren Teller legen, sondern die Beeren portionieren, so essen Sie weniger von ihnen. Ernährungswissenschaftlerin Hyland gibt folgenden Tipp: Frieren Sie die Beeren vorher ein, so bekommen Sie einen süßen Snack, der länger zum Essen braucht.

Wichtig: Um zu verhindern, dass die Trauben Ihren Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, sollten Sie Weintrauben am besten immer mit einer Proteinquelle wie etwa Nüssen kombinieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Handvoll griechischer Pistazien* zu den Weintrauben?

Trockenfrüchte

Von vielen Sportlern werden Trockenfrüchte oder Fruchtriegel als gesunde Alternative zum Schokoriegel angepriesen. Das stimmt zwar auch, allerdings gibt es hier einen Haken: Viele Trockenfrüchte enthalten einen ungesunden Zuckerzusatz, wodurch die Trockenfrüchte nicht nur wahre Kalorienbomben sein können, sondern auch noch Ihren Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben. Achten Sie bei Trockenfrüchten also immer darauf, dass diese "ungezuckert" sind wie etwa die getrockneten Mangoscheiben von Happy Belly*.

Trockenfrüchte haben noch ein weiteres Problem. Im Trocknungsprozess wird ihnen der größte Teil des Wassers entzogen. So weit, so wenig überraschend. Wasser ist aber, wie Ballaststoffe, wichtig für das Sättigungsgefühl. Daher verleiten Trockenfrüchte oft dazu, zu viel von ihnen zu essen. Aber: Wenn Sie auf ungezuckerte Varianten und auf die Portionsmenge achten, ist nichts gegen Trockenfrüchte einzuwenden. Generell ist frischen Obst aber immer die bessere und gesündere Wahl.

Auch interessant: Nicht nur in Trockenfrüchten befindet sich sehr viel Zucker, auch in vielen anderen Lebensmitteln unseres Alltags verstecken sich enorm viele Kalorien, ohne dass die meisten es wissen.

Fruchtsaft, Smoothies und Quetschies

Bei den Getränken kommt Obst in vielen verschiedenen Formen auf unseren Speiseplan. Ob als Orangensaft zum Frühstück, als vermeintlich gesunder Smoothie bei Sportlern oder etwa als sogenannter Quetschie, ein bei Kindern beliebter Obstmus-Snack. Und diese Obst-Getränke haben es echt in sich.

Ein Glas Orangensaft deckt Ihren täglichen Bedarf an Vitamin-C, so lautet die Aussage einer bekannten Fernsehwerbung. Was viele nicht wissen: Dieses Glas Orangensaft deckt außerdem mehr als die Hälfte des täglichen Zuckerbedarfs eines Erwachsenen. Das gleiche gilt auch für gekaufte Smoothies und Quetschies. Die süßen Obst-Getränke stellen eine vermeintlich gute Möglichkeit dar, den täglichen Bedarf an Obst zu decken. Dabei können auch diese und selbst ungesüßte Fruchtsäfte Ihren Blutzuckerspiegel stark anheben.

Normalerweise sorgen die im Obst enthaltenen Ballaststoffe dafür, dass der Blutzuckerspiegel stabil bleibt, allerdings werden diese in den meisten Obst-Getränken wie Säften, Quetschies oder Smoothies entfernt. Hier gilt: Selber machen ist nicht nur gesünder, sondern schmeckt auch viel besser. Wenn Sie gar nicht um den gekauften Saft herumkommen, dann sollten Sie auch hier eine Handvoll Nüsse oder eine andere Proteinquelle dazu konsumieren, so Ernährungswissenschaftlerin Hyland.

Keine Panik vor dem Obst

Professor Andreas Pfeiffer, Direktor der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin an der Charité Berlin gibt Entwarnung für das Obst: Gefährlich werden diese Effekte erst in höheren Mengen. Man müsse zum Beispiel über einen längeren Zeitraum regelmäßig ein Kilogramm Äpfel pro Tag essen, um vom Obst krank zu werden, so Pfeiffer. Er rät ganz dringen davon ab, den eigenen Obstkonsum zu verringern, denn die meisten Deutschen äßen sowieso schon viel zu wenig Obst. Allerdings sollte auf verarbeitetes Obst in Säften, Smoothies oder Fruchtriegeln verzichtet werden.

Auch gibt es Unterschiede im Zuckergehalt zwischen verschiedenen Obstsorten. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Obstsorten mit einem niedrigen Zuckergehalt vor.

  • Zitronen: Zwar sind sie nicht unbedingt für den kleinen Snack für Zwischendurch geeignet, ihr Saft kann aber zum Beispiel gut in ein Glas Wasser gegeben werden. 100 Gramm Zitrone enthält nur etwa 2,5 Gramm Zucker
  • Limetten: Die Zitrusfrüchte unterbieten die Zitronen sogar noch: 100 Gramm Limette enthält nur 1,7 Gramm Zucker
  • Beeren: Beeren enthalten generell eher weniger Zucker. Sie stecken zusätzlich voller Vitamine und haben wenig Kalorien. Besonders zuckerarm sind Himbeeren, die nur 4,8 Gramm Zucker auf 100 Gramm enthalten. Auch Brombeeren (4,9 Gramm Zucker) sind ein guter Snack mit wenig Zucker
  • Wassermelone: Die klassische Sommerfrucht ist sehr gesund und enthält mit ihren 6,2 Gramm pro 100 Gramm nur sehr wenig Zucker
  • Grapefruit: Die Grapefruit ist eine wahre Vitamin-C-Bombe. Und sie enthält nur etwa 5,9 Gramm Zucker auf 100 Gramm
  • Aprikose: Auch die sommerlichen Aprikosen sind ein zuckerarmer und gesunder Snack für Zwischendurch: Neben ihren vielen Vitaminen enthalten 100 Gramm Aprikosen nur 7,8 Gramm Zucker
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